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Multitalent: Barbara Becker entdeckt unerwartet eine neue Leidenschaft

Von Marie am Freitag, 17. Februar 2017 um 17:00 Uhr

Interview mit dem Multitalent über ihre neue Liebe Langlauf und ihr Liebesglück mit ihrem Lebensgefährten Juan

Das Interview führte Andrea Vodermayr

Sie ist eine Sportskanone durch und durch: Barbara Becker. Yoga und Pilates zählen seit vielen Jahren zu ihren großen Leidenschaften und mit ihren zahlreichen Fitness-Programmen und DVDs hält sie nicht nur sich selbst in Form, sondern hält damit andere Menschen fit.

Jetzt hat das Energiebündel, das kürzlich - kaum zu glauben ihren 50. Geburtstag feierte - auch den Wintersport für sich entdeckt. Genauer gesagt das Langlaufen! Dafür kam sie extra aus ihrer Wahl-Heimat Miami in die Olympiaregion Seefeld in Tirol angereist

Barbara Beckers Lebensgefährte ist 17 Jahre jünger als sie. Na und?!

Doch Barbara kam nicht allein. Zum sportlichen Kurzurlaub brachte sie ihren 17 Jahre jüngeren Lebensgefährten und Geschäftsmann Juan mit. Egal ob beim romantischen Dinner mit Freunden oder beim Langlauf-Ausflug zur Wildmoos-Alm mit deftiger Jause – beide wirkten schwer verliebt.

Zum Interview erschien Barbara zwar solo, aber wie gewohnt, bestens gelaunt und mit voller Power in ihrer knallpinken Ski-Jacke. Von wegen Low Carb satt:  hungrig griff sie zum Brötchen, belegt mit Butter und Cabanossis. „Das ist unglaublich lecker“, schwärmte sie.

Dann sprach sie über ihre neue Liebe zum Langlauf, neue Projekte, ihr Fit-Geheimnis und über ihr privates Liebesglück.

Bei Barbara Becker denkt man spontan an Miami, Sonne und Yoga. Aber jetzt Seefeld, Schnee und Langlauf. Wie kam es dazu?

Das Interview

BB: Ich bin die letzten Jahre immer im Sommer in Seefeld gewesen. Ich liebe die Natur, den Wald und die Berge. Mein Alltag in Miami findet am Meer und unter Palmen statt. Deshalb ist das hier wie Urlaub und Nachhause kommen zugleich.

Haben Sie schon vorher Langlauf-Erfahrung gesammelt? Oder ist das Neuland für Sie?

BB: Es ist tatsächlich Neuland für mich. Das ist heute erst mein dritter Tag auf Langlauf-Skiern. Erst dachte ich, Langlauf wäre so ähnlich wie Rollerbladen, was ich in meiner Jugend viel gemacht, aber es ist was völlig Anderes. Sehr viel schwerer als ich eigentlich dachte.

Aber ich habe mit Martin Tauber einen hervorragenden Lehrer, der mir die Technik wunderbar erklärt hat. Mit ihm habe ich hier auch meine erste Langlauf-DVD aufgenommen. Hintergrund ist, dass ich mir die Frage gestellt habe: Wie kann man sich auch im Winter fit halten? Abwechslung ist ein Teil meines Lebens. Es ist ein Programm für Anfänger: Welche Ausrüstung brauche ich? Wie mache ich den Ski richtig zu? Es geht aber vor allem wie immer um die Lust an der Bewegung. Viele denken leider immer noch, Langlauf wäre ein Sport für Ältere. Dabei ist es eine wahnsinnig dynamische Sportart. Das Dahingleiten hat etwas Dynamisches, aber auch etwas Meditatives.

Warum Seefeld in Tirol?

BB: Seefeld ist für mich perfekt, denn es gibt hier eine Loipe, die 270 Kilometer lang ist! Diese wird jeden Tag frisch präpariert. Und es gibt drei verschiedene Pisten für unterschiedliche Schwierigkeitsgrade: Für Anfänger, Geübte und Fortgeschrittene. Es ist einmalig, durch diese wunderbare Winter-Landschaft zu gleiten. Wir waren gestern auf der Wildmoos Alm, wahnsinnig urig und ein echter Geheim-Tipp. Ich habe hier im Hotel „Klosterbräu“ auch gleich noch meine neue Pilates-DVD gedreht.

Jetzt sind Sie mit Ihrem Lebensgefährten in Seefeld. Konnten Sie ihn auch schon fürs Langlaufen begeistern?

BB: Er ist wie so viele Männer ein begeisterter Snowboarder. Er ist hier mehr am Arbeiten als am Langlaufen. Ich wollte ihm unbedingt diesen Bilderbuch-Ort zeigen. Er ist wie ich begeistert von den Menschen, der Natur und dem Sportangebot. We love this place!

Wie wichtig ist es für Sie, dass Ihr Partner auch viel Sport treibt? Sie könnten sicher nicht mit einer Couch Potato zusammen sein, oder?

