Fashion

Diese Auswirkungen hat der Hashtag #Boycott Dolce & Gabbana

Von Jenny am Mittwoch, 21. Juni 2017 um 14:22 Uhr

Unter dem Hashtag #DGMillennials ließen Dolce & Gabbana für ihre neue Kollektion wieder einmal die Crème de la Crème der Influencer über den Laufsteg schreiten. Doch einige dieser schienen dem exklusiven Modelabel gegenüber so gar nicht positiv gestimmt…

Bei Dolce & Gabbana ist gerade einiges los. Der Auslöser allen Übels: Ein Bild der First Lady, Melania Trump in einem extravaganten und mit Blumen besticktem Sommermantel des Brands. Dass das Label, die Frau von US-Präsident Trump schon mehrfach ausstattete, gefiel vielen Gegnern des Politikers nämlich so gar nicht. Der Protest der Hater inspirierte das italienische Modehaus zu einem T-Shirt, auf dem ein großes rotes Herz prangt, darüber der Hashtag #Boycott Dolce & Gabbana. Nicht das erste Mal wurde als Antwort auf kritische User-Stimmen ein ironisches Produkt entworfen, um die Missgunst der Hater zu nutzen. Angelehnt an den Wortschatz des 45. Präsidenten wurde ein vermeintliches Video von Gegner des Labels, in dem sie die Boykott-Shirts tragen, als Promotion genutzt und mit dem Hashtag #FakeNews versehen.

Dolce & Gabbana: Die eigenen Models protestieren auf dem Laufsteg

Die sogenannten Hater hielten aber nicht lange die Füße still! Raury, ein amerikanischen Singer-Songwriter, der mit Celebrities wie Chance the Rapper zusammenarbeitete und Model der Fashion-Show von D&G war, die am vergangenen Samstag stattfand, zog während des großen Finales auf dem Runway sein T-Shirt aus. Diesmal – kein gewollter Boykott der beiden Modeschöpfer! Auf seinem Brustkorb stand in Großbuchstaben: "PROTEST D&G"; "Gebt mir Freiheit" und "Ich bin nicht euer Sündenbock". Eine wohl ziemlich eindeutige Message an die Designer: Die Ironie des #Boycott Dolce & Gabbana gefällt dem Millennial so ganz und gar nicht! In einem Interview bestätigt er: "Ich, als junger Mann aus Stone Mountain, Georgia, dem Entstehungsort des Klu Klux Klan, habe den Spott des Boykotts so richtig gefühlt." Seine Abneigung gegen den 45. Präsident verdeutlicht der 21-Jährige im Interview: "Ich weiß, wenn ich hier laufe und jemanden unterstütze oder befürworte der neben Trump sitzt – oder jemanden, der mit Trump Dinner isst oder so was – dann bedeutet das, dass ich auch Trump unterstütze. Ich unterstütze Trump nicht."

 

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Auch Ex-Disney Star Miley Cyrus, die sich stark für die LGTBQ-Community engagiert, äußerte daraufhin am Montag Kritik an Dolce & Gabbana. Ihr Bruder Braison Cyrus durfte neben dem Sohn von Cindy Crawford und der Tochter von Sylvester Stallone seine erste Runway-Show für das italienische Label laufen. Auf Instagram schreibt die Freundin von Liam Hemsworth daraufhin: "Ich liebe dich Prince Suga Bear und gratuliere dir ernsthaft für diese Erfahrung! Ich bin so stolz auf dich… von Nashville bis Italien! PS. D&G, ich widerspreche komplett eurer Politik… aber ich unterstütze den Einsatz eurer Marke junge Künstler zu supporten & ihnen eine Plattform zu geben damit jeder sieht wie sie leuchten!"

 

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Was sagen Dolce & Gabbana dazu? 😱

Stefano Gabbana antwortet prompt und macht der Malibu-Interpretin seine Meinung klar: "Ignorant!!! Wegen deines dämlichen Kommentars werde ich nie wieder mit ihm arbeiten." Weiter macht der Designer seinem Frust Luft: "Wir sind Italiener und wir interessieren uns nicht für Politik und erst recht nicht für die, der Amerikaner. Wir brauchen deinen Post oder deine Kommentare nicht, also ignoriere uns bitte nächstes Mal einfach." Selbstverständlich untermauert Stefano diesen Beitrag noch mit dem Hashtag #boycottdolcegabbana.

Weitere Statements zum Auftritt von US-Sänger Raury auf ihrer Fashionshow existieren noch nicht. Im Interview mit der GQ sagt der junge Künstler: "Das Boykott Dolce & Gabbana-T-Shirt, das sie kreiert haben, verspotettet den gesamten Boykott. Er ist die Stimme der Menschen." Der Rapper selbst ist überzeugt: "Ehrlich gesagt, ob Mode, Musik, Film, Kunst, Bauarbeiter, Menschen, jeder ist auf seiner Arbeit irgendwie mit Politik verwoben. So ist das Leben. Wenn deine Botschaft cool ist, dann ist sie es. Aber wenn nicht, dann werden die Millennials kommen und es dich wissen lassen. Und damit hören wir nicht auf." 

Wir bleiben definitiv an dieser Geschichte dran und sind gespannt, wie sich die Geschehnisse weiter entwickeln. In den sozialen Medien wird Raury jedenfalls bereits für seinen öffentlichen Protest gefeiert.

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