Fashion

Auf stylischen Sohlen tanzend durch die Welt

Von GRAZIA am Dienstag, 1. Juni 2021 um 15:27 Uhr

Jeder sollte es einmal erleben: die Freude an der Bewegung zu Musik – egal in welchem Alter. Und wenn wir von Tanzen sprechen, sollten wir uns auch dem Thema "Tanzschuhe" zuwenden. Ganz sicher ist es auch möglich, in Turnschuhen oder barfuß zu tanzen. Auf Dauer ist das allerdings keine gute Idee. Irgendwann werden die Gelenke aufgrund der Belastung schmerzen, denn Tanzen ist für sie Schwerstarbeit. An dieser Stelle schauen wir uns Tanzschuhe mal etwas genauer an.

Wichtige Stütze für den Fuß

Wenngleich Sneaker als besonders bequem gelten, für das Tanzen sind sie nur bedingt geeignet. Über kurz oder lang ziehen die Tanzbewegungen in vertikaler und horizontaler Richtung die Füße in Mitleidenschaft. Richtige Tanzschuhe können das verhindern. Wichtig sind sie vor allem für jeden, der Probleme mit Fußfehlstellungen hat. Der passende Tanzschuh kann diese minimalen körperlichen Mängel korrigieren und den Füßen guten Halt geben – aber nur wenn sie über perfekte Stützung, die richtige Form und ein angenehmes Fußbett verfügen.

Was macht einen Tanzschuh aus?

Tanzschuhe werden speziell gestaltet und sind dadurch im Mittelfuß wesentlich flexibler als herkömmliche Straßenschuhe. Dadurch werden sie stabil und stützend, was beispielsweise bei lateinamerikanischen Tänzen von Vorteil ist. Gerade Profitänzer sollten nie ohne passendes Schuhwerk tanzen, denn Tanzschuhe sorgen für den notwendigen Halt am Parkett.

Die Sohle macht’s

Weder Socken noch Turnschuhe oder Barfuß-Tanzen sind optimal. In Socken ist die Rutschgefahr erhöht, Turnschuhe verhindern das Gleiten und Barfuß-Tanzen sorgt für heiße Sohlen. Gerade die Sohle ist für Tanzschuhe von besonderer Bedeutung. In der Regel besteht sie aus Chromleder, das idealerweise rau ist und so für den nötigen Halt auf glatten Böden sorgt. Sie erlauben elegantes Gleiten und Pirouetten und stoppen den Fuß nicht plötzlich ab.

Für den perfekten Halt sollten Tanzschuhe natürlich auf dem Untergrund getestet werden. Ist die Sohle zu glatt, kann sie mit einer speziellen Stahlbürste angeraut werden. Natürlich so behutsam wie möglich, um das Leder und die Sohle nicht zu zerstören.

Flach, Block oder hoch – wann ist welcher Absatz sinnvoll?

Vor allem Tänzerinnen beschäftigen sich mit dieser Frage. Dabei gilt in der Regel: Es sollte eine Absatzhöhe gewählt werden, auf der sich die Tänzerin wohl und vor allem sicher fühlt. Und auch wenn eine Frau ansonsten sicher auf Absätzen mit sieben Zentimetern Höhe laufen kann, sollte sie bei Tanzschuhen nicht zu einem Schuh mit solch hohem Absatz greifen. Denn: Zunächst ungewohnte Bewegungen führen schnell zum Umknicken, was nicht selten eine schmerzhafte Bänderzerrung zur Folge hat.

Gerade im Profisport ist die Absatzhöhe im Training ohnehin nicht von Bedeutung. Trainingsschuhe mit Cuban- oder Block-Absatz sind hier absolut ausreichend. Diese Absätze sind zwar höher als normale Absätze, bieten aber auch eine größere Auftrittsfläche und sorgen so für mehr Sicherheit bei neuen Bewegungen.


Für geübte Tänzerinnen: Stiletto-Absätze (©pixabay.com@Free-Photos)

Vor allem bei Damenschuhen gibt es unterschiedlich Absatzformen, die alle einen bestimmten Zweck verfolgen:

  1. Flare-Absatz, der in Fersenrichtung ausgerichtet ist und fersenbetonte Posen zulässt,
  2. Latino-Absatz, der Richtung Fersenmitte ausgerichtet ist und eine moderate Auftrittsfläche bietet,
  3. Spanish-Absatz, der breiter ist und sich für Tango-Choreografien eignet,
  4. Tangoabsatz, der eine moderate Höhe aufweist und aufgrund seiner keilähnlichen Form den Fuß stützt,
  5. Stilettoabsatz, der sehr schmal ist und sinnliche Schritte betont (Stilettos sollten nur von geübten Tänzerinnen bei Auftritten getragen werden, da die Umknickgefahr besonders hoch ist).

