Beauty

Belastungsprobe Haarausfall – Woher er kommt und was hilft

Von julia.mattyhse am Freitag, 19. Mai 2017 um 15:19 Uhr

Mit kleinen Schönheits-Makeln hadert wohl jede Frau in ihrem Leben mindestens einmal. Während es sich bei Hautunreinheiten und kleine Fettpölsterchen jedoch um vorübergehende und einfach zu behandelnde Probleme handelt, ist die Lage bei Haarausfall eine vollkommen andere.

Der verstärkte Verlust des Kopfhaares macht Frauen Angst. Kein Wunder, denn schönes Haar ist eines der wichtigsten Anzeichen für körperliche Attraktivität und Gesundheit. Lichtet sich das Haar, sollten Frauen das also nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern Ursachenforschung betreiben.

Ursachen für Haarausfall bei Frauen

Wer glaubt, Haarausfall bei Frauen ließe sich auf wenige verursachende Faktoren zurückführen, wird spätestens beim Blick auf die vielen verschiedenen Arten des Haarverlustes eines Besseren belehrt. So kann Haarausfall hormonell oder auch genetisch verursacht werden, seinen Anfang aber auch in einem Mangel an Nährstoffen oder anderen Erkrankungen finden. Wann es sich um Haarausfall handelt, ist jedoch fest definiert: Fallen täglich mehr als 100 Haare aus und fehlt ein Ausgleich durch nachwachsendes Haar, stellen auch Dermatologen und Hausärzte diese Diagnose.

Hormonell bedingter Haarausfall liegt bei Frauen häufig dann vor, wenn natürliche oder künstlich herbeigeführte Schwankungen des Östrogenspiegels stattfinden. Dies ist

  • nach der Schwangerschaft
  • beim Absetzen der Antibabypille
  • und in den Wechseljahren

der Fall. Während ein hoher Östrogenspiegel die Wachstumsphase der Haare verlängert, sorgt das plötzliche Absinken für einen abrupten Stopp und somit für vermehrten Haarverlust. In den Wechseljahren spielt die hormonelle Veränderung ebenfalls eine Rolle. Bei Frauen, die hier über verstärkten Haarausfall klagen, liegt das Problem jedoch meist noch etwas tiefer. So sind die Haarwurzeln vieler betroffener Frauen sehr empfindlich gegenüber Dihydrotestosteron, einem Hormon.

Die Unterscheidung zwischen anlagebedingtem Haarausfall und diffusem Haarausfall ist auch für eine spätere Behandlung wichtig. Bei der diffusen Variante fallen die Haare am gesamten Kopf gleichmäßig aus, während das Haar bei anlagebedingtem Haarverlust vor allem entlang des Scheitels lichter wird. Die sogenannte androgenetische Alopezie, also genetisch bedingter Haarausfall, lässt sich anhand dieses spezifischen Musters erkennen.

Nebst Hormonen und genetischer Veranlagung steht auch ein Nährstoffmangel im Verdacht, Haarausfall zu begünstigen. "Ein Eisenmangel, hier vor allem ein Mangel des Speichereisens (Ferritin) wird bei Patienten mit diffusem Haarausfall häufig nachgewiesen." (Quelle: http://www.apotheken-umschau.de/Haarausfall/Haarausfall-Ursachen-18896_3.html)

Behandlung: Nicht ohne ärztliche Hilfe

Haarausfall zieht nicht nur eine Veränderung des optischen Erscheinungsbildes nach sich, sondern wirkt sich auch auf die psychische Gesundheit aus. Viele Frauen leiden unter dem Verlust ihres Kopfhaares, fühlen sich zunehmend minderwertig und depressiv. Die Ungewissheit darüber, ob es sich um einen vorübergehenden Zustand handelt, nagt an Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Daher ist der Gang zum Arzt die einzig richtige Entscheidung. Nur er kann eine fundierte Diagnose stellen und mögliche Behandlungsschritte auswählen.

