
Ein Krieg im Kopf: Die Entstehung von Burning Symphony
Wenn Kilian Kerner seine neue Arbeit in drei Worten beschreiben müsste, fallen diese ohne Zögern: "Schmerzhaft, ehrlich und persönlich." Hinter dem Designer liegt eine Zeit, die er selbst als traumatisch beschreibt. Alles begann mit Rückenschmerzen – ein Leidensweg, der ihn schon während der Fashion Week im Januar begleitete. Es folgten traumatische Erfahrungen durch die Krankheit, bis schließlich eine Operation nötig wurde, bei der es zu Atemproblemen kam. Die Folge: eine posttraumatische Belastungsstörung. Zur gleichen Zeit zerbrach dann auch noch seine große Liebe. All das zusammen sollte ihn noch monatelang begleiten.
"Ich hatte dreißig, vierzig Weinanfälle über Monate. Ich konnte nicht mehr arbeiten", gesteht er offen. Bis Ende April gab es weder Entwürfe noch Stoffe. Die Kollektion, die heute über den Runway schwebt, entstand in einem einzigen, zweitägigen Entwurfsrausch, bevor er wieder in tiefe Erschöpfung versank. "Meine Assistentin hat eigentlich die Firma geleitet und ich lag im Bett und hab geheult."

"So Kollektion, jetzt hast du den Schmerz und ich nicht mehr"
Die Kollektion ist ein textiles Zeugnis dieser inneren Zerrissenheit. Besonders das Abschlusskleid - ein Hochzeitskleid - hat es dem Designer angetan. Für ihn ist die Show ein ritueller Akt der Befreiung. Er gibt den Schmerz an die Kleider ab, um selbst wieder atmen zu können.
"Ich für mich persönlich halte nichts von Weglaufen oder Zumachen oder Mauern hochziehen. Ich bin durch diesen Schmerz gegangen und das war wie ein Krieg in meinem Kopf", so Kerner. Die Krankheit und deren starken Folgen gegen die Trennung. Sein Rat an alle, die in ähnlichen Situationen stecken: Die Gefühle zulassen, so hart es auch sein mag. Nur durch die intensive Auseinandersetzung und Therapie habe er den Weg zurück ins Licht gefunden.
Radikaler Cut: Von Berlin nach Los Angeles
Kilian Kerner bricht nun zu neuen Ufern auf und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der Umzug nach Los Angeles ist beschlossene Sache. Er sucht die Freiheit, das Unbekannte und will Dinge tun, die er sich nie zuvor getraut hat: Bungee Jumping, den Führerschein machen und das Leben in vollen Zügen genießen.
Besonders ein Vorhaben unterstreicht seinen Wunsch nach Kontrasten: "Ich werde einen Trip machen, ganz alleine mit dem Auto über die Highways fahren und in den abgefucktesten Motels übernachten." Ein bewusster Gegenentwurf zu seinem gewohnten Lifestyle, um die neue Freiheit zu spüren. Beruflich läuft es in den USA bereits hervorragend, und auch die langjährige Zusammenarbeit mit Heidi Klum bei "Germany’s Next Topmodel" gibt ihm neuen Aufwind. In der aktuelle Staffel stattete der Designer die Kandidaten in Folge 6 für den Elimination Walk aus.
"Burning Symphony" ist mehr als eine Kollektion - es ist der Abschluss eines schmerzhaften Kapitels und was daraus hervorgeht, ist ein Mann, der sich entschieden hat, das Leben wieder schön zu finden. Wir sind gespannt, welche Inspirationen er aus den Straßen von L.A. mit zurück nach Deutschland bringt.














