Beauty

Ab welchem Alter darf man sich die Haare färben

Von Jenny am Freitag, 31. Mai 2019 um 10:57 Uhr

Diese Frage zu stellen mag für einige sicher seltsam erscheinen, doch sie ist nicht weit hergeholt. Seit dem Jahr 2011 gibt es in Deutschland eine Kosmetik-Verordnung, die dieses Thema vorschreibt. Seitdem müssen sich auch Friseure daran halten. Ging es vor 2011 noch problemlos, dass prinzipiell jeder seine Haare färben durfte und auch Friseure jedem die Haare bunt machen konnten, geht das plötzlich nicht mehr.

Bei Gelbe Seiten Friseure in der Nähe finden ist also die eine Sache. Die andere Sache ist zu wissen, dass erst ab 16 Jahren die Haare gefärbt werden dürfen. Wer also hofft mit 15 einen Friseur in der Nähe zu finden, der aus blond grün oder aus kastanienbraun wasserstoffblond macht, hat Pech gehabt. 

Was die Kosmetik-Verordnung besagt

Diese Verordnung verpflichtet sämtliche Produzenten und Hersteller, die Haarfärbemittel produzieren, dass ein Warnhinweis angebracht wird. Dieser hat die Aufgabe Jugendliche unter 16 Jahren davon abzuhalten, sich die Haare zu färben. Das betrifft in erster Linie Produzenten von Oxidationshaarfärbemitteln und Semioxidationsmitteln, also sogenannten Tönungen.

Auch wer direktziehende Farben herstellt muss auf das Allergierisiko hinweisen. Damit ist gemeint, dass Haarfärbemittel sehr schwere Allergiereaktionen auslösen können. Jugendliche unter 16 Jahren dürfen das Mittel daher nicht verwenden.

Was müssen Friseure beachten?

Die Kosmetik-Verordnung ist kein Gesetz. Das heißt, dass Friseure in der Theorie Haare auch bei unter 16-jährigen färben dürften. Die Praxis sieht jedoch ein wenig anders aus. Der ZDFH, der Zentralverband des Friseurhandwerks, empfiehlt allen Friseuren, diesen Hinweis ernst zu nehmen. Hierbei geht es um Haftungsfragen.

Er nahm dazu Stellung und empfahl, dass Friseure die Haare mit entsprechenden Färbemitteln ausschließlich mit Zustimmung der Eltern oder der Erziehungsberechtigten färben sollten. So vermeiden sie spätere Haftungsansprüche, wenn tatsächlich etwas passiert. Eine grundsätzlich gute Idee ist es jedoch nicht.

Im Sinne des Kinderschutzes sollten auch Friseure beratend zur Seite stehen und im Zweifelsfall lieber davon abraten die Haare zu färben. Die langfristigen Konsequenzen könnten für beide Seiten viel drastischer ausfallen als kurzfristiger Umsatzverlust.

In jedem Fall sollten sich Friseure eine schriftliche Einwilligung geben lassen. Mündliche Absprachen zählen nicht. Diese Schriftform muss idealerweise auch den exakten Warnhinweis des jeweiligen Produktes beinhalten.

Selbst wenn daraus ein Schriftmonster wird, ist es immer noch besser, als wenn der Friseur im Nachhinein auf Grund mangelnder Vertragsausgestaltung in Regress genommen wird. Ist das Alter des Jugendlichen nicht klar, muss dies geprüft werden. Im Zweifel sollte sich der Friseur weigern die Färbung durchzuführen.

Was müssen Auszubildende Friseure beachten?

Auszubildende, die noch keine 16 Jahren alt sind, und dennoch mit Haarfärbemitteln umgehen sollen, haben natürlich in der Konsequenz dasselbe Allergieproblem, wie die Kunden. Insofern dürfen sie zwar Haare färben, Schutzmaßnahmen sind jedoch zu ergreifen. Diese gelten grundsätzlich für alle Mitarbeiter in einem Friseursalon, müssen bei Auszubildenden jedoch hundertprozentig überwacht und eingehalten werden.

Ganz konkret heißt das, dass beim Anmischen, Auftragen und Ausspülen der Haare unbedingt Schutzhandschuhe getragen werden müssen. Auch das Einatmen der Dämpfe ist auf Dauer schädlich, so dass idealerweise auch ein Mundschutz getragen wird.

Während Kunden den Dämpfen nur sehr selten ausgesetzt sind, ist das bei einem Friseur oder einem Azubi in diesem Bereich etwas anderes. Hier sind die Dämpfe tagtäglich vorhanden. Genauso verhält es sich mit dem Hautkontakt zum jeweiligen Haarfärbemittel.

Zusammenfassung rund ums Haare färben

Auch wenn es kein Gesetz ist, sollten Personen unter 16 Jahren keine Haare färben. Friseure sollten das im Zweifel nicht tun. Azubis unter 16 sollten idealerweise auch nicht mit den Färben der Haare beauftragt werden. Wenn doch, dann nur mit umfangreichen Schutzmaßnahmen.

Kommt es doch vor, dass Jugendlichen unter 16 die Haare gefärbt werden, dann sollte dies ausschließlich mit schriftlichem Einverständnis der Eltern oder der Erziehungsberechtigten erfolgen. Andernfalls drohen im schlimmsten Fall Haftungsansprüche gegen den Friseur, wenn es tatsächlich zu allergischen Reaktionen kommt.