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Traumziel im Frühherbst: Malerische US-Südstaaten

Von Martyna am Montag, 21. August 2017 um 17:08 Uhr

Je nachdem, wo man in Deutschland lebt, war schon der Sommer eher mau und der Frühherbst ist auch nicht mehr weit. Die Gelegenheit, in eine romantische Landschaft voller Bodenständigkeit und kleiner Bed & Breakfasts zu reisen: Die Südstaaten der USA.

Kann das Zufall sein? In der Mode kommen gerade die drei Südstaaten-Klassiker zurück und gleichzeitig wird es "drüben" mittlerweile auch von den Temperaturen her erträglich. Na wenn das keine Ausrede ist, sich für September oder Oktober einen Flug zu buchen und in die Südstaaten zu jetten, wissen wir auch nicht weiter. Aber der folgende Artikel weiß was: Nämlich alles, was man über diesen Urlaub wissen muss.

1. Südstaatism für Anfängerinnen

Südstaaten ist bei uns ein ziemlich diffuser Begriff, da hat man Fackeln im Sturm vor dem inneren Auge, Häuser mit Säulen und bodenständige Country-Leute aber nicht unbedingt, wo die Region aufhört und beginnt. Dabei ist die Sachlage eindeutig, denn es zählen eigentlich nur wenige Staaten "wirklich" dazu (von Westen beginnend).

  • Arkansas
  • Louisiana
  • Mississippi
  • Tennessee
  • Alabama
  • Georgia
  • South Carolina
  • North Carolina

Allerdings werden je nach Definition auch noch die unmittelbar angrenzenden Staaten, etwa Florida, hinzugezählt. Wir halten uns für diesen Text jedoch an diese klassische Definition.

2. Where to fly?

Die Südstaaten sind zwar groß, wer aber ohne Zwischenlandung von Deutschland anreisen möchte, hat Pech, denn der einzige große Airport ist in Atlanta. Alle anderen müssen entweder in Dallas oder Washington DC landen und von dort eine Regionalmaschine nehmen, die sie weiterbringt.

3. Southern Fall, German Summer

Eigentlich sieht das Klimadiagramm für die Südstaaten nice aus, denn da sind im Hochsommer Werte um die 30°C normal. Davon sollte man sich jedoch nicht täuschen lassen, denn dann herrschen praktisch immer über 90% Luftfeuchtigkeit. Für untrainierte Deutsche ist das absolut unerträglich.

Genau deshalb sind September, Oktober und teilweise auch November da unten so genial. Denn man darf nicht vergessen, dass sich die Südstaaten auf gleicher Höhe wie Nordafrika befinden. Dementsprechend ist es dann dort äußerst angenehm. Man darf sich auf mildwarmeTemperaturen und normalisierte Luftfeuchtigkeit freuen. Genau das richtige, um durch die Gegend zu fahren und die Landschaft zu genießen.

Amerika erleben

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4. Get your cellphone

Einen Nachteil für Viel-Skyperinnen hat das Ganze jedoch, denn sämtliche beschlossenen Erleichterungen für das Handy im Ausland gelten dort nicht, weil Roaminggebühren nur innerhalb der EU abgeschafft wurden.

Wer mit dem eigenen Handy deep south surft, simst oder telefoniert, muss sich auf saftige Rechnungen gefasst machen. Unser Tipp: Entweder im nächsten Walmart eine Prepaid-Karte kaufen und ins eigene Smartphone stecken (bei modernen Geräten kein Problem) oder ganz auf US-Prepaid-Handy setzen. Dann mit Dollars aufladen und die Anrufe nachhause via WLAN und Skype abwickeln. Dabei aber ein günstiges Handy nehmen, denn die Prepaid-Dinger sind auf den amerikanischen Provider codiert und können daheim nicht weiterbenutzt werden.

Ganz wichtig: Solange man noch nicht auf die US-Karte umgestellt hat, am besten schon vor dem Einsteigen in den Flieger die Datenverbindung ausschalten. Sonst beginnt das Handy gleich nach dem Einschalten schon damit, Whatsapp und Co. mit den teuren Auslandstarifen zu aktualisieren.

5. How to drive?

Die Südstaaten sind weit und zwar im amerikanischsten Sinn. Ohne Auto ist man hier völlig aufgeschmissen. Nun wäre es müßig, an dieser Stelle über schnuckelige Kleinwagen zu diskutieren. Die gibt es zwar bei den Autovermietern, aber: Wenn man damit auf dem Highway von den dort unten tausendfach vorkommenden XXXL-Pickups oder den noch gigantischeren Trucks überholt wird, kommt man sich fürchterlich klein und verletzlich vor.

Nein, hier gilt "kommst Du nach Rom, benimm dich wie die Römer". Ergo sollte man sich das dickste, bequemste Fahrzeug mieten, das vorrätig ist. Sprich, ein SUV. Mega Vorteil: Die Dinger sind fahrende Wohnzimmer und entlassen einen selbst nach dem weitesten Trip genauso entspannt wie man eingestiegen ist.

