Fashion

Arm, aber stylisch: Michael Sontag kann sich eigene Kleider kaum leistern

Von GRAZIA am Dienstag, 17. Januar 2012 um 09:36 Uhr

Er gilt als Nachwuchsstar der deutschen Mode, doch in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen" legt Designer Michael Sontag nun offen, dass er Mode macht, die er sich selbst kaum leisten könne. Auch Nicole Roscher, die diese Woche unter ihrem Label "Von Bardonitz“ auf der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin ihre Kollektion zeigt, geht es nicht anders ...

Entwürfe des Modedesigners Michael Sontag kosten gerne mal 1.500 Euro. Viel Geld für den Berliner, der jeden Monat seine Miete für eine Zwei-Zimmer-Küche-Bad-Wohnung in Berlin-Kreuzberg und seinen Mietanteil des Ateliers in einer Altbauwohnung am Prenzlauer Berg zahlt, das er sich mit einem Fotografen und einem Layouter teilt.

Zum Leben bleibt da nicht viel übrig. Der Designer, der Prominente ausstattet, verrät der "Frankfurter Allgemeinen" auch, dass er es "etwas absurd“ finde, dass er sich bislang vom Verkauf seiner Stücke nicht finanzieren konnte.

Und damit ist er in der Berliner Mode Szene nicht alleine, wie die "FAZ" in ihrem Artikel veranschaulicht. Auch Nicole Roscher, die unter ihrem Label "Von Bardonitz“ diese Woche auf der Mercedes-Benz Fashion Week ihre Entwürfe zeigt, lebt eher wie eine Studentin, als in einer Glamour-Welt, wie sie uns auf den Laufstegen suggeriert wird.

Sie sieht eine gewisse Ironie darin, dass sie sich manche ihrer Stücke (T-Shirts für 50 Euro und Mäntel für 800 Euro) nicht leisten könne. Teilweise lebt sie von nur 500 Euro im Monat. Auch anderen Modeschaffenden geht es nach einer aktuellen Studie des Berliner Senats so. 42 Prozent gaben an, dass ihr Einkommen nicht ausreiche.

Die einzige Chance, sind meist Förderpreise, mit denen auch Michael Sontag seine Arbeit bisher finanzieren konnte. Denn alleine, um eine Kollektion auf dem Laufsteg der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin zeigen zu können, müssen Labels um die 10.000 Euro ausgeben.

Harte Fakten und Zahlen, die uns jetzt kurz vor Beginn der Fashion Week wieder ein bisschen auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Fashion ist nämlich nicht nur Glitzer und Glamour, sondern knallharte Arbeit.

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