Fashion

Dinge, die du noch nicht über Chanel wusstest

Von GRAZIA am Dienstag, 17. Oktober 2017 um 16:41 Uhr

Ich mache keine Mode. Ich bin Mode. Mit diesem Zitat und vielen anderen veranschaulichte Coco Chanel ihr einzigartiges Schaffen und begründete eine außergewöhnliche Karriere in der Modewelt. Die zwei ineinandergreifenden C's sind zeitlos der Inbegriff tragbarer Mode. Die Frau von Welt trägt Chanel. Exquisite Düfte, elegante Kleidung und andere modische Accessoires erobern bis heute die Herzen der Frauen und haben unser Bewusstsein für Mode und Stil von Grund auf verändert. Typisch für den Chanel-Look ist die Kombination aus zwei oder drei Teilen.

Seit der Gründung ihres Modeimperiums Chanel galt die französische Modedesignerin mit ihren gewagten Kreationen als Vorreiterin geschmackvoller Kleidung, funktioneller Mode, die Frauen mehr Bewegungsfreiheit und Selbstbewusstsein schenkt. Sportswear aus angenehm weichem Jersey setzte neue Akzente in der Bekleidungsindustrie. Dieser Gedanke inspiriert die außergewöhnliche Modekollektion noch im 21. Jahrhundert zu in Alltag und Business tragbaren Kleidungsstücken.

Coco erschuf einzigartige Klassiker

Der Klassiker schlechthin aus dem Hause Chanel ist das kleine Schwarze. Schon 1913 verstand es die engagierte Unternehmerin, Mode und Charisma perfekt zu verbinden. Ein kecker Kurzhaarschnitt, wadenlange Röcke und lose Oberteile begeistern seitdem hunderttausende Frauen. Mode ist mehr als Kleidung. Coco Chanel gelang es, eine Botschaft zu integrieren und auf revolutionäre Weise Damenmode in den Mittelpunkt der Catwalks zu bringen.

Der Erfolg der beliebten Modemarke funktionierte auch bei Parfüms wie Chanel N° 5, das 1922 auf den Markt kam. Bis heute ist es das meistverkaufte Parfüm weltweit. Glaubt man den Angaben des Modeimperiums, wird sogar alle 30 Sekunden eine Flasche des begehrten Parfüm-Klassikers verkauft. Der Name des Parfüms ergab sich übrigens schlicht aus der Reihenfolge der auf den Markt kommenden Düfte. Die Flakonform ist an den Place Vendóme in Paris angelehnt.

            

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Ein weiterer Klassiker ist das Chanel-Kostüm mit dem ausgestellten Rock und der Kombination eines Tweed-Jäckchens. Auch hier setzte sich Coco Chanel über bisherige Standards hinweg, denn Tweed galt als klassischer Stoff für Männer. Jackie Kennedy liebte die Mode der charismatischen Designerin. 1971 verstarb Coco Chanel, aber ihr Erbe zählt bis heute zu den bedeutendsten und größten Modeunternehmen.

                                                          

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Die Anfänge der Coco Chanel

Als uneheliche Tochter einfacher Leute geboren, wuchs Gabrielle Coco Chanel nach dem Tod ihrer Mutter in einem Waisenhaus auf. Dort erlernte sie das Nähen und verließ mit 18 das Waisenhaus. Ihre Berufsbahn war wie ihr Leben: Abwechslungsreich und abenteuerlich. Sie arbeitete als Angestellte, während sie privat Schneiderarbeiten übernahm.

Ihre wahre Liebe gehörte der Musik. Finanziell trug diese allerdings nicht zu einem sorgenfreien Leben bei. Bedeutend erfolgreicher war, wie sich später zeigte, ihr Talent, Mode mit eleganten Details und raffinierten Schnitten zu entwerfen. Überliefert ist, dass Coco die Modeschauen in ihrem Laden in der Rue Cambon mitten im Herzen von Paris gern von ihrem Platz im Treppenhaus beobachtete. Sie selbst stand nicht gern im Mittelpunkt, wenn der Applaus nach einer atemberaubenden Modeschau aufbrandete.

Bei ihren Kurzauftritten als Sängerin in einem Café in Moulins erhielt sie vermutlich ihren markanten Spitznamen Coco. Allerdings verriet die Grande Madame der Mode später, bereits von ihrem Vater mit diesem Kosenamen benannt worden zu sein. Anfang des 20. Jahrhunderts lernte Coco im Kurort Vichy Étienne Balsan kennen. Der Industriellensohn aus Paris führte sie in die Pariser Gesellschaft ein. Dank seiner Unterstützung feierte Coco 1909 die Eröffnung eines Hutateliers. Die ungewohnt einfachen Kreationen veränderten das Modebewusstsein der Pariserinnen, die ihre Hutkreationen liebten.

