Beauty

Interview: Beauty-Talk mit Alicia Keys

Von GRAZIA am Sonntag, 7. September 2014 um 15:01 Uhr

Ihre Social-Media-Skrupel, ihre Shopping-Phobie, der Neid auf ihre beste Freundin – im GRAZIA-Interview hat uns Alicia Keys mit einer ganzen Reihe Geständnissen überrascht, aber auch den weltbesten Beauty-Trick verraten. Kleiner Tipp: Es hat etwas mit Babys zu tun …

Alicia Keys (33) spricht, als würde sie singen. Fast groovig klingt es, wenn der US-Soulstar von der Power der Social Networks schwärmt – und gleich danach seine Bedenken äußert. Von uns bekommt die 33-Jährige aber ein dickes „Like“! Nicht nur wegen der 30 Millionen verkauften Alben oder weil sie schon 14 Grammys abgestaubt hat. Sondern weil sie auch Tage kennt, an denen nur Oversize geht. Weil sie auch mal schlechte Haut hat – und trotzdem den schönsten Glow der Welt. Und weil ihr Lächeln in der Kampagne von Givenchys neuem Duft „Dahlia Divin“ einfach hitverdächtig ist.

Es gibt kaum schwarze Frauen, die international für Beauty-Produkte werben. Sind Sie stolz auf den Job?

Die Welt sollte endlich im Jetzt ankommen. Es gibt nicht nur ein Schönheitsideal. Natürlich fühle ich mich geschmeichelt, aber eigentlich ist es doch traurig, dass es immer noch was Besonderes ist.

Haben Sie sich je gefragt: „Warum bin ich so berühmt geworden?“

Nein, jeder verdient Großartiges. Wir sollten lernen, Dinge anzunehmen, denn dadurch werden noch mehr großartige Dinge kommen.

Und wenn mal etwas Schlimmes passiert – wie gehen Sie damit um?

Ich versuche, es aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Wir sollten aufhören, Dinge zu etikettieren: Das ist gut, das ist schlecht. Gerade aus sehr schwierigen Situationen kann man viel lernen.

Das klingt sehr bodenständig.

So bin ich erzogen. In Manhattan sieht man alle Hautfarben, Religionen, Lebensumstände. Heute sind es meine Freunde, die mich erden. Ich hab nicht viele, dafür sehr gute. Die holen mich auf den Boden der Tatsachen zurück, sollte ich mal hyperventilieren. (lacht)

Wenn Sie sich drei Mode- und Beauty-Träume erfüllen könnten, was würden Sie sich wünschen?

Eine endlose Auswahl an Klamotten – ich liebe Oversize –, die sich wie von selbst in meinen Schrank hängen, sodass ich nie mehr einkaufen gehen muss! Ich hasse shoppen! Die Outfits hüpfen direkt vom Bügel an meinen Körper, ich muss nie mehr darüber nachdenken, was ich anziehen soll. Und als Letztes wünsche ich mir noch einen perfekten Teint, ganz ohne Make-up!

Gibt es jemanden, den Sie beneiden?

Ich bin grundsätzlich kein neidischer Mensch, aber in einem Punkt beneide ich meine beste Freundin. Ihre Haut ist makellos: keine Pickel, keine Rötung, gar nichts – einfach unvorstellbar!

Reagiert Ihre Haut auf Make-up?

Als ich mit 20 anfing, auf Tour zu gehen, war es der reinste Horror! Ich hatte einfach das falsche Make-up, es verstopfte jede Pore. Erst durch die Schwangerschaft wurde meine Haut wieder besser. Danke, mein Schatz!

Der beste Beauty-Tipp aller Zeiten?

(verstellt die Stimme wie eine Kräuterhexe) Mein Geheimnis ist eine Mixtur aus Olivenöl, Eiweiß, Kreide und Wodka – trinkt das! Interessanter Cocktail! Oh nein, trinkt das bloß nicht!!! (lacht sich kaputt) Versucht lieber, unbeschwert gluücklich zu sein. Glück macht schön.

Wie wird man glücklich?

Indem man Dinge ausprobiert. Ich habe einen Kochkurs gemacht, ich hasste es. Ich habe Yoga probiert, ich hasste es noch mehr. Ich habe angefangen zu meditieren – und liebte es! Der Anfang vom Glück ist, auf sich selbst zu achten.

Ihre Karriere begann vor dem Social- Media-Boom – wie hat sich die Kommunikation mit den Fans durch Facebook, Twitter und Instagram verändert?

Sie ist direkter geworden. Was Menschen wie Nina Simone oder Malcolm X hätten bewegen können, wenn sie diesen direkten Zugang zu ihren Anhängern gehabt hätten, unvorstellbar!

Haben Sie keine Angst, Ihre Privatsphäre zu verlieren?

Na ja, ich poste ja nun nicht direkt aus meinem Badezimmer.

Fühlen Sie sich manchmal unter Druck gesetzt, gut auszusehen?

Oh ja, der Druck ist enorm! Gerade durch die Social Media wird man so angreifbar. Da geht es nur noch um „Likes“ oder „Don’t-likes“. Wir alle wollen geliket werden, das liegt nun mal in unserer Natur. Es zu ignorieren gelingt mir auch nicht immer. Ich versuche mir aber zu sagen: Wenn ich mich so mag, was interessiert es dann die anderen?

Ihr Rat an junge Frauen?

Erinnert euch stets daran, wie einzigartig ihr seid. Vergesst nie, was ihr der Welt zu bieten habt. Ihr seid stark und mutig, erlaubt niemandem, euch einzureden, ihr wärt es nicht! Es gibt jemanden, der das nicht so sieht? Bedauert ihn.

Interview: Bettina Brenn