Beauty

Beauty-Interview: heiße Make Up Insights bei Calvin Klein

Von Susan am Dienstag, 1. Oktober 2013 um 17:31 Uhr

CK-One-Colour-Expertin Jodie Boland versorgte uns kurz vor der Calvin-Klein-Show in New York mit jeder Menge Insiderwissen.

In New York hat uns Beauty-Guru Jodie Boland verraten, ohne was sie Backstage völlig aufgeschmissen wäre und welche Beauty-Faux-Pas ihr schon untergekommen sind.

Was werden die Highlights der nächsten Saisons?

Orange ist definitiv das neue Rot! Generell sind knallige Töne, ich nenne sie Popsy-Farben, total angesagt, auch Kirsch- und Beerentöne, dann aber nur aufgetupft.

Noch etwas?

Ein großartiger Teint. Schöne Haut ist das absolute A und O. Ich meine, jeder will doch gesund und frisch aussehen. Selbst wenn die Lippen oder die Augen richtig stark geschminkt werden, beginnt alles mit einem tollen Teint. Dafür ein bisschen Bronzer und etwas Highlighter benutzen, um Details hervorzuheben. Und ich sage Ihnen, einen tollen Nude-Look zu schminken ist das Schwierigste.

Ohne was wären Sie denn Backstage total aufgeschmissen?

Ganz klar: ohne Pinsel und meine Finger! Die Pinsel benutze ich, um Foundation, Bronzer oder Rouge aufzutragen und die Lippe auszumalen. Und mit den Fingern perfektioniere ich dann das Werk. Ich muss die Haut spüren. Für mich hat das auch etwas von Artwork, wenn man konturiert und Farben einarbeitet.

Apropos Farbe, welcher Ton ist noch hot? Und was geht gar nicht?

Blau ist einfach amazing! Und meine Antwort zum zweiten Teil der Frage: Ich bin wirklich der Überzeugung, dass es keine No-go-Farbe gibt. Ich kenne Leute, die rotem Lidschatten total skeptisch gegenüberstanden. Aber selbst der funktioniert. Mit einem Eyeliner kombiniert sehen rote Lider toll aus. Man muss nur wissen, wie man die Farbe in Szene setzt.

Also gibt es keine Beautyfallen?

Doch! Fast weggezupfte Augenbrauen! Die machen mich verrückt. Bitte nicht falsch verstehen, schmalere Augenbrauen sind okay, wenn sie hübsch zurechtgezupft sind. Aber so clownartig nachgezeichnet dürfen sie auf keinen Fall sein. Wenn ich das auf der Straße oder im Restaurant sehe, würde ich am liebsten hingehen und sagen: Ach, bitte, lassen Sie mich Ihnen doch helfen!

Fällt Ihnen noch ein weiterer Beauty-Faux-Pas ein?

Wenn Frauen den falschen Foundation-Ton für ihre Haut benutzen. Man muss sie immer auf dem Dekolleté und auf der Oberseite des Unterarms ausprobieren. Dort ist der Hautton dem im Gesicht nämlich am ähnlichsten.

Ich fürchte, das waren noch nicht alle, richtig?

Richtig, mir fällt auch noch ein dritter Fehler ein: zu heller Concealer. Viele denken, der Concealer muss etwas heller als die Foundation sein. Das ist Quatsch! Dann sehen Sie unter den Augen schnell grau aus. Der Concealer muss genau den gleichen Farbton wie die Foundation und das Puder haben. Punkt.

Was ist mit Lipliner, man sieht ja noch sehr oft, dass einer verwendet wird, der wesentlich dunkler als der Lippenstift ist…

Das ist natürlich absolut nicht ideal. Aber generell ist Lipliner schon eine gute Sache. Er hilft, dass die Farbe nicht ausläuft und lässt alles sauberer wirken. Der Trick ist, die gesamte Lippe damit auszumalen und zwar zuallererst und erst dann einen Lippenstift darüberzugeben.

Was war denn die größte Herausforderung, die Sie mal schminktechnisch hatten?

Oh ich Liebe diese Frage! Also, eine richtig schlechte Haut so hinzubekommen, dass sie schön und ebenmäßig aussieht, ist echt schwer. Man darf nicht zu viel Make-Up draufknallen, sonst wird das mit dem Retuschieren später am Computer problematisch. Unnatürliche Teints zu schminken, ist immer eine Challenge für mich. Einmal musste ich sogar Gesichter ganz orange schminken. Da hieß die Anweisung sogar: „Vergiss das Gesicht, mach´es einfach orange!“. Das war hart. Tattoos so aufzuschminken, dass sie richtig echt aussehen ist auch immer eine Herausforderung. Aber auch eine, die viel Spass macht.

Man will ja Backstage auch nicht immer wieder den gleichen Look schminken - woher holen Sie sich neue Inspirationen?

Von einfach allem. Schauen Sie doch nur mal aus dem Fenster (Anmerkung von GRAZIA: wir sitzen im 16. Stock eines Hotels im New Yorker Stadtteil Soho), die Architektur um uns herum ist einfach inspirierend. Und ich liebe Blumen, treibe mich ständig auf Blumenmärkten rum, sehe dort unglaublich satte Farben. Fühlen Sie doch nur mal das Blatt einer Rose – das hat eine wahnsinnig samtige Textur. Und ich wohne im New Yorker Stadtteil Wilhelmsburg, da rennen so viele tolle Leute mit unglaublichen Looks rum. Für Inspiration muss man einfach nur vor die Haustür treten.