So erkennst und behandelst du Nagelpilz richtig

So erkennst und behandelst du Nagelpilz richtig

Viele Männer und Frauen legen großen Wert auf natürliche und gepflegte Fuß- und Fingernägel. Was aber, wenn sich unschöne Verfärbungen auf der Nagelplatte ausbreiten? Auf alle Fälle solltest du sie nicht leichtfertig hinnehmen – sie könnten ein Indiz für Nagelpilz sein. Wie du die Erkrankung erkennst und behandelst, erklärt dir der nachfolgende Artikel.

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Woran du erkennen kannst, ob du Nagelpilz hast und wie du ihn richtig behandelst, erfährst du im Artikel

Nagelpilz – das sind die Ursachen und Risikofaktoren

Wie Untersuchungen belegen, machen rund 12 Prozent der Deutschen im Laufe ihres Lebens eine Nagelpilzinfektion durch. Viele von ihnen nehmen die Krankheit zunächst auf die leichte Schulter. Sie gehen von einem rein ästhetischen Problem aus – obwohl die Pilzinfektion hochansteckend ist und den Nagel nachhaltig schädigt. Schon deshalb ist es elementar wichtig, die Erkrankung rechtzeitig zu erkennen. Die meisten Infektionen – rund 80 Prozent – lassen sich auf einen Erreger namens Trichophyton rubrum zurückführen. Die sogenannten Fadenpilze können neben den Fingernägeln auch die Zehennägel befallen.

Seltener lösen Hefe-, Schimmel- oder -Mischpilze die Erkrankung aus. Besonders die Hefepilze sind häufig auf nassen Oberflächen angesiedelt und werden durch Hautkontakt übertragen. Generell fühlen sich die Erreger im feuchtwarmen Milieu der Schwimmbäder und Saunen sehr wohl, sodass Betroffene dort ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben. Mitunter verbreiten sich die Pilze auch durch Mensch- zu Mensch-Kontakt bzw. über gemeinsam genutzte Gegenstände weiter.

Wichtig zu wissen ist, dass der reine Hautkontakt mit den von Pilzen befallenen Oberflächen nicht automatisch zu einer Infektion führt. Zusätzlich dazu müssen einige begünstigende Faktoren erfüllt sein. Als besonders anfällig für Nagelpilz gelten Menschen mit familiären Vorbelastungen, Immungeschwächte wie Beispielsweise Diabetiker, Krebspatienten oder HIV-Positive. Auch Sportler, deren Füße regelmäßig starken mechanischen Belastungen ausgesetzt sind, erkranken oft an Nagelpilz. Je älter ein Mensch ist, desto höher ist sein persönliches Risiko. Dies hängt einerseits mit dem allgemein schwächeren Immunsystem zusammen, das häufig schon krank ist. Andererseits wachsen Nägel im Alter nicht mehr so schnell, weshalb sich Krankheitserreger schneller darauf ausbreiten können.

Nagelpilz – an diesen Symptomen erkennst du ihn

Nagelpilz an Fuß- und Fingernägeln entwickelt sich meistens schleichend. Erfahrungsgemäß dringt der Pilz zunächst unterhalb oder seitlich des Nagels auf. Im fortschreitenden Verlauf "wandert" der Pilz schrittweise unter die Nagelplatte. In der frühen Phase äußert sich dies lediglich durch stumpfe oder glanzlose Nägel. Später verfärbt sich die Nagelplatte entweder weißlich-gelblich oder bläulich-gräulich. Erst im fortgeschrittenen Stadium verdicken die betroffenen Nägel, lösen sich und bröckeln schichtweise ab. Neben dem "kosmetischen" Problem kann die Pilzerkrankung weitere bakterielle Infektionen nach sich ziehen. Zusätzlich dazu verspüren Betroffene bei Nagelpilz im Gegensatz zu Fußpilz anfangs keinen Juckreiz oder gerötete Stellen, sodass die Behandlung folglich erst im fortgeschrittenen Stadium beginnt.

