Haare in 5 Sekunden gestylt: Star-Stylist Kevin Jacotot verrät seinen Profi-Trick

Er bringt Models in fünf Minuten auf den Laufsteg, übersetzt die Visionen von Weinsanto und Pressiat in Frisuren – und hat eine klare Meinung zu Haar-Regeln, die längst überholt sind. Wir haben mit Hairstylist Kevin Jacotot über Backstage-Chaos, French Girl Hair und den Mut zur Veränderung gesprochen.

Haare in 5 Sekunden gestylt: Star-Stylist Kevin Jacotot verrät seinen Profi-Trick
Bei der Pariser Fashion Week war Kevin Jacotot verantwortlich für die Hairstyles bei Weinsanto und Pressiat.

Wenn bei den Fashion Weeks die Shows laufen, wird hinter den Kulissen vor allem eines knapp: Zeit. Denn während draußen das Publikum Platz nimmt, sitzen backstage die Models in langen Reihen vor den Spiegeln, umringt von Hairstylisten und Make-up-Artists. Jeder Handgriff muss sitzen, jede Minute ist verplant.

Kevin Jacotot, L'Oréal Professionnel Global Creative Contributor, kennt diesen Ausnahmezustand genau. Er arbeitet dort, wo Frisuren in wenigen Minuten entstehen und trotzdem makellos aussehen müssen. Genau diese Erfahrung prägt auch seinen Blick auf unseren Alltag: Ein Look muss nicht kompliziert sein, um besonders zu wirken. Oft reicht die richtige Technik.

Genau die verrät er uns – angefangen bei einem Trick für alle, deren Morgen sich manchmal so hektisch anfühlt wie der Backstage-Bereich kurz vor Showbeginn.

Der Laufsteg-Trick für 7 Uhr morgens

Und dafür braucht er nicht mehr als eine Bürste und ein einziges Produkt. Jacotot gibt etwas Volumen-Mousse – am liebsten die “Extra Volume Mousse” von L’Oréal Professionnel – nicht ins Haar, sondern direkt auf eine Paddle-Bürste und streicht die Längen damit zu einem hohen Pferdeschwanz oder einem tiefen Knoten zurück. “Das dauert fünf Sekunden, und das Ergebnis ist glatt und glänzend”, verrät er im Interview mit grazia-magazin.de. Poliert, gewollt, laufstegtauglich – und fertig, bevor der erste Kaffee durchgelaufen ist.

Zwischen Designer-Vision und eigenem Stil

So schnell es morgens gehen darf, so viel Vorarbeit steckt hingegen hinter einer Show. Weinsanto und Pressiat etwa haben zwei völlig unterschiedliche Handschriften. Um beiden gerecht zu werden, setzt sich Jacotot mit den Designern zusammen, taucht in die DNA der Kollektion ein, studiert die Moodboards und beobachtet, wie die Looks entstehen. “Dabei verschmelzen unsere Ideen ganz von selbst.”

Frauen, die ihren eigenen Stil über ihr Haar ausdrücken möchten, rät er zu einem ähnlichen Blick auf das, was schon da ist: “Nehmt eure natürliche Haarstruktur an – und habt keine Angst, etwas zu wagen”, sagt er.

Printed Hair: Vom Laufsteg auf die Straße

Gewagt ist auch der Trend, den er für diese Saison kommen sieht: “Printed Hair”, also Haar, in das mit Schablonen Muster gezeichnet werden. Jacotot ist überzeugt, dass der Look bald auch auf der Straße zu sehen sein wird. Und er stellt dabei gleich die Frage, die die Modewelt seit Langem beschäftigt: Inspiriert die Straße den Laufsteg – oder der Laufsteg die Straße? Man darf auf jeden Fall gespannt sein!

French Girl Hair vs. deutsche Frauen

Und um einen weiteren Begriff kommt man im Gespräch mit Kevin kaum herum: “French Girl Hair”. Nicht nur, wenn die Models in der französischen Metropole über den Laufsteg laufen, auch an allen anderen Tagen im Jahr sind die Französinnen dank ihrer Nonchalance DAS Vorbild in Sachen Stil. Reines Marketing ist das für Jacotot allerdings nicht. “Es geht um bewusste Lässigkeit”, sagt er – um einen Look, der nach “I woke up like this” aussieht, in Wahrheit aber sorgfältig gestaltet ist.

Deutsche Frauen erlebt er da anders. Sie nehmen sich morgens mehr Zeit für ihr Styling und trauen sich häufiger an verspielte Frisuren. Ein Kompliment, das man gerne annimmt.

Der unterschätzte Held – und der häufigste Fehler

Und was bei unserem Styling nicht fehlen sollte, verrät ein Blick in seinen Styling-Koffer. Der unterschätzte Held darin ist für ihn das Elnett Haarspray von L’Oréal Professionnel, ein absolutes Must-have. Und das darf gerne großzügig verwendet werden. Den häufigsten Fehler beim Styling zu Hause sieht er nämlich nicht im Zuviel, sondern im Zuwenig: Viele Frauen verwenden schlicht nicht genug Produkt, um ihren Look aufzubauen und ihm Halt zu geben.

Weniger ist mehr, ist in Sachen Haarspray also Quatsch, genauso wie das Vorurteil, Frauen ab 40 sollten keine langen Haare mehr tragen oder dass graue Haare gefärbt werden müssen, weil sie angeblich alt machen, so Jacotot im GRAZIA-Interview. Stattdessen macht er im Gespräch noch mal deutlich, worauf es wirklich ankommt: die eigene Struktur annehmen, sich etwas trauen und Haare so tragen, wie es sich richtig anfühlt – nicht so, wie es irgendeine Regel vorschreibt.

Ein Look für Stefanie Giesinger

Und welchen Look würde er gern einmal an L’Oréal Professionnel Testimonial Stefanie Giesinger ausprobieren – einen, an den sie sich allein vermutlich nicht herantrauen würde? Jacotot muss nicht lange überlegen: einen kurzen, mutigen Pixie Cut, “genau wie bei Zendaya!” Wir sind gespannt, ob der Profi diesen Wunsch vielleicht irgendwann mal in die tat umsetzen kann – stehen würde es dem Model definitiv!

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