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Wer die Sonne meidet, lebt kürzer!

Von GRAZIA am Samstag, 19. Juli 2014 um 15:00 Uhr
Eine neue Studie hat bei uns für die Verwirrung der Woche gesorgt. Demnach ist viel Sonne tanken gesünder als zu wenig. Was? GRAZIA ist der Sache mal auf den Grund gegangen.

Sonnenbaden – das gehörte für uns bisher in die Kategorie „Macht Spaß, ist aber ziemlich unvernünftig“. Schließlich ist doch erwiesen, dass UV-Licht nicht nur alt, sondern auch krank machen kann. Umso überraschter waren wir vom Ergebnis einer schwedischen Studie.

Die Forscher der angesehenen Karolinska-Universitätsklinik befragten 30 000 Frauen über 20 Jahre zu ihren Sonnengewohnheiten. Das Ziel: herausfinden, inwieweit sich diese auf die Sterblichkeitsrate der Frauen auswirken. Und – jetzt kommt’s – die war bei Frauen, die UV-Licht mieden, doppelt so hoch wie bei Frauen, die viel in die Sonne gingen. Sonnenanbeterinnen leben demnach also länger. Woran das liegen soll?

Vitamin D ist gut für das Immunsystem

Die Wissenschaftler vermuten, am Vitamin D, eigentlich ein Hormon, das für starke Knochen sorgt. Es gibt allerdings auch erste Studien, die zeigen, dass es den Körper vor Krebs schützt oder das Immunsystem ganz allgemein verbessert. Im Gegensatz zu anderen wichtigen Stoffen kann der Körper Vitamin D aber nur in kleinen Teilen über die Nahrung aufnehmen. Er braucht dafür vor allem Sonnenlicht. Und das ist in Deutschland oft rar. Bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) geht man zwar nicht von einem wirklichen Mangel aus, allerdings erreichen fast 60 Prozent der Bundesbürger nicht den Wert, der nötig wäre, um zum Beispiel Knochenproblemen vorzubeugen.  

5 bis 25 Minuten Sonne am Tag

Das heißt allerdings nicht (!), dass wir uns jetzt alle ungeschützt stundenlang in die Mittagssonne legen oder Vitamin-D-Tabletten schlucken sollen. „Denn je nach Hauttyp reichen 5 bis 25 Minuten Sonne täglich auf Gesicht, Händen und Teilen von Armen und Beinen, um genug Vitamin D zu produzieren“, sagt Antje Gahl, Pressesprecherin der DGE. Das Gute: Ist genügend vorhanden, speichert der Körper Vitamin D für den Winter. Außerdem gilt: Je heller die Haut, desto mehr produziert sie.

 

Wer nur selten in die Sonne geht, sollte deshalb am besten seinen Vitamin-D-Spiegel im Blut mal testen lassen, muss aber nicht gleich um sein Leben fürchten. So kritisiert Ina Stelljes vom Bundesamt für Strahlenschutz: „Aufgrund der dargestellten Ergebnisse (in der schwedischen Studie; Anm. d. Red.) kann nicht unterschieden werden, ob die sehr unspezifische Sterblichkeit nicht auch Folge eines ungesunden Lebensstils ist. Das heißt, die Schlussfolgerung, dass die Sterblichkeit unter Frauen, die die Sonne meiden, höher liegt als bei denen, die öfter ein Sonnenbad nehmen, ist so nicht belegbar.“

 

Text: Alexandra Busse

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