Beauty

Beauty-Interview: 10 Jahre Susanne Kaufmann

Von Mirjana am Mittwoch, 22. Januar 2014 um 18:11 Uhr

Susanne Kaufmann im Talk über Beauty, Spa, Detox und Stars in ihrem Hotel Post.

„Ahh mit der Susanne habens ein Interview, die kennt man hier“ schwärmt der Taxifahrer. Susanne Kaufmann hat mit ihrer eigenen Kosmetiklinie ein Stück Vorarlberg in die Welt hinausgetragen. Ihre puristische Linie steht mittlerweile in Hotels und Spas in New York, Mexiko und Berlin. Wir haben uns die 10-jährige Erfolgsgeschichte der blonden Power-Frau mal genauer angesehen und sie in ihrem Hotel Post in Bezau getroffen. Sie selbst ist immer noch überrascht von dem Erfolg: „Es war nicht darauf angelegt. Ich wollte eigentlich nur eine Eigenlinie für unser Hotel haben, um uns zu differenzieren und dann kamen auf einmal die ersten Anfragen. Da habe ich geschluckt und gesagt, das muss ich mir erst mal überlegen.“ Das hat sie getan und heute kann man weltweit in 99 Läden ihre Öle, Salze und Cremes kaufen.

 

Achtung, nach diesem Interview möchte man unbedingt ein Produkt der Naturkosmetik besitzen – ich spreche aus Erfahrung, was ist schon Geld, wenn man sich sein eigenes Spa nach Hause holen kann. Susanne (43 – sieht man ihr natürlich nicht an) trinkt einen Cappuccino, ich einen Detox-Morgen-Tee. Hier gibt’s den kompletten Beauty-Talk:

 

 

Wie hat das damals vor 10 Jahren mit den „Susanne Kaufmann organics treats“ begonnen?

Ich spielte schon lange mit dem Gedanken, im Hotel eine heimische Kosmetiklinie mit Kräutern zu machen. Ich wollte genau wie in der Küche mit regionalen Produkten aus dem Bregenzerwald arbeiten, um auch im Spa authentisch zu sein. Die Eigenlinie sollte natürlich sein und vor allem wirkungsvoll. Damals war Naturkosmetik, die auch Wirkung zeigte noch nicht so verbreitet. Ich wollte was richtig Schickes.

 

Anfangs, hat das mit der Wirkung ja noch nicht so gut geklappt. Deine Masken, mit denen Du rumexpirimentiert hast sind nichts geworden. Wie habt Ihr dann weitergemacht?

Ich habe glücklicherweise Ingo Metzler kennengelernt. Der machte schon länger seine Molkekosmetik. Also sind wir zu ihm hin und haben gesagt: „Du Ingo wir hätten auch gerne eine Naturkosmetik, möchtest Du das für unseren Spa machen?“ Er sagte zu und los ging es.

 

Ist die Linie 100 Prozent natürlich?

Wir haben nur synthetische Düfte drin, ansonsten ist die Linie absolut natürlich.

 

Warum sind die Düfte synthetisch. Kann man diese nicht auch natürlich herstellen?

Ja, aber da hat man oft das Problem der Allergieanfälligkeit, da die Aromaöle sehr konzentriert sind. Das war eine Entscheidung, die wir treffen mussten. Sonst verwenden wir keine chemischen Konservierungsmittel, Emulgatoren und Farbzusätze.

 

Deine Produkte und Verpackungen sind klar, puristisch und stehen mittlerweile nicht nur im Hotel Post, sondern auch in urbanen Badezimmern in New York und Tokio. Wie kam es vor zehn Jahren zu dieser modernen Ästhetik?

Mir war wichtig das die Produkte nicht nur wirkungsvoll und natürlich sind, sondern dass sie auch im Bad gut ausschauen. Man will ja nicht immer wenn Gäste kommen alles in den Schrank kramen. Mein Bruder ist Architekt und er hat gemeinsam mit einem Designer aus Schweden zusammen die Verpackung entwickelt. Ich wollte unbedingt Glasflaschen und schöne Etiketten.

 

 

Du lässt Deine Produkte immer noch bei Ingo Metzler im Bregenzerwald herstellen. Hast Du schon mal darüber nachgedacht Deine Produktion in billigere Länder zu verlegen?

Nein, für mich ist es ganz wichtig, dass die Herstellung im Bregenzerwald erfolgt. Das teuerste ist das Verpacken - alles wird bei uns in Handarbeit verpackt. Das ist zwar teurer, lohnt sich aber. Der Kunde muss dann natürlich mehr für die Qualität, die im Produkt landet zahlen. Dafür geben andere wahrscheinlich mehr Geld für Werbemaßnahmen aus.

