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Rückblick - Ausblick - Höhepunkte: Die ganz persönliche Jahresbilanz

Von Martyna am Freitag, 9. Dezember 2016 um 12:15 Uhr

Zwischen den Tagen einfach mal zurücklehnen und eine ganz persönliche Bestandsaufnahme erstellen. Das Ende des Jahres eignet sich gut, um die vergangenen Monate noch einmal Revue passieren zu lassen.

Gegen Ende des Jahres können wir im Fernsehen die wichtigsten Ereignisse und Momente bei einer der vielen Sendungen noch einmal Revue passieren lassen. Sei es der Jahresrückblick aus politischer Sicht, sportliche Höhepunkte oder auch besondere Begebenheiten des Weltgeschehens: In jeder Hinsicht wird kurz vor Silvester noch einmal Bilanz gezogen. Dasselbe lohnt sich manchmal auch bei uns selbst.

Die neue Achtsamkeit oder die eiserne Selbstoptimierung: bei beiden Trends ist es wichtig, an einem bestimmten Punkt in sich zu kehren und Bilanz zu ziehen. Wer seinen persönlichen Status Quo genau kennt, weiß auch um seine kritischen Punkte. Und kann sich darauf aufbauend neue Ziele für die Zukunft stecken.

Jährliches Ritual

Die meist doch nicht so ganz besinnliche, sondern eher stressige Vorweihnachtszeit ist mit einem emotionalen Heiligen Abend zu Ende gegangen. Zwischen den Tagen, wenn der große Trubel vorüber ist, spätestens jedoch an Silvester, ist der beste Zeitpunkt, sich Gedanken übers vergangene Jahr zu machen.

Für viele Menschen gehört es zum Jahresausklang dazu, sich mit einem guten Glas Rotwein an den Schreibtisch zurück zu ziehen und eine Bestandsaufnahme zu erstellen. Kuschelpullover übergezogen, Kerze angezündet, los geht’s.

Eine gemütliche Atmosphäre sorgt dafür, dass es uns leichter fällt, in uns zu kehren und uns auch an weniger schöne Situationen in unserem Leben zu erinnern. Wer sich wohl fühlt, kann sich leichter auch mit kritischen Punkten auseinandersetzen.

Am Anfang mag es sich vielleicht noch etwas merkwürdig anfühlen, emotionale Momente nüchtern zu bewerten, oder überhaupt Dinge hervorzukramen, die am liebsten nie wieder Erwähnung finden sollten. Ein besonderes Ritual – sei es schöne Hintergrundmusik, eine Duftlampe mit dem Lieblingsaroma oder einfach nur das Zurückziehen an einen besonders ruhigen Ort – kann helfen, den richtigen Einstieg zu finden.  

Gedanken aufschreiben

© pixabay, © picjumbo_com, CC0 Public Domain 

 

Es ist sinnvoll, sich die persönlichen Gedanken aufzuschreiben. Ob dafür ein ganz besonderes Notizbuch zum Einsatz kommt, oder einfach ein paar Blätter aus dem Drucker benutzt werden ist egal. Was aufgeschrieben wird ist nur für einen alleine bestimmt, dann fällt es auch leichter, sich selbst gegenüber ehrlich zu sein.

Beim Aufschreiben müssen für die persönlichen Ereignisse und Erinnerungen eigene Worte gefunden werden. Dieser Prozess hilft dabei, uns die verschiedenen Situationen richtig bewusst zu machen. Wir können dabei einfach unseren Gedanken freien Lauf lassen, oder auch nur stichpunktartig auflisten, welche positiven oder negativen Aspekte uns im Rückblick auf das Jahr in den Sinn kommen.

Hit-Liste /‌ Shit-Liste

Das Gegenüberstellen der ganz persönlichen Highlights oder eben auch der Fehltritte kommt einer mathematischen Bilanz dabei sehr nahe. Je nachdem wieviel Punkte jeweils auf den beiden Seiten notiert werden, entsteht dabei auch ein visuelles Bild der Bestandsaufnahme. Mit welchen Situationen war oder bin ich zufrieden, was ist schlecht gelaufen? In welchen Momenten war ich glücklich, was musste ich lernen? Welche Pläne habe ich in die Tat umgesetzt, was ist unerledigt geblieben? Solche Dinge können alle in die private Bilanz mit einfließen.  

EIN JAHR ZÄHLT MIT SO VIELEN TAGEN, WIE MAN GENUTZT HAT.

George Bernard Shaw, irischer Schriftsteller und Politiker

Visualisieren und Einschätzen

Manchmal helfen uns ganz einfach auch persönliche Bilder auf die Sprünge. Beim Durchstöbern unseres Instagram Accounts finden wir schnell die kleinen Höhepunkte und Glücksmomente, die uns die letzten zwölf Monate widerfahren sind. Oft haben wir zunächst den Eindruck, dass das Jahr gar nicht so gut gelaufen ist. Doch wenn wir uns einzelne Situationen nochmals vor Augen führen, sieht die Bilanz unterm Strich vielleicht gar nicht mehr so düster aus.

Dabei ist es jedoch auch wichtig, die einzelnen Aspekte zu bewerten. Keine Situation ist zu 100 Prozent mit einer anderen vergleichbar und es müssen immer die individuellen Umstände berücksichtigt werden. Habe ich es geschafft, meinen Zigarettenkonsum zumindest zu reduzieren, ist dies immerhin schon einmal ein Anfang. Aber hier ist auch die beste Gelegenheit einfach einmal gnadenlos ehrlich zu sich selbst zu sein.  

