Fashion

Anprobe beim VIP-Label GALVAN: Mit dem It-Girl in der Umkleide

Von Christina am Freitag, 8. April 2016 um 15:06 Uhr

Sie ist der deutsche Street-Style-Star. Aber wo hat denn Veronika Heilbrunner nur immer die tollen Outfits her? Wir wissen es und waren sogar dabei, als Vroni bei Galvan, dem Label der Superstars, in Paris vorbeischaute.

Einmal bei einer Modenschau dabei sein – das wünschen sich viele. Wir hätten da eine andere Idee: Einmal bei einer Showroom-Präsentation dabei sein! Statt zehn Minuten in einem Zelt zu hocken und die Kreationen im Schnelldurchlauf zu sichten, kann man (manchmal sogar ohne Einladung) in feudalen Bauten neue Labels entdecken, mit den Designern quatschen, und manchmal kommt sogar ein Promi vorbei.

Es ist ein sonniger Morgen während der Pariser Modewoche. Die Tür zu einer Hotelsuite fliegt auf, und Veronika Heilbrunner (34) stürmt herein. Die gebürtige Münchnerin hat im vergangenen Jahr das Onlinemagazin „hey woman!“ gegründet und ist mit ihrem speziellen Stil verrückt und tragbar zugleich – eine der meistfotografierten Frauen während der Fashion-Weeks. Ein Street-Style-Star. Heute schaut sie sich die neue Kollektion des Labels Galvan an: „Ich brauche noch ein Kleid für die Valentino-Party morgen.“ Sie streichelt die Seidenkleider und Jumpsuits und greift zielsicher nach einem silber schimmernden Kleid mit Spaghettiträgern. „Unsere DNA ist die Supermodelära der 90er-Jahre“, erzählt Designerin Anna-Christin Haas (36). Es ist selten, dass man alle vier Galvan-Girls zusammen trifft. Anna lebt in Düsseldorf, Sola Harrison in Los Angeles und Katherine Holmgren und Carolyn Hodler in London. „Wir skypen den ganzen Tag, das funktioniert prima“, erklären die Modemacherinnen.

2014 gründen sie ihr Label und nennen es Galvan (von galvanize: jemanden aufrütteln). Alles begann mit einer gewaltigen Portion Fashion- Frust, denn die vier fanden nie ein passendes Partykleid. Sola Harrison (31), ehemaliges Model, verheiratet mit dem Sohn von Ex-Beatle George Harrison und jetzt gemeinsam mit Anna-Christin für den kreativen Part von Galvan verantwortlich, war im Sommer 2013 auf zehn Hochzeiten eingeladen – alle mit dem Dresscode „black tie“, und bei jeder Hochzeit dieselben Leute. „Also: Entweder shoppst du dich in den Ruin, oder du schießt billige Polyesterfummel“, erklärt Katherine, die mit Carolyn, beide 31, den geschäftlichen Part leitet.

Galvan schließt die Marktlücke: Das Quartett macht Mode mit Couture-Anspruch, die selten mehr als 1000 Euro kostet – das ist immer noch teuer, aber vergleichsweise erschwinglich. Der Trick: Statt aufwendige und teure Stickereien und Schmucksteine zu verwenden, legen sie den Fokus auf Stoffe und Schnitte. Und der puristische Look kommt an. Die Kollektionen hängen sofort in den wichtigsten Läden der Welt, und Promis wie Sienna Miller oder Rosie Huntington-Whiteley laufen in den Kreationen über den roten Teppich. „Besonders stolz sind wir auf das Oscarkleid, das wir gerade für Sophie Turner gemacht haben“, erzählt Anna-Christin. Aber auch abseits des Catwalks funktioniert der Look.

Veronika Heilbrunner

 

Veronika hat inzwischen eine Kombi aus Seidenrock und Top an, wirft sich einen Samtmantel über und lacht vergnügt. Sie stylt flache Boots und Wollmütze dazu, und plötzlich wirkt die edle Kombi cool. Als Veronika wenig später in diesem Outfit an Brasserien und Straßenmusikanten vorbeispaziert, schauen die Passanten ihr hinterher, und eine Frau flüstert ihrer Freundin zu: „Look, it’s Vroni!

Wer braucht schon die Einladung zu einer Fashion-Show …

 

Text: Ricarda Landgrebe

Fotos: Dana Press, DDP Images, Intertopics, Bruno Levy/Divergence-Images/StudioX

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