Für die Herren der Schöpfung gestaltet sich die Schuhwahl etwas einfacher. Es gibt eine Absatzform in unterschiedlichen Höhen.

Offen, geschlossen oder Riemchen – was ist besser?

Welche der genannten Schuharten besser ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Dennoch gibt es einige Dinge, die bei der Wahl bedacht werden sollten.

Offene Schuhe – also Sandalen – sind mehr oder weniger offen. Sie versprühen Raffinesse und betonen jede Fußbewegung perfekt. Allerdings verlangen sie eine gute Körperbalance, da der Halt im Schuh schlechter ist. Für Anfängerinnen sind Sandaletten also eher nicht geeignet. Sie können zu Tanzschuhen mit einer kleinen Zehenöffnung greifen, die besseren Halt bieten und sich an den Fuß anschmiegen. Offene Schuhe kommen vor allem bei lateinamerikanischen Tänzen zum Einsatz.


Raffiniert, aber nicht ganz ungefährlich - Sandalen (©pixabay.com@betsisman)

Ein eleganter Standardtanz erfordert hingegen elegante Schuhe. Tanzschuhe für Standardtänze sind immer geschlossen. Entweder kommen klassische Pumps zum Schlüpfen oder auch Deux Pieces mit verstellbaren Riemchen zum Einsatz. Auch Tangoschuhe sind geschlossen.

Wann lohnt sich der Kauf von Tanzschuhen?

Die Frage ist nicht unerheblich: Lohnt es sich, Tanzschuhe überhaupt zu kaufen? Beantwortet werden kann diese nicht immer eindeutig. Letztlich ist das wohl davon abhängig, wie oft getanzt wird. Als Gelegenheitstänzer ist eine solche Investition womöglich nicht lohnenswert, wer regelmäßig tanzt, sollte sich davor aber nicht scheuen. Je nach Anlass kann es sich dennoch lohnen. Heiratswillige Damen, die auf ihrer Hochzeit viel tanzen möchten, sollten Brautschuhe wählen, die dafür geeignet sind. Und das können durchaus auch Tanzschuhe sein, die es in den unterschiedlichsten Variationen und Farben gibt.

Wer dem Hobby Tanzen noch nicht lange nachgeht, kann dennoch ein Paar davon im Schrank stehen haben. Tanzschuhe müssen nicht übermäßig teuer sein und wenn das Hobby regelmäßig ausgeübt wird, lohnt sich der Kauf ganz sicher. Unter Umständen kostet ein Paar Tanzschuhe nicht mehr als ein Paar Straßenschuhe in einer guten Qualität.

Die richtige Pflege: So bleibt die Freude an den Schuhen lange erhalten

Tanzschuhe sollten bestenfalls stets gepflegt aussehen, obwohl sie sehr viel aushalten müssen. Vor allem Schuhe aus Satin oder satinähnlichen Stoffen lassen sich nicht so leicht pflegen, denn Flecken sind auf diesen schnell sichtbar. Vor dem ersten Gebrauch sollten die Schuhe deshalb gründlich imprägniert werden. So wird nicht jeder Schweißfleck sichtbar.

Generell gilt: Die Verwendung von Bürsten ist tabu, auch zu aggressiven Reinigern sollte keinesfalls gegriffen werden. Bestenfalls werden die Schuhe von einem Profi gereinigt. Schuhspanner sollten in jedem Fall für den Erhalt der Schuhform zum Einsatz kommen.

Als weniger empfindlich gelten Lederschuhe. Dennoch sollten auch diese gut und konsequent gepflegt werden. Dadurch wird das Leder schön weich und kann sich auch der Fußform optimal anpassen.

Wer für seinen großen Auftritt Lackschuhe wählt, sollte dafür sorgen, dass diese wie aus dem Ei gepellt glänzen. Lackpolitur und -pflege helfen, die Schuhe auf Hochglanz zu bringen. Nachpolieren ist nicht erforderlich.

Bei Sohle sowie Absätzen sollte der allgemeine Zustand immer überprüft werden. Beides sollte sich fest und griffig anfühlen. Es erweist sich als sinnvoll, für den Absatz besondere Schoner zu verwenden und die Sohle von Zeit zu Zeit bei einem guten Schuhmacher erneuern zu lassen.

Für den Transport der Schuhe empfiehlt sich zudem ein spezieller Schuhbeutel, der weich ist und die Tanzschuhe vor Kratzern schützt.

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