 

Die Nachfrage steigt. Wie werdet Ihr den Anfragen gerecht?

Wir machen alles Step by Step. Es muss ein qualitatives Wachstum sein. Wir steigern uns von Jahr zu Jahr. Wenn ein neuer Markt hinzukommt, haben wir circa ein Jahr um uns darauf einzustellen.

 

Musst Du Dich manchmal kneifen? Nicht jeder schüttelt eine erfolgreiche Kosmetiklinie aus dem Ärmel.

Ja, das war schon überraschend. Es kamen richtig gute Läden auf uns zu. Das war schön mitzuerleben. Es macht Spaß zu sehen, dass das Konzept aufgeht. Wir sind mit 24 Produkten gestartet und haben mittlerweile über 60.

 

Was kommt als Nächstes raus – schon etwas in Planung?

Oh, jetzt kommt was ganz tolles Anti-Aging-mäßiges raus – mehr verrate ich noch nicht.

 

Wie läuft das denn überhaupt mit einer Neu-Lancierung ab?

Es beginnt damit, dass wir einen Bedarf erkennen, oft durch das Feedback der Kunden im Spa. Dann treffen wir uns mit dem Seppel unserm Entwickler. Wir überlegen uns gemeinsam den Rohstoff. Die Rezeptur wird auf die Philosophie geprüft, dann kommt das erste Muster und der Selbsttest beginnt. Es gibt Produkte, die sofort top sind, andere müssen drei oder vier Mal verbessert werden. Zum Schluss muss man offizielle Prüfungen machen lassen und die Kosmetik für den Handel anmelden.

 

Deine Lieblingsprodukte?

Ohne die Augencreme A gehe ich gar nicht mehr aus dem Haus. Ich verwende nur unsere Produkte.

 

 

Was nimmt Dich mehr in Anspruch? Hotel oder Kosmetik?

Dieses Jahr das Hotel im Nächsten die Kosmetik.

 

Hast Du das Gefühl einen Bereich nicht immer gerecht zu werden?

Das passiert schon manchmal. Ich habe ja auch noch eine Familie und zwei Kinder. Es gibt diese Phasen, wo einem alles zu viel wird und man denkt, was mache ich eigentlich richtig? Aber im Großen und Ganzen geht es sich sehr gut auf.

 

10 Jahre im Rückblick. Was sind Deine Highlights?

Mein absolutes Highlight waren riesige Plakate von uns in einer Hongkonger Shoppingmal. Ich dachte nur: Ist das jetzt Wirklichkeit oder träume ich das gerade. 30 chinesische Kosmetikerinnen hörten süß grinsend unserm Vortrag zu.

 

Wen hättest Du gerne mal als Gast im Hotel?

Tilda Swinton, die ist eine richtig gute Frau.

 

Deine Visionen für die nächsten 10 Jahre?

Wir arbeiten weiter an der Qualität und der Ganzheitlichkeit. Ich glaube, dass Anti Aging, das Thema der nächsten Jahre werden wird. Gesund und schön altern ist die größte Herausforderung. Die Chinesen arbeiten präventiv, sie behandeln nicht erst, wenn es zu spät ist. Ich möchte diese Philosophie mit meinen Produkten widerspiegeln.

 

5-Tipps um das Susanne Kaufmann Spafeeling nach Hause zu holen:

Für einen richtig schönen Spa-Abend zu Hause nehme ich aus unserer Linie: Abendtee, Maske, Basensalz und Fußcreme. Ich würde ein Ganzkörperpeeling machen. Ein Basenbad, um uns kopflastige Mal runterzuholen.

 

Detox & Spa

Wir haben das Detox-Programm von Susanne Kaufmann ausprobiert und waren positiv überrascht. Nach nur drei Tagen hatten wir mehr Energie, einen flacheren Bauch und waren trotzdem satt. Das Programm beginnt mit Diagnosen und Therapieplänen. Besondere Schwerpunkte sind aktiver Stressabbau, gesunder Schlaf, Schmerzlinderung, Gewichtsregulierung, Detox und Anti-Aging. Gehungert wird nicht, stattdessen gibt es drei Mal am Tag Reisgongee (sechs Stunden gekochter Reis) und Gemüsebrühe. Das wirkt super entschlackend und tut richtig gut. Eine Detox-Kur gibt es ab 525 €. Hier finden Sie die Bilder zum Programm & zur Manufakturbesichtigung bei Ingo Metzler. Unbedingt reinklicken!

 

Hier finden Sie die Bilder zum Interview und aus der Maufaktur Metzler.

 

Adresse: Hotel Post, Brugg 35 6870 Bezau, T: +43 (0) 55 14 / 22 07-0/ Mail: office@hotelpostbezau.com

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