Eine Blutuntersuchung und ein genauer Blick auf das Kopfhaar der Betroffenen sind erste Schritt auf dem Weg zu einer Diagnose. Hier findet der behandelnde Arzt erste Hinweise auf mögliche Grunderkrankungen, Mangelzustände und abweichende Hormonspiegel. Ist dann eine deutliche Vermutung hinsichtlich der Ursache möglich, beginnt die Suche nach einer sinnvollen Behandlung. Es ist wichtig, dass diese Behandlung so früh wie möglich beginnt, denn auch genetisch bedingter Haarausfall sollte zeitig gestoppt werden. So kann beispielsweise die Verschreibung einer anti androgenen Antibabypille hilfreich sein, um ein hormonelles Ungleichgewicht zu stabilisieren.

Hormonell bedingter Haarausfall kann durch die Einnahme der Pille gestoppt werden. (Quelle: GabiSanda (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Doch auch Entwarnung ist möglich: Stimmen Eisenwerte und Hormone, liegt keine genetische Prädisposition für Haarausfall vor und kann auch der sogenannte vernarbende Haarausfall ausgeschlossen werden, kann es sich ebenso gut um eine saisonale Form handeln. Diese ist mit dem Fellwechsel einiger Tiere vergleichbar und findet oft in Herbst oder Frühjahr statt. Das abgestoßene Haar ersetzt der Körper eigenständig durch neues und weitreichende Konsequenzen bleiben aus.

Eine schlechte Idee ist es, dem Haarausfall ganz ohne einen Arzt zu Leibe zu rücken. Auch wenn die Regale in Drogerien und Supermärkten voll mit Anti-Haarausfall-Shampoos und Spülungen sind, ist deren Nutzen oft fraglich. Dies bestätigten auch die Experten von Öko-Test: "Aus unserer Sicht schließen Kosmetika solche Versprechen allerdings bereits per definitionem aus. Denn ihre chemischen Rezepturen dürfen schon per Gesetz nur äußerlich wirken."

Haartransplantationen als Lösungsmöglichkeit

Das Leid, das Haarausfall verursachen kann, ist für viele Frauen nicht tragbar. Kehrt das ausgefallene Kopfhaar nicht zurück und konnte auch der Arzt eine mögliche Chance auf Wiederkehr ausschließen, suchen sie nach Lösungen. Während Microblading am Haaransatz eher zu den kleinen kosmetischen Verbesserungen zählt, denken Frauen mit sehr lichtem Haar über eine Haartransplantation nach.

Bei dieser Form der Behandlung entnimmt ein ausgebildeter Haarchirurg Haarfollikel und setzt diese an den betroffenen Stellen ein. Damit dieser recht kostspielige Eingriff zu guten Ergebnissen führt, muss außerdem die passende Methode gewählt werden. So unterscheiden Mediziner bei Haartransplantationen zwischen den drei Varianten

  • FUE
  • FUT
  • und IFUE.

Eine Haartransplantation füllt kahle Stellen wieder auf. (Quelle: Pexels (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Die FUT und die FUE Methode unterscheiden sich nur hinsichtlich des Entnahmevorgangs. Während bei FUT ganze Hautstreifen entnommen und an anderer Stelle eingesetzt werden, erfolgt bei der FUE Variante die Entnahme kleiner Areale mit einem Durchmesser von gerade einmal einem Millimeter. Als neu und fortschrittlich gilt die IFUE (Intermittend Follicular Unit Extraction) Methode.

Wie die Fachleute von ifue-haartransplantation.de berichten, wechseln sich die Phasen von Entnahme und Einsetzen bei dieser Variante ab, was eine verbesserte Annahme der neu eingesetzten Follikel möglich machen soll. Es lohnt sich also, vorab alle Methode kennenzulernen und sich von einem fachkundigen Experten beraten zu lassen.

Was die Kosten für eine Haartransplantation betrifft, so liegen diese meist im vierstelligen Bereich. Viele Frauen fragen sich, ob sich ihre Krankenkasse an der geplanten Investition beteiligt, werden jedoch nicht selten enttäuscht. So zählen Haartransplantationen trotz ihres Nutzens nicht zu den klassischen Leistungen der Krankenkassen. Frauen sollten es aber dennoch auf einen Versuch ankommen lassen und die Übernahme der Kosten beantragen. Insbesondere dann, wenn ein Psychologe die Notwendigkeit der Maßnahme bestätigt, verbessert sich die Chance auf eine zumindest teilweise Kostenübernahme.