Arbeit, Erfolg, Finanzen

© Fotolia, © Robert Kneschke

Für einen umfassenden Rückblick sollten die verschiedensten Lebensbereiche beleuchtet werden, egal ob Gesundheit, Liebe oder die finanzielle Lage. Bereits beim Jahresabschlussgespräch mit dem Chef oder auch auf der Weihnachtsfeier werden wir mit unseren Leistungen aus den vergangenen Monaten konfrontiert.

Bei der jährlichen Ansprache verpacken unsere Vorgesetzten die geschäftliche Bilanz in mehr oder weniger warme Worte. Neben nüchternen Zahlen werden dann oft auch einzelne Leistungen oder gemeinsame Höhepunkte hervorgehoben. Hier können wir sehen, wie unsere Tätigkeit von anderen bewertet wird. Doch wie beurteilen wir uns dabei selbst?

Bin ich zufrieden mit meinem Arbeitsplatz? Werde ich für mein Können angemessen bezahlt? Oder muss ich nochmal etwas mehr leisten, wenn ich eine Gehaltserhöhung möchte? Die bewusste Einschätzung der beruflichen Situation hilft dabei, Pläne für die Zukunft zu schmieden, neue Motivation zu schöpfen oder den Chef vielleicht nach einer ganz bestimmten Fortbildungsmaßnahme zu fragen.

Sport und Gesundheit

© Bild: Fotolia, © oneinchpunch

Wir haben uns vorgenommen, mehr Sport zu treiben? Und sind nach drei Wochen halbherziger Bemühungen auf dem Crosstrainer allabendlich doch wieder direkt auf dem Sofa gelandet? Gerade wenn es um Gesundheit und sportliche Aktivitäten geht, werden alljährlich enthusiastisch neue Vorsätze geschmiedet, die dann genauso impulsiv wieder verworfen werden.

Meist liegt ist unser Scheitern darauf begründet, dass wir uns einfach zu hohe Ziele stecken. Wer vorher kaum sportlich aktiv war, mutiert nicht von heute auf morgen zum Mitglied des Monats im Fitnessclub. Nehmen wir uns dagegen vor, zunächst nur ein oder zweimal in der Woche etwas länger spazieren zu gehen, oder unsere Kondition in kleinen Etappen zu verbessern, ist es wahrscheinlicher, dass wir bald schon die ersten Erfolge genießen können.

Hier ist es wie in kaum einem anderen Bereich wichtig, Anreize zur Motivation zu schaffen. Wer beispielsweise laufen geht, kann sich für das neue Jahr zu einem öffentlichen Wettbewerb anmelden. Dann fällt es leichter, sich fürs regelmäßige Training aufzuraffen um bis zum sportlichen Ereignis auch ausreichend fit zu sein.

Liebe und Freundschaft

Das persönliche Glück wird oft auch mit einer Partnerschaft verbunden. Auch hier ist es nicht verkehrt, wenigstens einmal im Jahr Bilanz zu ziehen und nachzuforschen, ob die individuelle Situation für Zufriedenheit sorgt. Damit sich eine Partnerschaft langfristig entwickeln kann, ist es wichtig sich auch hier immer wieder Ziele zu setzen.

Aber auch der Freundeskreis spielt eine große Rolle. Welches waren die wichtigsten Freunde in diesem Jahr? Habe ich so viel Zeit mit ihnen verbracht, wie ich gerne wollte? Habe ich neue Menschen kennengelernt? Freunde und Familie sind ein wichtiger Faktor für das persönliche Wohlbefinden. Bei gemeinsamen Unternehmungen können wir abschalten und Kraft tanken.

Personen, die uns nahestehen kennen uns sehr gut und können uns auch übers Jahr hinweg zu kritischen Situationen immer ihre Sichtweise mitteilen. Sie sind für uns ein wichtiger Bezugspunkt, wenn es darum geht, unsere Lebenssituation einzuschätzen.

Wünsche formulieren

WENN MAN DAS ZIEL NICHT KENNT, IST KEIN WEG DER RICHTIGE. 

Aus dem Koran

Die niedergeschriebenen Punkte sind eine gute Grundlage, um die individuelle Situation einzuschätzen und zu bewerten. Dies ist der richtige Zeitpunkt, sich über persönliche Erfolge auch einmal zu freuen und stolz auf sich zu sein. Wer die individuellen Erfolge würdigen kann, schafft es, sich auch für neue Herausforderungen motivieren zu können.  

Wenn der eigene Jahresrückblick dann in kompakter Form vor einem liegt, ist es oft leichter, Pläne für die Zukunft zu schmieden. Welche Wünsche habe ich für die kommenden Monate, welche Ziele sind langfristig realisierbar? Welche Anstrengungen muss ich dafür anstreben, um sie umzusetzen?

Welche Erfahrungen ziehe ich aus vergangenen Ereignissen und wie kann ich diese in Zukunft nutzen? Wie gehe ich mit Rückschlägen um und wie kann ich Fehler beim nächsten Mal vermeiden? Wenn wir uns allgemein unser Handeln bewusster machen, Entscheidungen reflektieren und unsere eigenen Schlüsse daraus ziehen, kann es uns gelingen, das kommende Jahr noch erfolgreicher zu gestalten.

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