6. Romantisch, romantischer, Bed & Breakfast

Nicht alle Amerikaner mögen die Südstaatler, aber alle lieben die Südstaaten. So kommt es, dass die gesamte Region Touristen anzieht. Punkt für deutsche Herbst-Touristinnen, denn das bedeutet, man muss sich nicht mit Motels fragwürdiger Qualität herumplagen, sondern kann auf privat betriebene Bed & Breakfasts zurückgreifen. Bei den meisten davon geht es wie in der Familienpension zu, die Zimmer sind gut ausgestattet und das mehr als üppige Frühstück stammt nicht vom Band sondern aus den fähigen Händen der Besitzerin. Doch Vorsicht: Biscuits & Gravy, Hash-Browns, Fried eggs und Waffeln sind da unten echte Kalorien-Atombomben!

7. Nevermind the Walmart-Fashion

Über Walmart hört man hierzulande ja eher nichts Gutes, lacht sich bestenfalls bei Facebook oder People of Walmart darüber kaputt, in welchem Look manche sich zum Einkaufen begeben. Dennoch sollte man die Supermarktkette auf einem Südstaaten-Trip nicht ignorieren. Denn außerhalb der großen Städte ist das oft die einzige Einkaufsmöglichkeit – dementsprechend gut sind die Stores ausgestattet, insbesondere wenn es sich um ein (wahrhaft gigantisches) Supercenter handelt.

Und da gibt’s wirklich alles. Vor allem aber sind die Klamottenabteilungen dort XXL. Haute Couture darf man natürlich nicht erwarten, aber abertausende unglaublich stylischeSüdstaaten Fashion-Stücke. Und: Die Preise sind lächerlich gering. Markenjeans schlagen mit weniger als 20 Dollar zu Buche und wer 200$ ausgibt, kann sich für den ganzen Trip komplett einkleiden. Doch was gehört zum femininen Southern Style?

  • Cowboy-Boots (keine Stiefeletten!)
  • Jeans mit Bootcut (also leichtem Schlag)
  • Kleider mit Floral-Mustern
  • Cowboyhut aus Stroh
  • Leichte Blusen (ebenfalls mit Blumenmuster
  • Sunnies (natürlich nur Piloten-Style)
  • Jeans-Hotpants (dort als Daisy Dukes bezeichnet)

Den Look kann man sich in jedem Walmart zusammenstellen. Und die Boots werden dort zu allem getragen, auch den Daisy Dukes und den Kleidern. Übrigens gibt es aber auch Dinge, die eine Südstaaten-Dame keinesfalls tragen würde, darunter die unsterbliche Skinnie-Jeans.

USA-Reisetipps

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8. Dont miss this!

Natürlich sind die Südstaaten gigantisch, immerhin sprechen wir hier von gut 1500 Kilometern in der Breite und immerhin 700 von Nord nach Süd. Da ist klar, dass man nicht ganz ohne Plan losreisen sollte. Muss man aber auch nicht, denn es gibt einige Regionen, die man definitiv mitnehmen sollte:

  • Die Ozarks. Das ist ein Gebirge in Nord-Arkansas voller kleiner Dörfer und unberührter Natur. Übrigens spielt da auch der gleichnamige neue Netflix-Knüller, allerdings im nördlichen Ozarks-Teil im Staat Missouri.
  • Der Großraum von New Orleans. Nirgendwo ist der unfassbare Mix aus Kultur und Musik, der die Südstaaten ausmacht, so greifbar wie hier.
  • Memphis. Wer Elvis und Country liebt, kommt nicht an diesem pulsierenden Mittelpunkt vorbei.
  • Das Mississippi-Delta. Liegt zwischen Arkansas und dem gleichnamigen Bundesstaat. Hier schlängelt sich der Old Man River majestätisch durch die Landschaft und genau hier sollte man auch eine Dampfboot-Tour mitmachen
  • Die Region um Mobile, Alabama. Vergesst die California-Surferboys. Hier unten treffen sich die Südstaatler am Golf von Mexico zur Strandparty
  • Charleston und Savannah: Du warst nicht in den Südstaaten, wenn Du nicht diese pittoresken, sehr stark europäisch geprägten Städte gesehen hast.

Allerdings ist es unbedingt empfehlenswert, sich für die volle Südstaaten-Erfahrung nicht nur auf diese großen Hauptziele festzulegen. Wer wirklich eintauchen will, der nimmt sein Mietwagen-Monster, fährt die Strecke damit und nimmt sich Zeit, Land und Leute kennenzulernen. Und wenn man dabei durchblicken lässt, dass man aus Germany kommt, werden die Herzen der meisten Südstaatler weit aufgehen, denn viele haben ihre Wurzeln hier.

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