Beauty

„Mein Po fängt langsam an zu hängen! Aber Egal!"

Von Britta am Donnerstag, 9. April 2015 um 09:45 Uhr

Sie ist Schauspielerin, Mutter, Ehefrau, Unternehmerin, Beauty-Ikone (Luft holen!), und sie gilt als Miss Perfect. Umso überraschter waren wir, mit welchen Zweifeln, Bekenntnissen und, ja, auch Süchten Jessica Alba beim Interview um die Ecke kam.

Als wir Jessica Alba (33) in der Suite des Waldorf Astoria in Dubai treffen, wirkt sie im ersten Moment fast schon zu perfekt. Die Haut! Dass dieser Schein aber trügt, das merken wir schon wenige Minuten später, als sie plötzlich (von Kopf bis Fuß in Narciso Rodriguez – und Kaugummi kauend) so erfrischend ehrliche Sätze vom Stapel lässt wie etwa „Ich wache morgens nicht so auf“ oder auch: „Meine Bräune ist natürlich nicht echt“. Sie fragt, ob sie ein Foto von uns mit ihrem Handy machen kann. Und dann spricht sie auch noch offen über Essensgelüste und Zweifel an ihrem Körper. Da passt es ja, dass Frau Alba die #breakfree-Kampagne des Innovationsriesen Braun (ruft Frauen auf, sich gegenseitig zu helfen und Selbstzweifel abzulegen) unterstützt. Unsere erste Frage geht dann auch gleich in diese Richtung:

 

Von welchem Gesellschaftszwang würden Sie sich gerne befreien? I

Ich fühle mich gar nicht so unter Druck gesetzt. Was Mode angeht, mixe ich teuer mit günstig. Für mich gibt es kein falsches Label. Ich finde in der Mode kann man gar nicht mehr so rebellieren, weil alles schon sehr akzeptiert wird. Wenn ich allerdings keine Schauspielerin wäre, würde ich mir einen Pixie schneiden lassen. Ganz sicher! Und ich hätte mehr Tattoos. Ich weiß nicht genau, welche, Hauptsache, mehr.

 

Ihre Meinung zu den knappen Kleidern, die Rihanna, Rita Ora & Co. gerne tragen?

Manche Leute brauchen die Aufmerksamkeit. Wenn sie sich gut und schön darin fühlen, warum nicht?

 

Wann fühlen Sie sich denn am sexysten?

Wenn ich mit meinem Mann (Produzent Cash Warren, Foto oben; Anm. d. Red.) unterwegs bin. In seiner Anwesenheit fühle ich mich einfach schön und immer sexy. Sogar kurz nach der Geburt unserer Töchter war das so. Er mag es aber nicht, wenn ich Kleider trage.

 

Gibt es einen Modetrend, den Ihr Mann oder Männer generell nicht verstehen? Ballerinas?

Oh, ich glaube ganz sicher, dass Männer Flats und Ballerinas an Frauen mögen. Besonders die Männer, die klein sind. (lacht)

 

Was war das schönste Kompliment, das Sie von ihm bekommen haben?

Dass er stolzauf mich ist, wie ich in meiner Mutterrolle aufgehe. Das war am ersten Muttertag nach der Geburt unserer ersten Tochter. Er hat mir eine Karte geschrieben. Es war das schönste Kompliment, gerade weil alles so neu war und ich nicht wusste, ob ich überhaupt etwas richtig mache.

 

Wem würden Sie gerne mal ein Kompliment machen?

Meinen Kindern mache ich ganz viele Komplimente, wenn sie etwas richtig und gut umsetzen. Und wenn sie sich viel Mühe geben. Das muss man auch. Ich glaube aber, ich sollte meiner Mum viel mehr Komplimente machen. Ich bin manchmal etwas streng mit ihr. Wir arbeiten ja auch zusammen. Ich will ihr öfter sagen, wie stolz ich auf sie bin.

 

Sie sind immer in den „Best-Body“-, „Best Face“-, „Best Butt“-Listen ganz vorne. Setzt Sie das unter Druck, fit zu bleiben?

