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Emma Watson führt das wohl spannendste Interview des Jahres mit Margaret Atwood

Von Martyna am Montag, 17. Juli 2017 um 14:14 Uhr

In den USA macht die Serienadaption von "A Handmaid‘s Tale" gerade Schlagzeilen und Emma Watson interviewte nun die Schriftstellerin Margaret Atwood, die 1985 das Buch dazu schrieb.

Wir lieben Emma Watson für ihren Wissensdurst und ihre Leidenschaft für Bücher. Kein Wunder also, dass die ehemalige "Harry Potter"-Darstellerin ausgewählt wurde, um ein Interview mit der berühmten Schriftstellerin Margaret Atwood zu führen, die die dystopische Story zur Serie "A Handmaid's Tale" erfand. In der Show, die in den USA große Erfolge feiert, geht es um eine Welt, in der es wegen nuklearer Katastrophen zur Sterilität geführt hat. Zudem ist eine christlich-fundamentalistische Regierung an der Macht, die die Verfassung außer Kraft gesetzt und alle Mitglieder des Kongresses ermordet hat. Aufgrund der Umstände hat sich das Bild der Frau gewandelt: Die noch Gebärfähigen müssen die Rasse erhalten und sich fortpflanzen. Um sie besser kontrollieren zu können, wird ihnen aller Besitz aberkannt.


Die Geschichte von "A Handmaid‘s Tale", die im Deutschen unter dem Titel "Der Report der Magd" bekannt ist, wäre im heutigen Amerika gar nicht mehr so undenkbar meinen viele Kritiker und sprechen den Erfolg auch der derzeitigen politischen Situation zu. Was gibt es also Passenderes als mit einer gescheiten Aktivistin für Frauenrechte und der Autorin über die Hintergründe zu sprechen? Und wer wäre dafür besser geeignet, als Leseratte und Feministin Emma Watson?

Emma Watson interviewt Margaret Atwood

 

Die brennendste Frage, die Emma auf dem Herzen lag, war die nach der Inspiration für solch eine Geschichte. Watson, als echter Bücherwurm mit eigens gegründetem Club "Our Shared Shelf", der bereits unglaubliche 200.000 Mitglieder hat, interessierte sich für die Entstehungsgeschichte und nach der Antwort Atwoods können wir das sehr gut nachvollziehen: "Die erste Inspiration waren die Dinge, die der rechte Flügel bereits in den 1980er Jahren sagte, nämlich dieselben Dinge, die sie heute sagen, doch damals hatten sie nicht die Power sie umzusetzen. Ich glaube, dass die Menschen es tun werden, wenn sie die Möglichkeit dazu bekommen. Das war eine meiner Inspirationen. Wenn man die Frauen dazu bringt, wieder im Haus zu bleiben, wie wird das aussehen? Wenn Amerika ein totalitärer Staat wird, wie würde das aussehen? Welche Ziele stünden dahinter? Welche Art von Ausreden würde es geben? Sie haben alle ihre Ausreden. Es wäre nicht Kommunismus in den USA, es wäre mit großer Sicherheit eine Art von religiöser Ideologie – welche es nun ist. Das ist nicht als anti-religiöses-Statement gedacht. Gerade sagte jemand 'Religion radikalisiert niemanden, die Menschen radikalisieren die Religion'. Du kannst jede Religion als Legitimation für Unterdrückung nehmen und du kannst jede Religion als Resistenzgrund für Unterdrückung sehen. Es funktioniert in beide Richtungen, wie das Buch zeigt."

Emma Watson ist ein echter Bücherfan 

 

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Natürlich wollte die neugierige Emma auch wissen, ob ihr die aktuelle politische Situation in den USA (Aufhebung von Obama Care) ihr Angst macht, immerhin hat die heute 77-Jährige schon viele furchteinflößende Regimes gesehen und miterlebt – so lebte sie während des Verfassens von "A Handmaid‘s Tale" im Nachkriegs-Ost-Berlin. Doch die Amerikanerin antwortet selbstbewusst, dass solche Dinge ihr nicht so schnell Angst machen würden: "Wenn du in den 90ern geboren wurdest, kennst du eine Welt, (zumindest im Westen) in der bereits einige Rechte für damalige Randgruppen etabliert worden waren und das ist normal für euch. Aber wenn du älter bist, wurdest du in eine Welt geboren, in der dies nicht der Fall war und hast mitbekommen wie viele Kämpfe in die Aufhebung dieser Rechte eingeflossen sind und auch wie eine zuvor demokratische, halbwegs offene Gesellschaften, wie am Beispiel von Hitler, innerhalb kürzester Zeit auf den Kopf gestellt werden kann. Es geschah und es wurde das Geschehen verhindert. Geschichte ist keine gerade Linie.“

Natürlich kamen auch die Frauen zur Sprache und die "The Circle“-Schauspielerin traute sich richtig was und erkundigte sich, ob Atwood genug von der immer wiederkehrenden Frage hat, ob sie eine Feministin ist. "Sage mir, was du damit meinst und dann können wir reden. Der Term ist so allgemein geworden. Meinen wir, dass Frauen besser sind als Männer? Meinen wir gleiche Rechte vor dem Gericht? Meinen wir, dass alle Männer von einer Klippe geschubst werden müssen? Dieses Wort trägt alle obigen Interpretationen in sich."

Für ihre weisen Worte, die unglaubliche Offenheit und fantastische Chance die mehrfach ausgezeichneten Autorin zu interviewen, bedankt sich Emma Watson und entschuldigte sich für den Überzug von 4 Minuten, den Atwood ihr natürlich sofort vergeben hat. Hach Emma, mach weiter so! ❤️

Das ganze, wirklich sehr lesenswerte Interview kannst du hier auf Entertainment Weekly nachlesen.

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