Fashion

Interview mit Lisa von Folkdays

Von Mirjana am Samstag, 1. Februar 2014 um 10:00 Uhr

Nachhaltige Produkte, die auch noch stylisch sind. Gibt's das überhaupt? Klar, der neue Onlineshop Folkdays vereint faire Herstellungsbedingungen mit angesagten Ethno-Accessoires. GRAZIA traf Mitbegründerin Lisa Jaspers zum Interview.

Wie ist Folkdays entstanden? 

 

Uns ist immer wieder aufgefallen, dass man als interessierter und modebewusster junger Mensch derzeit zu wenig Auswahl hat, wenn es darum geht, nachhaltig produzierte aber auch stylische Kleidung zu kaufen. Wir selbst haben eher selten fair-gehandelte Kleidung gekauft – da uns das meiste einfach nicht gefällt oder eben nicht hochwertig genug ist. Deshalb haben wir Folkdays gegründet: ein Label und Onlineshop für hochwertige und handgemachte Accessoires wie Schals, Mützen, Schmuck und Taschen aus unterschiedlichen Entwicklungsländern. Unser Ziel ist es, fairen Handel und highend Fashion miteinander zu verbinden. Auf Folkdays.com kann man nicht nur wunderschöne Produkte in limitierter Auflage kaufen, sondern auch die Story hinter den Produkten entdecken. Wir reisen selbst in die abgelegensten Orte der Welt, um persönlich mit den Produzenten zu sprechen und qualitativ hochwertige Accessoires auszuwählen. Unsere Kunden können uns über Facebook, Instagram und unseren Blog auf der Reise begleiten und sich selbst von unserem Vorgehen überzeugen.

 

 

Wer steht genau dahinter?

 

Folkdays wurde von mir (Lisa Jaspers) und Heidi Strom ins Leben gerufen. Mittlerweile sind wir zu dritt und werden von unserem guten Freund Kimon Haars unterstützt. Zum einen teilen wir eine Leidenschaft für gutes Design, zum anderen haben wir alle über eine längere Zeit Erfahrungen in Entwicklungsländern gemacht - dies wollten wir verbinden. Heidi ist Textildesignerin und Lisa war vorher in der Entwicklungszusammenarbeit beschäftigt. Wir hatten schon vor mehreren Jahren bei einem gemeinsamen Aufenthalt am Lago de Atitlan in Guatemala die Idee für Folkdays entwickelt. Damals leitete Heidi für „Designer ohne Grenzen“ ein Projekt in Guatemala mit lokalen Weberinnen. Die Begeisterung für qualitativ hochwertige und handgemachte Produkte aus Entwicklungsländern hat uns seitdem nicht mehr losgelassen. Dieses Jahr haben wir uns dann entschieden, die Idee umzusetzen und individuelle Produkte aus aller Welt nach Europa zu bringen.

 

Wie habt ihr die Handwerker gefunden?

 

Wir reisen selbst durch Entwicklungsländer und suchen die Produzenten und Produkte vor Ort aus. Gerade planen wir unsere nächste Reise, die uns nach Indien und Bangladesch führen wird. Obwohl man bei diesen Ländern nicht unbedingt direkt an faire Arbeitsbedingungen denkt, haben wir über unser Netzwerk einige potenzielle Produzenten ausfindig gemacht, die einen großartigen Job in den Communities vor Ort leisten, indem sie faire Arbeitsbedingungen realisieren. Das wollen wir uns jetzt anschauen. Zusätzlich sind wir besonders an den verschiedenen ethnischen Gruppen im indischen Norden interessiert, die über Jahrhunderte hinweg tolle Produkte aus Seide und Ton produzieren.

 

Nach welchen Kriterien sucht Ihr Eure Produkte aus?

 

Uns interessieren besonders Produkte mit Elementen, die es in den Ländern oder Regionen, in denen sie produziert werden, schon lange gibt. Wir kaufen unsere Seidenschals in Kambodscha ein, wo es schon seit Jahrhunderten Seidenwebereien gibt. Silberschmuck kaufen wir von einem Stamm in Nordthailand. Dort hat Silber eine große Tradition, sodass das Handwerk dort perfektioniert wurde. Unser Alpaka kommt aus Bolivien, wo auch schon immer Alpaka getragen und gewebt wurde. Wir versuchen also traditionelle, folkloristische Produkte zu finden, die trotzdem schlicht sind und in ihrer Verarbeitung einzigartig. Das allerwichtigste Auswahlkriterium aber für uns ist: auf Folkdays findet man nur Sachen, die wir selbst auch tragen, und kaufen würden. 

 

Folkdays bedeutet "Contemporary artisan culture"

 

 

Eure Bestseller?

 

Wir haben einen wunderschönen großen Schal aus indischer Eri-Seide (Nº 21), der sich super verkauft. Auch unsere Ledertaschen aus Äthiopien kommen gut an bei unseren Kunden. Genau wie der Silberschmuck aus Thailand: Unsere persönlichen Favorits sind die Karen 3 Lances Earrings (Nº 10) und das Karen Dangle Bracelet (Nº 13). 

 

Was möchtet Ihr unbedingt noch im Shop haben?

 

Wir fänden es toll, mehr afrikanische Produkte zu verkaufen. z.B. finden wir den Schmuck des Massai-Stamms aus Kenia wunderschön. Dort haben wir aber bisher leider noch keine Produzenten ausfindig machen können.

 

Welchen Star würdet Ihr gerne mal mit Produkten von Folkdays sehen?

 

Wir würden uns total darüber freuen, unsere Produkte an Frauen wie Joy Denalane oder Heike Makatsch zu sehen. Beide sind tolle, starke Frauen, die Style haben und dafür bekannt sind, auch mal über den Tellerand zu schauen.

 

Inspiration: Folkdays-Moods

 

 

Weitere Infos zum Onlineshop Folkdays finden Sie auf der Website. Die Produkte kosten zwischen 7 € und 160 €.

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