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Carli Davidson: Die Tierfotografin im Interview

Von Claudia am Sonntag, 2. März 2014 um 07:00 Uhr
Tierfotografin Carli Davidson stellte vor kurzem ihr neues Buch SHAKE mit einzigartigen Hundeporträts vor: sich schüttelnd, mit flatternden Lefzen und fliegendem Fell. Nikon sprach mit Carli darüber, was sie inspiriert, wie die Aufnahmen für SHAKE entstanden sind und welche Tipps sie für beeindruckende Aufnahmen geben kann.

Wie kamen Sie zur Tierfotografie?

Ich interessierte mich von klein auf für Fotografie. Und da ich abseits der ausgetretenen Pfade aufwuchs - meine Familie hatte damals drei Hunde und etliche Katzen - wurden Tiere schon früh zu meinen liebsten Modellen. Tiere sind seit jeher Teil meiner Familie, mit ihnen fühle ich mich einfach wohl.

Was inspiriert Sie?

Ich finde es besonders spannend, Tiere in ihrem besten Licht darzustellen. Manchmal gehe ich ins Tierheim und fotografiere Hunde, die misshandelt oder mit einer Behinderung geboren wurden, ohne dass ihnen dies die Lebensfreude genommen hätte. Sie genießen das Leben in vollen Zügen und für mich ist es ein großes Privileg, diesen Funken und diese Persönlichkeit einzufangen. Und dann gibt es ja auch noch die Tiere, die weniger beliebt sind. Ich hatte kürzlich ein Shooting mit einem Baby-Stinktier. Das war so süß und neugierig. Aus dem gleichen Grund liebe ich auch Reptilien, vor denen sich viele Menschen fürchten. Ich habe mit meiner Arbeit die Chance, ihre Schönheit zur Geltung zu bringen. 

 

 

 

 

Erzählen Sie doch von Ihrem Projekt "Shake".

An SHAKE arbeite ich seit 2011. Angefangen hatte ich das Projekt aus purer Neugier und heraus gekommen ist ein Buch voll unterhaltsamer, spielerischer Hundefotos. Die Hunde werden auf eine bislang noch nie da gewesene Art und Weise gezeigt - mit schüttelndem Kopf und flatternden Lefzen. Ich halte ständig Ausschau nach Dingen, die mich persönlich fesseln. Ich liebe es, den Ausdruck eines Tieres festzuhalten und auf uns Menschen wirken zu lassen. Ich hätte jedoch nie mit einer so erstaunlichen Reaktion gerechnet! Kaum hatte ich die ersten Bilder online veröffentlicht, verbreiteten sie sich wie ein Virus. Ich erhalte Fanpost von Menschen aus der ganzen Welt, die sich für das Lächeln bedanken, das ich ihnen mit meinen Bildern geschenkt habe. Die Begeisterung und die positive Energie, die die Bilder transportieren, mündeten in diesem Buch.

 

Wo haben Sie die vielen Hunde gefunden?

Alle im Buch abgebildeten Hunde kamen aus der Region Portland. Ich habe da stark auf die Tiergemeinschaft gebaut. Einige Modelle fand ich über Facebook und Panda Paws Rescue war eine große Hilfe. Rund 70 Prozent der Aufnahmen entstanden in nur drei Wochen. Für mich war es wichtig, dass Hundebesitzer und Techniker vor Ort waren, damit sich die Tiere wohl fühlten und wir ein erfolgreiches Setup erhielten. Ich bin mehr als dankbar für die großartige Unterstützung aller Beteiligten, die das Projekt zu diesem großen Erfolg gemacht haben.

 

Noch einmal zur Fotografie im Allgemeinen: Was raten Sie ambitionierten Fotografen, die das Hobby zum Beruf machen möchten?

Sie sollten möglichst viel Erfahrung sammeln und verschiedene Motive an unterschiedlichsten Orten fotografieren. Speziell zur Tierfotografie: Da ich sehr viel Zeit mit Tieren verbracht habe, kann ich ihre Reaktionen sehr gut deuten. Meist kann ich sie überreden, das zu tun, was ich möchte. Aber das braucht seine Zeit. Ein Tipp: Ehrenamtlich im örtlichen Tierheim arbeiten hilft zu lernen, auch mit anderen Tieren zu arbeiten - nicht nur mit den eigenen. Ich bin sicher, das Tierheim ist für jede Hilfe dankbar.

 

 

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