Nein, ehrlich gesagt interessiert mich das nicht. Ich schaue mir das gar nicht mehr an. Als Teenager und in meinen Zwanzigern habe ich immer das Negative an mir gesehen, aber seit der Geburt meines ersten Kindes hat sich meine Einstellung geändert. Das versuche ich auch an meine Töchter weiterzugeben. Ich will nicht, dass sie später Zweifel wegen ihres Bodys haben. Mein Tipp: immer auf das fokussieren, was man an sich mag.

 

Aber gibt es ein Körperteil, das Sie an sich nicht mögen?

Oh ja, meine Oberschenkel. Und mein Po fängt langsam an zu hängen. Ja, ich werde halt auch älter …

 

Was denken Sie, wenn Supermodels wie etwa Rosie Huntington-Whiteley schon mit 27 Botox nehmen?

Ich finde es schwierig, darüber zu urteilen. Das bleibt jedem selbst überlassen. Ich stecke ja nicht in ihrer Haut.

 

Wie weit würden Sie gehen, um länger jung zu bleiben?

Ich mache viele Workouts, viel Hot Yoga, Spinning und laufe viel. Für mich ist das gute Gefühl nach dem Sport wichtig. Man bekommt den Kopf frei. Ich trainiere etwa drei- bis fünfmal die Woche. Ich bin ein Fan von Laser-Behandlungen, denn die kurbeln die Kollagenproduktion an, und das bedeutet straffere Haut.

 

Und in Sachen Pflege?

Retinol ist der beste Wirkstoff der Welt. Es lässt kleine Fältchen verschwinden. Ich finde, ich sehe jetzt jünger aus als mit Ende 20, unglaublich.

 

Worauf sind Sie an sich besonders stolz?

Auf meine Haut. Ich passe wirklich sehr auf sie auf, versuche regelmäßig, ein Peeling zu machen und immer Moisturizer zu nehmen. Die Haut muss immer gut mit Feuchtigkeit versorgt sein. Deshalb trinke ich auch echt viel Wasser. Ich liebe Naturkosmetik wie Dr. Hauschka, Korres und Annemarie Börlind. Multitasking-Produkte finde ich toll. Und Gesichtsbehandlungen. Seit vielen Jahren gehe ich zu Shani Darden. Zuhause benutze ich die „Braun Silk-épil Facial Cleasing Brush“, das ist wie ein Mini-Facial nur Zuhause.

 

Sündigen Sie auch mal?

Ja! Ich esse tonnenweise Popcorn. Ich habe eine Kino-Popcorn-Maschine im Büro und esse es jeden Tag mit viel Salz. Ich kann einfach nicht aufhören, ich bin total süchtig. Das Gute ist, dass mein Blutdruck niedrig ist. Mein Arzt meinte, dass ich Salz zu mir nehmen muss. Das ist also meine Ausrede.

 

Was bedeutet für Sie Social Media?

Das ist sehr, sehr wichtig. Es ist eine Plattform, wo jeder eine Stimme hat. Am meisten benutze ich den Hashtag „honest“ (lacht). Ich mag’s aber auch, mir lustige Hashtags auszudenken. Oder Hashtags zu benutzen, die etwas bedeuten wie #breakfree. Ich habe auch noch meinen privaten Account, wo ich Familienbilder hochlade. Das mache ich auf meinem öffentlichen Account nur sehr selten. Ich benutze Facebook und Instagram, um andere Frauen und Freunde zu unterstützen.

 

Wer sind Ihre Stilikonen?

Kate Moss hat einen großartigen Style. Meine Freundin Gwen Stefani. Und natürlich die klassischen, zeitlosen Schönheiten wie Grace Kelly und Audrey Hepburn.

 

Schauspielerin, Mutter, Ehefrau, Unternehmerin: Wie schaffen Sie all die Jobs?

Es ist taff. Ich schlafe nicht viel. Manchmal fühle ich mich, als müsste ich mich zerreißen und trotzdem niemandem gerecht werden. Aber meine Kids und meine Familie sind meine absolute Priorität und ihre Gesundheit und dass sie glücklich sind, stehen für mich an erster Stelle.

 

 

Interview: Britta Kröpke