Beauty

Wie viel Creme passt in mein Gesicht?

Von GRAZIA am Mittwoch, 9. September 2015 um 16:43 Uhr

Erst Reinigung, dann Toner, Serum, Feuchtigkeitscreme plus UV-Schutz. Und seit Neuestem – da sind sich die Experten einig – gehört unbedingt noch eine Essenz ins Gesicht. Aber ist das nicht langsam zu viel des Guten?

Erinnert sich noch jemand an die „Friends“-Folge in der sich Joey und Chandler um einen Sessel streiten? Joey steht auf, nimmt die Polster mit, und Chandler – in der englischen Originalversion – keift: „The cushions are the essence of the chair!“ Recht hat er. Ohne das Wesentliche braucht man den Rest nicht. Das gilt ab sofort auch für unsere Hautpflege: Neu entwickelte Essenzen sind laut Experten ein Muss.

 

Und wir fragen uns: Wie viel Creme passt denn noch in unser Gesicht?

 

Da geht noch was, findet Dr. Adam Geyer, New Yorker Dermatologe bei Kiehl’s. In Japan und Korea sei Layering bei der Gesichtspflege ja auch völlig normal. Dort benutzen Frauen im Schnitt zehn Beauty-Produkte hintereinander. „Eine Essenz noch vor dem Serum aufzutragen macht Sinn, weil sich 90 Prozent der Lichtreflexion der Haut unter der Hautoberfläche abspielen. Um dieses Leuchten wieder nach außen zu leiten, ist es wichtig, die Haut zu verdichten.“ Dann, so Geyer weiter, reflektiere sie das Licht gebündelter, eine lose Hautstruktur verschlucke es dagegen. Trotzdem sei das Ziel, die Durchlässigkeit der Haut zu verbessern. Und genau das alles sollen neue Essenzen schaffen. Sie stärken die Haut und machen sie durchlässig, also leuchtender und aufnahmefähig für alles, was danach kommt.

 

 

Also, nicht erschrecken, erst Cleanser, dann Toner, unbedingt eine Essenz, eventuell eine Maske, Augenserum, Serum, Augencreme, Tagescreme oder Gesichtsöl und Sonnenschutz.

 

Dann erst kommt das Make-Up. Und selbst das lassen wir nicht einfach so auf der Haut sitzen. Beauty-Elixiere und Face-Mists (etwa von Caudalie oder Bobbi Brown) über der Foundation sollen für noch mehr Glow sorgen.

 

 

Aber spielt unsere Haut bei so vielen Inhaltsstoffen nicht bald verrückt?

 

Ja, das kann passieren. Bei überpflegter Haut können kleine Pickelchen rund um Mund und Nase, auch Stewardessenakne genannt, entstehen. Dann sollte man die Haut sofort auf eine Cremediät setzen und „auf Gesichtsöl und reichhaltige Pflege verzichten“, sagt selbst VIP-Dermatologe Dr. Adam Geyer, der bei seinen Kunden normalerweise noch vor allem anderen einen Glow-Booster-Laser namens Perméa benutzt. Estée Lauder Global Beauty Contributor Irene Kim, ursprünglich aus Korea, findet: „Es geht auch mit fünf Pflegeschritten. Reinigung, Toner, Essenz, Feuchtigkeitscreme und Sonnenschutz. Und morgens reicht es, das Gesicht mit Wasser zu waschen.“ Also, nicht nur FDH, sondern zwischendurch auch mal CDH machen:Creme die Hälfte!

 

Text: Annika Thomé

 

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