Fashion

10 Fragen an: Angelica Di Gaeta, Creative Director von Aeyde

Von Vera am Donnerstag, 22. September 2016 um 19:37 Uhr

Ab heute ist die neue Herbst-/Winter-Kollektion unseres liebsten Berliner Schuhlabels Aeyde erhältlich – Grund genug, einmal mit Angelica Di Gaeta über ihre Inspirationen, den Berliner Stil und die Qualitäten eines guten Schuhs zu sprechen!

1. Angelica, Du bist Italienerin, hast in London am Central St. Martins studiert, in New York gelebt und jetzt in Berlin. In wie weit wirken sich diese verschiedenen Einflüsse auf Deine Arbeit aus? Was inspiriert Dich am meisten?

Keine Frage, es sind die Frauen und ihre unterschiedlichen Wesenszüge, die mich inspirieren! So designen wir abgestimmt auf ihre Bedürfnisse und Wünsche, sei es die der Businesslady oder die Fulltime Mum.

Dabei hat mich das Leben in kosmopolitischen, lebendigen und großen Städte, die sich kontinuierlich verändern neugierig gemacht zu verstehen und zu  analysieren, wer und was mich umgibt – Meine Inspiration erhalte ich in der Umwelt, in der ich mich bewege, dem Verständnis von unterschiedlichen Lebensstilen, täglichen Routinen, Körpersprache und Persönlichkeiten, die wir Frauen alle miteinander teilen, und uns doch so unterschiedlich werden lässt.

2. Ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert: Woher kommt Deine Liebe zum Schuh?

Schuhe sind Objekte, die nicht nur auf ihre Ästhetik beschränkt sind (wie vielleicht einige denken würden) – sondern eine Kombination aus Designinnovation und Funktionalität. Geprägt hat mich dahingehend mein Produktdesign-Background wodurch ich immer auf der Suche bin, Dinge zu kreieren, die das gewöhnliche Leben bereichern und verschönern.

3. Wie bist Du zu Aeyde gekommen?

Die Geschichte von aeyde begann, als die zwei Gründer Luisa Krogmann und Constantin Langholz-Baikousis die Absicht verfolgten einen Frauenschuh zu kreieren, der nicht nur unverwechselbar im Design und Qualität ist, sondern auch durch einen fairen Preis überzeugt. Wir trafen uns daher zunächst durch einen gemeinsamen Bekannten und begannen sofort über das Projekt zu diskutieren, nicht zuletzt um zu sehen, ob wir alle an einem Strang ziehen, die gleichen Ideen und Designabsichten verfolgen... und bevor ich mich versah, war ich schon mitten im Designprozess.

4. Wie sehr unterscheidet sich die Arbeit bei einem großen Label wie Jimmy Choo zu Deiner Arbeit bei Aeyde?

Es gibt tatsächlich zahlreiche Unterschiede! Gewiss ist jedoch, dass mich die vorangegangen Erfahrungen in einem erfolgreichen, großen Unternehmen positiv beeinflusst haben und diese bei dem Aufbau einer kleinen brand natürlich sehr hilfreich sind. Bei Jimmy Choo hatte ich einen der besten Mentoren, den ich mir hätte wünschen können und blicke immer gerne auf all die positiven und lehrreichen Erfahrungen zurück.

Für mich ist aeyde ein großartiges und aufregendes Abenteuer! Jeder Unternehmensbereich birgt unterschiedliche Herausforderungen, die wir aufgrund von sehr engem Teamwork, hoher Flexibilität und Offenheit meistern... und dabei immer viel zu lachen haben.

5. Was macht einen guten Schuh für Dich aus?

Vielseitigkeit. Den perfekten Schuh WILLST du jeden Tag und zu jeder Gelegenheit tragen und dass nicht nur weil er ästhetisch wunderschön ist, sondern vor allem, weil er bequem und zeitlos ist.