Nagelpilz – so wird er behandelt

Die Behandlungsmöglichkeiten vom Nagelpilz richten sich nach dem individuellen Verlauf und der Schwere der Erkrankung aus. Ein möglicher erster Schritt besteht in der sogenannten atraumatischen Nagelentfernung. Dabei wird einmal täglich eine 40-prozentige Harnstoffsäure auf die betroffenen Nägel aufgetragen. Unter einem Pflaster abgedeckt, weicht diese Harnstoffsalbe den erkrankten Nagel auf, wodurch sich dieser nach rund einer Woche ablöst. Diese Therapie kommt vor allem bei bereits verdickten Nägeln zum Einsatz und dient dazu, Rückfalle zu minimieren.

Meistens kann man leichte bis mittelschwere Verläufe mit geeigneten Medikamenten in den Griff bekommen. Dafür wenden Mediziner die antimykotische Therapie an. Wirkstoffe wie Amphotericin, Econazol, Nystatin oder Terbinafin werden in Form von medizinischen Nagellacken, Cremes, Lösungen und/oder Salben lokal oder systematisch verabreicht. Spezielle Anti-Nagelpilzmittel wie von der Marke Wefix weisen zudem wertvolle Inhaltsstoffe wie ätherische Öle oder Vitamine auf, die zum Nagelerhalt beitragen.

Sofern weniger als drei Finger- und Fußnägel maximal zur Hälfte vom Pilz befallen sind, reicht in vielen Fällen eine lokale Behandlung aus. Die systematische Therapie, bei der die Wirkstoffe in den Blutkreislauf gelangen, dauert länger und verursacht oftmals auch Nebenwirkungen. Im Normalfall sprechen die meisten Menschen gut auf die Therapie an, sodass der Nagelpilz binnen vier bis sechs Wochen vollständig verschwindet.

Nagelpilz-Behandlung mit Hausmitteln – was sie wirklich bringen

Um die schönen Nägel zurückzubekommen, legen Ratgeber und Experten unterschiedliche Hausmittel nahe. Antibakteriellem Apfelessig, antimykotischem Teebaumöl oder auch Backpulver werden vielversprechende Effekte zugesprochen. Dennoch gilt es, diese Hausmittel mit Bedacht und in Maßen anzuwenden. Bisher konnten Wissenschaftler zudem nicht nachweisen, ob Apfelessig, Zahnpasta, Olivenöl & Co. wirklich bei Nagelpilz helfen. Im Zweifelsfall ist es sinnvoller, an der vom Hausarzt oder Dermatologen gestellten Diagnose festzuhalten und die Hausmittel nicht in Eigenregie anzuwenden.

Dauerhaft Pilzfrei sein – Rückfälle vermeiden

Auch bei erfolgreicher Therapie ist es wichtig, vorzubeugen und Rückfälle zu vermeiden. Dazu sollte man einerseits regelmäßig sämtliche Schuhe prophylaktisch außen und innen desinfizieren. Es ist außerdem ratsam, Badematten, Teppiche und weitere Wohnraumtextilien regelmäßig gründlich zu reinigen und auslüften zu lassen. Wer langfristig vorbeugen möchte, sollte öffentliche Bäder und Saunen ausschließlich mit Sandalen bzw. Badeschlappen betreten. Strümpfe, Handtücher und ähnliche Gegenstände von Dritten sollten nicht mitbenutzt werden. 

Selbstverständlich ist auch eine gründliche Hand- und Fußhygiene wichtig: Dafür sollte man Hautfalten, Achseln, Füße und Hände mehrmals täglich mit normaler Flüssigseife waschen und anschließend gründlich abtrocknen. Bei der Wäsche gilt: Unterwäsche, Socken und Handtücher oft waschen - Letztgenannte idealerweise bei mindestens 65 Grad Celsius, um etwaige zurückgebliebene Erreger zuverlässig abzutöten.

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