Fashion

Hien Le for Zign - Der Berliner Designer im Interview

Von Claudia am Montag, 23. Juni 2014 um 10:00 Uhr

Er gehört definitiv zu den größten Talenten am Berliner Designer-Himmel - Hien Le ist aus der deutschen Modeszene einfach nicht mehr wegzudenken. Die Zalando Eigenmarke Zign hat das Potenzial erkannt und ihn sich direkt für eine Kooperation geschnappt. Wir haben den Designer getroffen und mit ihm neben der Zusammenarbeit mit Zign über seine Sommerpläne gequatscht.

Seit etwa vier Jahren gehört Hien Le zur Berliner Modeszene und konnte sich in dieser kurzen Zeit zu einem der erfolgreichsten Designer etablieren. Mit Zign ist Hien Le zum ersten mal eine Kooperation mit einem so großen Unternehmen eingegangen und hat es zudem ebenfalls erstmals gewagt, Accessoires zu designen. Wir finden, das Ergbnis kann sich mehr als sehen lassen. Ab Semptember wird es die 10-teilige Kollektion, bestehend aus Damen- und Herrenschuhen, Taschen, Cardholders, iPhone Hüllen und Portemonnaies, exklusiv bei Zalando zu kaufen geben. 

Im Interview hat uns der sympathische Designer alles zu der Kooperation verraten. Ob sein Ausflug in die Welt der Accessoires eine Fortsetzung haben wird lesen Sie hier...

 

Wie kam die Kooperation mit Zign zustande?

Zign ist auf mich zugekommen und hat mich gefragt, ob ich nicht Lust dazu hätte und dann habe ich mir alles angehört und geguckt, ob wir da wirklich zusammenpassen – so kam das zustande.

 

Warum passen Zign und Hien Le so gut zusammen?

Für mich war das erst einmal unglaublich interessant, weil ich vorher noch nie mit einem Unternehmen zusammengearbeitet habe – vor allem als unabhängiger Designer. Und dann mache ich ja keine eigenen Schuhe und Accessoires – noch nicht. Und zum anderen finde ich, dass Zign in Berlin gegründet wurde, in Berlin ansässig ist und somit ein Berliner Label ist und ich ebenfalls aus der Stadt komme ist ein super Kriterium gewesen. 

 

Was war Deine Inspirationsquelle?

Die Hauptinspiration war natürlich Berlin. Und da habe ich mich vor allem von den Fassaden und dem urbanen Schick inspirieren lassen. Eine weitere Inspirationsquelle ist Grunge. Ich habe das Grunge-Karomuster genommen und es ein bisschen abgewandelt, sodass man es mehr als Geflecht sieht – und das noch einmal reduziert. Die Herausforderung war dabei, dass es zu Zign passt, aber auch Hien Le verkörpert. Und ich glaube, das ist uns ganz gut gelungen. Die Schuhe – die hat der Boris, der Schuhdesigner von Zign mitentwickelt – und das Muster haben wir so eingesetzt, dass es nicht zu flächig ist. Der Print ist schon präsent und das soll auch so sein, aber wir spielen auch ganz viel mit Details.

 

Wie viel Einfluss hattest Du bei der Entstehung und der Form der Schuhe?

Das habe ich so geschätzt an der Zusammenarbeit - es wurde wirklich alles abgesprochen. Es wurde nie über mich hinweg entschieden. Wie das Muster eingesetzt wurde – jeder Schritt wurde von mir erst einmal abgenommen. Und wenn irgendwas nicht gestimmt hat, wurde es dementsprechend angepasst. Und das geht vom Schuh, über das Seidenpapier, bishin zur Verpackung und zu den Etiketten.

 

Wie lange hat es gedauert bis alle glücklich waren?

Das ging relativ schnell. Angefragt wurde ich im Oktober 2013 und im November hatten wir schon die erste Präsentation. Im Dezember war dann mein Job so gut wie getan, außer das ich dann noch mal zum absegnen geholt wurde.

 

 

Accessoires sind eine völlig neue Erfahrung für Dich. Willst Du da weitergehen?

Auf jeden Fall! Ich habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, dass ich irgendwann mal meine eigenen Schuhe mache oder Accessoires und deswegen kam das sehr gelegen. Das ist einfach eine ganz andere Materie für mich. Ich habe mich noch nie mit dem Schuh an sich befasst. Einen Schuh zu designen ist auch noch mal etwas ganz anderes als Klamotten. Deswegen war das auf jeden Fall gut für mich und eine gute Schule. Ich bin sehr dankbar für diese Kooperation.

 

Was macht für Dich den perfekten Schuh aus?

Der muss natürlich bequem sein und gut ist er, wenn er zu vielen Sachen einfach kombinierbar ist – wenn man ihn vielseitig einsetzen kann und er zu mehreren Gelegenheiten tragbar ist.

 

Siehst du Dich noch als Jungdesigner?

Ja, irgendwann kam das so in die Presse. Und dass dieses Image noch kommuniziert wird, finde ich völlig ok. Ich bin auch irgendwie noch am Anfang – ich komme jetzt ins vierte Jahr. Das heißt mein Label ist noch relativ jung. Und ich hoffe das es natürlich stetig bergauf geht. 

 

Wie sieht es mit weiteren Kooperationen aus?

Ich fand es sehr spannend und ich war neugierig auf diese Herausforderung. Es war eine tolle Erfahrung, mit einem größeren Unternehmen zusammenzuarbeiten. Zign gehört zu Zalando und die sind einfach riesig. Und deswegen bin ich auf jeden Fall nicht abgeneigt noch einmal so eine Kooperation einzugehen.

 

Kannst Du schon etwas zu Deiner nächsten Kollektion verraten?

Es wird auf jeden Fall wieder einen Signature-Print geben. Den hatte ich im Winter nicht und es geht ganz viel um Lagerung und Schichten. Und es wird viel transparenter und fließender im Vergleich zum vorherigen Kollektion.

 

Was ist Dein absolutes Summer-Must-Have?

Sonnencreme wahrscheinlich, oder? (lacht) Ich beschäftigte mich eigentlich nie so mit Must-Haves. Für mich ist das immer sehr stimmungsabhängig. Was ich auf jeden Fall haben muss ist mein Fahrrad. So bewege ich mich dann immer durch Berlin. Damit fahr ich zu den Produktionsstätten, zu meinen Kunden und liefere sogar manchmal aus. So ist eben alles gut zu erreichen. Berlin ist gar nicht so groß wie man denkt.

 

Was sind die Hot-Spots des Sommers?

Auf jeden Fall die Thai Wiese – da gibt es original Thai Street Food. Das hat auch immer etwas von Urlaubs-Feeling. Da kann man Picknicken und den ganzen Tag gut essen. Dann muss man sich die Markthalle 9 auf jeden Fall angucken. Da gibt es auch jeden Donnerstag einen Street Food Market – wie du siehst esse ich sehr gerne... Dann ist Berlin auch immer wieder voll mit neuen aufregenden Ausstellungen. Gerade ist eine gute Fotoausstellung in der Camera Work. Im Sommer ist es auch immer toll durch den Tiergarten zu fahren – ich bin super froh, dass Berlin so viel Grünanlagen hat.

 

Machst Du Urlaub?

Mit der Fashion Week ist die Arbeit erst einmal abgeschlossen. Und ich will auf jeden Fall in den Urlaub fahren. Urlaub ist das nächste Ziel! Den habe ich auch dringend nötig...