Beauty

So viel zum Thema Gesund …

Von GRAZIA am Samstag, 4. Oktober 2014 um 16:00 Uhr

Kokoswasser, grüne Smoothies und Trauben machen pralle Haut und einen straffen Body? Gluten ist dagegen so richtig böse? Können Sie unter Ernährungsmythen verbuchen. Wir haben da ganz neue Erkenntnisse.

Grüne Smoothies sind wie Limonade

Grün plus Smoothie gleich supergesund? Forget it! Die Shakes sind wahre Zuckerfallen, denn um rohen Wirsing, Grünkohl oder Mangold „essbar“ zu machen, wird oft sehr zuckerhaltiges Obst – etwa Bananen! – dazupüriert. In einem Smoothie verstecken sich im Schnitt sechs Teelöffel Zucker, genauso viel wie in Cola oder Limonade! Unser Tipp: grün-gelbe Smoothies! Aprikosen süßen auch, kommen aber auf gerade mal 0,8 Gramm Fruchtzucker pro 100 Gramm. Papayas und, nein, wir spinnen nicht, Honigmelonen enthalten sogar noch weniger.

 

Kokoswasser ist nicht besser als H2O

Kokoswasser ist wie ein Sportlergetränk: Es enthält Elektrolyte, die den Wasserhaushalt des Körpers normalisieren. Das klingt erst einmal toll. Aber das Ding ist: Wer nicht gerade ein 90- minütiges Cross-Fit hinter sich hat, braucht kein Extra an Natrium und Kalium, um Wasser im Körper zu binden. Sparen Sie sich die 45 Kalorien, und trinken Sie einfach ein Glas stinknormales Wasser!

 

Hummus macht süchtig

Achtung, Hummus hat einen hohen Suchtfaktor, viele löffeln ihn weg wie Joghurt. Dabei ist das Kichererbsenpüree so kalorienreich, dass es das Erste ist, was Stephen Gullo, Ernährungspsychologe aus New York, seinen Kunden aus dem Ernährungsplan streicht. „Wenn Sie zu denen gehören, die nach zwei Löffeln aufhören können: Gratulation. Hummus funktioniert für Sie. Bei allen anderen geht es sofort auf die Hüften.“

 

Trauben und Rosinen verzuckern die Haut

Ja, Weintrauben sind vollgepackt mit zellschützenden Antioxidantien und hautglättendem Resveratrol. Aber leider auch mit Zucker. Und der macht dann alles wieder zunichte, weil sich seine Moleküle an die Kollagenfasern heften und das Gewebe verhärten. Kurz: Er macht Falten. In einer Tasse Trauben stecken 15 Gramm Zucker, das entspricht drei Oreo-Keksen! Und ein paar Krümeln. Rosinen sind noch schlechter. Beim Trocknen steigen Zucker- und Kaloriengehalt. Komplett zucker und kalorienfrei: Cremes mit Resveratrol (wie etwa von Caudalie).

 

Vegan essen macht dick

„Ich kenne viele fette Veganer“, sagt Diätcoach und Buchautor Mark Hyman, der auch Ex-Präsident Bill Clinton auf den Teller schaut. „Veganer bekommen oft nicht genug Proteine und zu viel einfache Kohlenhydrate.“ Also genau das Gegenteil von Low-Carb. Hymans Tipp: lieber bei Kartoffeln und Bohnen aufpassen als bei Fisch und Eiern!

 

Agavendicksaft erhöht die Blutfette

Agavendicksaft lässt den Blutzucker zwar nicht so dramatisch ansteigen wie Zucker (daher der untere Platz auf dem glykämischen Index), er hat aber mehr Kalorien. Und ist auch sonst nicht ohne: Der Sirup enthält viel Fruktose – zu viel davon erhöht die Blutfette, was zu Diabetes und Herzerkrankungen führen kann. Besser: mit Yacón-Dicksaft (etwa aus dem Reformhaus) süßen, seine Zuckerart wird vom Körper nicht aufgenommen.

 

Glutenfrei ist mangelhaft

Die Produkte enthalten meist weniger Vitamine und Ballaststoffe! Nur wenn der Körper das Protein nicht verdauen kann (wie bei gerade mal 0,5 bis 1 Prozent der Bevölkerung), ist das Weglassen also wirklich sinnvoll. In den USA, wo es mittlerweile alles – von Chicken Nuggets bis zur Single-Börse – auch glutenfrei gibt, sagen die großen Food-Konzerne sogar selbst, dass sie gar nicht behaupten, es sei gesünder, sondern nur auf die Nachfrage reagieren.

 

Text: Annika Thomé