BB: Mein Motto lautet: Leben und leben lassen. Natürlich sind Gemeinsamkeiten wichtig. Wenn wir komplett unterschiedliche Ansichten hätten was Menschen oder Menschenrechte angeht, dann hätte ich damit eher ein Problem. Aber wenn jemand sich nicht so gerne bewegt wie ich, das wäre nicht so schlimm. Jeder wie er möchte. Ich gehe wie er gerne laufen, aber er macht alles etwas extremer.

Welche Zukunftspläne gibt es? Zusammenziehen? Hochzeit?

BB: O Gott - Jesus! (lacht). Ich bin eine Carpe Diem-Frau, immer schon gewesen. Und immer wenn ich etwas geplant habe, dann ist es ganz anders passiert. Ich bin jemand der im Hier und im Jetzt lebt. Ich mache mir darüber keine Gedanken. Es ist gerade gut so wie es ist.

Sie sind eine Sportskanone. Kennen Sie so etwas wie den inneren Schweinehund?

BB: (nickt). Klar. Es gibt natürlich auch Tage, an denen ich nichts mache. Es ist wichtig, dass man sich für Bewegung - egal ob Tennis, Pilates, Yoga, Tanzen oder Langlauf - ausreichend Zeit nimmt. Dass man sich mit Freunden verabredet und sich in seinem Leben dafür Platz schafft. Dann muss man sich dazu auch nicht aufraffen, dann ist es wie Zähneputzen. Es gehört dann einfach zum Leben dazu -  und auch der Schweinehund wird immer kleiner. Es ist zwischendurch durchaus okay, sich noch einmal im Bett umzudrehen und nichts zu tun - solange man in Balance lebt und bewusst mit seinem Körper umgeht. Wichtig ist es, ein Bewusstsein zu entwickeln: „Mir geht es besser wenn ich mich bewege.“

Sie sind superdurchtrainiert. Müssen Sie jetzt mit 50 mehr aufpassen was Ernährung angeht und mehr Sport treiben als mit 30?

BB: Ich lasse keine Mahlzeiten aus, ich laufe oder schwimme lieber eine Runde mehr. Ich esse auch mal gerne ein Brot. Aber wichtig ist die gesunde Ernährung im Alltag. Dass man sich regelmäßig gesund ernährt. Und in sich hineinfühlt: Komme ich noch leicht von der Couch hoch wenn ich eine Pizza gegessen habe? Oder esse ich lieber gleich etwas Gesundes? Das Gute am Sport ist, dass man ein Bewusstsein für gesunde Ernährung entwickelt: „Jetzt habe ich mich bewegt, da wäre es doch schade, einen Burger zu essen.“ In den USA gibt es den Trend, dass immer mehr Prominente ihre Fotos nicht mehr retuschieren und sich ohne Make-Up im TV oder sogar mit Schwangerschaftsstreifen zeigen. Wir alle werden älter und reifer. Das sind Dinge, die zum Leben dazugehören.

Vegan, Paleo, Rohkost. Auf welcher Ernährungsschiene sind Sie?

BB: Es gibt ein paar Tage in der Woche, an denen ich auf Fleisch verzichte. Ich bevorzuge insgesamt Nahrungsmittel, die direkt vom Baum fallen oder aus der Erde gezogen werden. Und ich verzichte auch weitgehend auf verpackte Nahrungsmittel, denn ich bin ein großer Gegner von Plastik. In Miami gibt es einen „Farmers Market“, mit tollen organische Produkten, mit frischem Gemüse und Eiern. Eine Tomate muss noch wie eine Tomate schmecken.

Sind Sie jetzt mit 50 glücklicher und ausgeglichener als vielleicht mit 25?

BB: Ich denke, ich kenne mich selbst heute besser. Und dieses näher an sich Heranrücken ist immer hilfreich. Ich war aber immer schon sehr ins Leben verliebt. Aber es ist leichter, wenn man sich selbst annimmt und sich selbst besser kennt.

Wie verändern sich Beziehungen mit dem Alter?

BB: Insgesamt wird man großzügiger - weil man sich besser kennt.

Was möchten Sie in Ihrem Leben noch erreichen?

BB: Ich habe jeden Tag neue Pläne und Ideen. Ich habe gerade mein Nahrungsergänzungsmittel „Noweda für mich“ in Deutschland vorgestellt, und dann gibt es wie gesagt die beiden DVDs. Ich würde gerne noch einige Sprachen erlernen. Ich habe gerade wieder mit dem Geige spielen angefangen und das Angebot bekommen, in einem Orchester in Miami mitzuspielen. Ich würde auch gerne wieder mehr mit den Händen machen, nämlich töpfern, schmieden, schweißen und schreinern. Es gibt so vieles, was ich noch machen möchte...

Wollen Sie auch in Miami bleiben?

BB: Ja, das ist erst einmal geplant. Dort ist es sehr sehr schön. Aber wie gesagt, bei mir ist das mit dem Planen nicht so einfach...