Das beste Besispiel ist unser Axl –G aus der neuen n_03 Kollektion. Ein Two-in-One Boot der sich durch ein paar Handgriffe von einem klassischen Schnürschuh zu einem winterlichen Reiterstiefel verwandeln lässt. So legen wir die Entscheidung in die Hände der Trägerin, lassen sie experimentieren und räumen Ihr die Freiheit ein, nach Stimmung und Kreativität je nach Tages- und Abendoutfit, zwischen elegantem Schnürschuh und robusten Reiterstiefel zu wählen.

6. In der aktuellen F/W Kollektion sieht man viele 60iger-Jahre-Anleihen, was waren Deine Haupteinflüsse/ Deine Hauptinspiration?

Tatsächlich werden viele meiner Entwürfe durch die 60iger Jahre beeinflusst. Eine Epoche die zahlreiche Mode-Ikonen hervorbracht hat und durch „Girl-Power“ und „It-Girls“ geprägt wurde. Traditionen wurden gebrochen, widergespiegelt durch die sozial-politischen Veränderungen des Jahrzehntes! Kein Rock war zu kurz, kein Haardutt zu hoch. Genau das schwebt mir vor, wenn ich an die aeyde Frau denke: eine selbstbewusste, offene Persönlichkeit, neugierig und furchtlos. Keine Angst davor sie selbst zu sein, manchmal auch verletzlich, aber vor allem, immer auf der Suche nach MEHR.

Inspiriert von dem Ort, an dem alles begann, reflektiert die dritte Kollektion meine persönliche Wahrnehmung der Stadt Berlin wider – eine Stadt der Gegensätze, eine Muse der Modernität. So jongliert sie zwischen Chaos und akribischer Sorgfalt, alten Ruinen und Innovationen, Hipstern und Inszenierungen, um durch den Mix an Gegensätzen einen starken Charakter zu verzeichnen.

Unbeeindruckt durch die vielen Stimmen, erfindet sie sich ständig neu, so wie unsere n03 Kollektion, die sich an „die Starke und Verletzliche, die Beständige und Anpassungsfähige, die Extrovertierte und Zurückhaltende“ wendet, „all die Frauen, die offen gegenüber Meinungen sind, analog zur der Stadt, die sie anzieht und zu ihren Heels inspiriert“.

7. Die Kollektion setzt ebenfalls auf verschiedene Materialien wie Samt, Metallic- und Rauleder – gibt es ein Material mit dem Du am liebsten arbeitest?

Ich persönlich habe kein Lieblingsmaterial, arbeite gerne vielseitig und experimentiere auf der Suche nach innovativen Zusammenstellungen, anstelle mich auf ein Material zu fokussieren. Eine Sache, die mich jedoch immer wieder begeistert ist das Eigenleben der natürlichen Ledermaterialien - wie es sich im Laufe der Zeit, je nach Abnutzung und Wetter verändert, formt und gestaltet.

8. An welchem prominenten Kleiderschrank würdest du dich gerne bedienen?

Ein gemeinsamer Kleiderschrank des jungen Robert Redford und Twiggy in den 60er Jahren!

9. Was macht der Berliner Stil für Dich aus?

Bei dem „Berliner Look“ geht es in meinen Augen vor allem um eine starke Persönlichkeit, nicht darum was du trägst, sondern vielmehr wie du agierst. Die Menschen in der Stadt machen das Praktikable salonfähig. Schuhe sind dazu da um sich frei zu fühlen, sich ungezwungen zu bewegen, zu tanzen, sich komfortabel zu fühlen! Outfits sind simpel, aber gut durchdacht, werden durch Details abgerundet, die nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind. Die Präzision, die Perfektion und Hingabe wird erst nach genauer Beobachtung sichtbar. Der „Berlin-Style“ für mich: dezent, aber stark und sehr „smart“.

10. Einen Blick in Deinen Schuhschrank: Welche Schuhe trägst Du am liebsten? Hoch oder flach?

Flache Schuhe! Boots im Winter und offene Sandalen im Sommer!

 

Die neue Kollektion ist ab heute online unter aeyde.com erhältlich.