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Beauty-Trend: Mantox - Jetzt hängen auch die Männer an der Nadel

Von GRAZIA am Sonntag, 17. August 2014 um 14:00 Uhr

Glauben Sie etwa, dass Brad Pitt, George Clooney und Johnny Depp von Natur aus so frisch aussehen? Also wir nicht. Wo doch immer mehr Männer zu Botox, Filler & Co. greifen. Übrigens nicht nur in Hollywood...

Graue Schläfen und ein paar Krähenfüsse? Das kann durchaus sexy sein! Zumindest, wenn es aussieht wie bei George Clooney. Tränensäcke, Schlupflider und ausgeprägte Zornesfalten allerdings findet wohl niemand wirklich schön - und immer mehr tun auch was dagegen.

Laut aktueller Statistik der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) sind 17,1 Prozent der Patienten in den deutschen Schönheitskliniken inzwischen männlich. Ein deutlicher Anstieg. „Vor zehn Jahren waren Männer höchstens mal die Begleitung ihrer Frau. Mittlerweile kommen sie regelmäßig, um sich selbst behandeln zu lassen“, sagt Dr. Jan Nebendahl, Leiter des Zentrums für Ästhetische Dermatologie, Plastische Chirurgie und Lasermedizin am Dermatologikum Hamburg.

„Männer haben sich da emanzipiert“ 

„Früher hat man sich das nicht so schnell getraut. Männer haben sich da emanzipiert, sie sind selbstbewusster geworden.“ Klar, in Zeiten, in denen A-Promis wie Tom Ford und Jürgen Klopp offen zugeben, dass sie etwas machen lassen, hat sich auch für ganz „normale“ Typen einiges geändert. „Botulinum ist mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, bestätigt Dr. Boris Sommer, Vorsitzender der deutschen Gesellschaft für Botulinumtoxin.

„Früher reichte es, wenn ein älterer Mann dick und faltig war, aber einen Maserati fuhr. Heute kann allein mit Statussymbolen niemand mehr beeindrucken, deswegen möchten auch Männer im Alter attraktiv bleiben.“ Dass nun auch die Männer Stammkunde beim Schönheitschirurgen sind, ist ein Trend, der in den USA und Großbritannien bereits als „Brotox“ (von „brother“ und „Botox“) oder „Mantox“ (von „man“ und „Botox“) bezeichnet wird. 

Schönheitstrend: Brotox

Das Prinzip Verschönerung läuft bei männlichen Patienten allerdings anders als bei weiblichen. „Männer wollen in der Regel nicht unbedingt jünger aussehen. Sie wollen kein glatt gebügeltes Gesicht. Man darf die Spuren des Lebens ruhig sehen“, erklärt Dr. Nebendahl. „Deswegen lassen sie eher etwas an den Augen und der Stirn machen: Häufig wünschen sich Männer einen Eingriff an den Schlupflidern, eine Milderung der Zornesfalten oder der Krähenfüße.“

Männer brauchen zwar in der Regel eine höhere Dosierung Botox, weil sie größere Muskeln haben. Trotzdem lautet der Trick: unterbehandeln! In der Stirnregion wenden Ärzte bei männlichen Patienten deswegen häufig nur sogenanntes Mikro-Botox an. Die Verschönerung soll nur minimal sein, eine gemilderte Stirnfalte, die das Gesicht freundlicher und offener aussehen lassen, nicht jünger. Gesellschaftlich gilt (leider!) eben immer noch: Fältchen und graue Haare dürfen bei Männern durchaus sein, bei Frauen nicht!

Tom Cruise, Brad Pitt und George Clooney sind hervorragende Beispiele dafür, wie man mithilfe eines guten Arztes „sanft“ altern kann – ohne behandelt auszusehen. Nämlich so, dass sie nur einen Tick energiegeladener und dynamischer wirken, ausgeschlafen, sehr fit und gut gelaunt. Meistens gelingt das durch eine fein abgestimmte Mischung aus Hyaluron, Botox und Laser. Am Schluss ist das beste Ergebnis immer noch das, das man nicht sieht.

George Clooney lässt sich die Tränensäcke entfernen

Brad Pitt zum Beispiel hat sich in den vergangenen zehn Jahren kaum verändert, obwohl er mittlerweile 50 ist. Woran das genau liegt, kann der Laie nur schwer erkennen. Aber es ist ein offenes Geheimnis, dass Angelinas Liebster gegen die Aknenarben und Falten Laser, Filler und Botox einsetzt. George Clooney hat selbst schon vor einiger Zeit zugegeben, dass er sich die Tränensäcke hat entfernen lassen. Und bei Tom Cruise muss man wirklich kein plastischer Chirurg sein, um zu erkennen, dass ein nicht unerheblicher Teil seines Vermögens regelmäßig in die ein oder andere Spritze investiert wird.

In Großbritannien konnte man sogar einen richtigen Botox-Hype bei Männern erkennen, nachdem öffentlich wurde, dass Simon Cowell (Musikproduzent und Erfinder von „X Factor“) regelmäßig seinen Arzt besucht, um besser auszusehen. Designer Tom Ford dagegen hat jüngst öffentlich zugegeben, dass er beschlossen hat, nicht mehr zu botoxen, seitdem er Vater ist. Er wolle jetzt ganz normal altern und habe auch keine Zeit mehr für die regelmäßigen Besuche in der Praxis. Ford ist 52 - und bestätigt damit auch die Erfahrungen der Ärzte.

„Viele wollen in dieser Zeit ihr Leben ändern"

„Die meisten Männer, die zu uns kommen, sind zwischen Mitte 40 und 50“, erklärt Experte Dr. Nebendahl. „Viele wollen in dieser Zeit ihr Leben ändern, noch mal beruflich oder privat neu starten.“ Anfangen sollte man allerdings laut Experten am besten schon, bevor sich das erste Fältchen in die Stirn tief eingegraben hat. „Je früher, desto besser. Es kommt natürlich auf den einzelnen Patienten an, aber in der Regel ist das beste Alter für die erste Behandlung Anfang 30“, sagt Dr. Boris Sommer.

 

 

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