Beauty

Ist wirklich alles sonnenklar?

Von GRAZIA am Samstag, 26. Juli 2014 um 12:00 Uhr
Ja, ja, immer schön eincremen, das wissen Sie. Aber welche Rollen spielen Salat oder Lakritze beim Lichtschutz? Und welche Sonnenfilter sind gar, oh Schreck, gefährlich? Zeit für ein UV-Update. Wir erklären Ihnen, worauf Sie in jedem Fall achten sollten!

Alle 2 Stunden nachcremen!

Oder raus aus der Sonne! Denn die meisten chemischen UV-Filter sind nach zwei Stunden so sehr in die Haut eingezogen, dass ihre Schutzfunktion stark abnimmt. Und in Verbindung mit UV-Strahlen, die jetzt leichtes Spiel haben, können sie dann sogar mehr Schaden anrichten (sprich Kollagen abbauen, freie Radikale auf den Plan rufen), als wenn gar nicht gecremt wurde. Das behauptet jedenfalls US-Wissenschaftlerin Kerry Hanson von der University of California. Heißt jetzt aber nicht, dass Sie ungeschützt Sonne tanken sollten!

 

Da haben Sie den Homosalat!

Nein, für "Homosalate“ braucht man kein Dressing. Es ist die Bezeichnung für die in Öl löslichen chemischen UV-B-Filter, die meist ab einem Faktor von 30 und höher verwendet werden. Sie sind gerade die heimlichen Stars der Lichtschutzszene. Vor allem, weil ein anderer Filter, Oxybenzon, im Verdacht steht, die Bildung freier Radikale noch zu begünstigen (dabei sollen die Hautfeinde durch ihn doch verhindert werden). Außerdem könnte Oxybenzon Allergien auslösen und im Körper wie Östrogen wirken, also die Hormone durcheinanderbringen. Homosalate dagegen wurden von der Europäischen Kommission gerade als unbedenklich eingestuft (zum Beispiel im Sonnenspray „Capital Soleil SPF 30“ von Vichy oder der „Extra Care Non-Greasy Sunscreen SPF 50+“ von Paula’s Choice). Und sind eigentlich nicht neu: 1978 landeten sie das erste Mal in Sonnenmilch, es gibt also auch Langzeitstudien!

 

Bei Hitze Lakritze

Ob Lakritze essen den UV-Schutz erhöht, wissen wir nicht. In der Sonnencreme gibt’s für den Extrakt aus der Süßholzwurzel aber Höchstnoten, denn in ihm stecken zwei wahre Powerstoffe: Glycyrrhizin und Licochalcon A schützen die Zellen, kurbeln den Bräunungsprozess an – und übernehmen auch noch den Job der After-Sun-Creme! Vor allem Licochalcon A wirkt stark entzündungshemmend (zum Beispiel im Sun Fluid 30“ von Eucerin und in der „Protection
50 Sport“ von Dermalogica
). Verstärkt wird der Effekt durch natürliche Emulgatoren, etwa aus der Färberdistel. Sie sorgen dafür, dass der Lichtschutz direkt auf der Hautoberfläche landet und länger dort bleibt. So kann bei chemischem Lichtschutz der LSF erhöht werden, ohne dass mehr Chemie benötigt wird.

 

Nix Nano!

Mineralische Filter (sie legen sich wie Spiegel auf die Haut und reflektieren UV-Strahlen, anstatt sie zu absorbieren) sind nicht unbedingt besser als chemische, weil hierbei häufig Nanotechnologie verwendet wird. Dadurch, so befürchten einige Forscher, könnte die Erbsubstanz geschädigt werden. Die New Yorker Dermatologin Dendy Engelman empfiehlt ihren Kunden deshalb mineralische Filter ohne Nano – am besten mit Zinkoxid. „Es gibt nichts Natürlicheres.“

 

 

 

 

Bilder: PR ; Text: Annika Thomé