Diamonds are a girl’s best friend

1913, mit der Unterstützung des britischen Bergwerkbesitzers Arthur Capel, „Boy“, einem Freund Cocos, eröffnete sie dank einer Bürgschaft und einem Kredit in Deauville die Modeboutique Chanel Modes. Der Vorreitergeist dieser Frau und ihr Mut, sich als Frau mit einem eigenen Unternehmen selbständig zu machen, beeindruckt und ermutigt bis heute Menschen, ihrem Beispiel zu folgen. Das ist wahres Unternehmertum, denn viele Jungunternehmer oder Gründer scheitern vor der Hürde, sich einen Kredit zu nehmen. Kreditratgeber helfen bei der Suche nach dem richtigen Kredit und bieten wichtige Informationen für einen erfolgreichen Start.

Von da an ging es mit der Karriere Chanels steil bergauf. Weitere Geschäftseröffnungen folgten. 1916 arbeiteten 300 Näherinnen für die charismatische Coco Chanel, die ihre eigene Mode trug. Das Modemagazin Vogue bezeichnete ihre Mode als Inbegriff der Eleganz, die sich deutlich von der ihrer Mitbewerber unterschied. Das kleine Schwarze wurde von der Modezeitschrift als zukunftsweisend bezeichnet.

1924 stieg Coco Chanel unabhängig von den Modeunternehmen ins Parfümgeschäft ein und gewann die Gunst bedeutender Hollywood-Ikonen wie Greta Garbo und Marlene Dietrich. Diamanten und Schmuck verzaubern Damen im Nu. Das dachte sich auch die quirlige und ideenreiche Coco und entwarf zusammen mit dem Illustrator Paul Iribe eine Diamanten-Schmuckkollektion, die sie 1932 in Paris präsentierte. Der Krieg bedeutete das Ende für Coco Chanels Modeimperium.

©Whoismocca.com

Überraschende Fakten über Chanel, die bestgehütete Geheimnisse waren

Obwohl viele Frauen Chanel tragen und blind erkennen, was aus dem legendären Modehaus stammt, gibt es doch einige bemerkenswerte Fakten. Das berühmte Chanel N°5 feierte Premiere als erstes Parfüm, das in der Super Bowl Werbung in den Vereinigten Staaten einen Auftritt bekam. Der Künstler Andy Warhol verewigte das Parfüm sogar in einem seiner Werke. Pikante Details verriet Hollywoodstar Marilyn Monroe, die behauptete, nachts nur Chanel N° 5 zu tragen.

Der Nagellack Rouge Noir war 1994 ausverkauft. Ursprünglich verwendete die Chanel-Visagistin schwarzen Marker und zündete damit einen derartigen Hype, dass die Bestellungen für diesen Nagellack auf Wartelisten kamen. Eine Visionärin in Sachen Mode, schuf Coco den ersten Anzug für Frauen und machte die Hose für die Dame salonfähig. Mit ihrem kleinen Schwarzen 1926 schuf sie einen einzigartigen Trend.

Mode in unruhigen Zeiten

1955 eroberte Coco mit ihren Entwürfen erneut den Markt. Das Design einer ikonischen Handtasche mit Goldkette ist bis auf wenige Änderungen unverändert geblieben. Zwei Jahre designte die vielseitige Meisterin klassische Schuhe in Kontrastfarben. Die Kombination aus Schwarz und Beige verlängert das Bein und wirkte sehr umschmeichelnd.

Angesichts der eindrucksvollen Umsatzzahlen und weltweiten Läden der Marke Chanel ist es umso bemerkenswerter, dass zur Zeit des 2. Weltkrieges vier der fünf Boutiquen in der französischen Hauptstadt schließen mussten. Die Soldaten kauften lieber Parfüm und Accessoires in der letzten Chanel-Boutique in Paris. 1957 entstanden in Zusammenarbeit mit dem Schuhmacher Massaro Chanel-Heels, die binnen kürzester Zeit ausverkauft waren. Das Kultstück aus dem Hause Chanel ist jedoch die 2.55. Vorgestellt im Februar 1955 wächst das Begehren nach dem berühmtesten Stück von Chanel, das Namen und Datum als Andenken trägt.

Schon im Jahr 1937 zog die Modedesignerin in eine Zwei-Zimmer-Suite im legendären Hotel Ritz mit seinen illustren Persönlichkeiten, wo sie 1971 verstarb. Zwei Wochen nach ihrem Tod präsentierte das Haus Chanel die allerletzte Kollektion der Grande Dame der Modewelt. Die Designerin galt als schwierig und verbittert, pflegte aber eine Vielzahl an Liaisonen. Unter anderem zählten der Enkel des russischen Zaren Alexander II, Dmitri Pawlowitsch Romanow, oder der Dichter Pierre Reverdy sowie Hugh Grosvenor, 2 Duke of Westminster zu ihren Begleitern. Persönlichkeiten und Künstler wie Pablo Picasso, Igor Strawinsky oder Jean Renoir und Romy Schneider waren der innovativen Modezarin freundschaftlich zugeneigt.