Fashion

MBFWB: Backstage-Talk mit Dawid Tomaszewski

Von Susan am Mittwoch, 9. Juli 2014 um 13:52 Uhr

Vor der Tischlerei der Deutschen Oper - noch eine halbe Stunde bis zur Show. Im Interview hat mir Dawid Tomaszewski seine privaten Rituale vor der Fashion Show verraten und hatte sogar Zeit für ein Selfie.

Wow - Dawid Tomaszewski wirkte bei unserem Talk draußen vor dem Backstage Bereich an der Deutschen Oper ziemlich entspannt (war er aber eigentlich nicht). In einer halben Stunde wird seine Frühjahr-/Sommer-Kollektion 2015 gezeigt - und die wurde überraschenderweise mal nicht von der Farbe Schwarz dominiert. Im Interview hat uns der deutsch-polnische Designer verraten, wie er selbst sein Label sieht, dass auch seine Mama bei der Show ist und wie die letzten Stunden vor der Präsentation ablaufen.

Wie hoch ist gerade der Stress-Faktor von 0-10?

Mein Gott... 15!

Wie ist denn so der Ablauf in den letzten Tagen und Stunden vor der Show?

Die letzten Wochen waren wahnsinnig ruhig und entspannt. Wir waren gut in der Zeit, weil wir ein tolles Team dahinter haben, das alles super organisiert. Aber die letzte Nacht - eigentlich dachte ich, es wird mich nicht wieder so mitnehmen - aber als ich gestern nach Hause gefahren bin, habe ich gemerkt, das wird eine kurze Nacht ohne Schlaf und mit vielen Gedanken. Passt alles? Jetzt komme ich langsam wieder runter, weil jetzt ist ja schon eigentlich alles fertig. Heute morgen kam ich aber zittrig her...

Dein Label in drei Worten?

Luxuriös. Zeitlos. Faszinierend. Faszinierend bedeutet - wir wollen immer etwas neues, aber trotzdem mit der eigenen Handschrift.

Wer sollte gern einmal in der Front Row sitzen?

Unsere Front Row ist schon perfekt. Da sind viele Freunde, Iris Berben, meine Mutter ist auch gerade gekommen. Tilda Swinton - das wäre das I-Tüpfelchen. Meine Kunden sind mir aber wichtig und die Presse die da ist. Aber Catherine Deneuve wäre doch schon irgendwann toll... Ich liebe Catherine Deneuve.

Gibt es einen besonderen Zusammenhang zwischen dem Make-Up und der Kollektion?

Das ist die Idee - also Catrice bietet uns da eine großartige Plattform. Wir sind Offsite in der Deutschen Oper - da ist es wichtig, dass das Make-up auch darauf abgestimmt wird, dass das alles zusammenpasst. Besonders wichtig ist mir gesunde tolle Haut, tolle Haare die wunderschön glänzen. Wir haben mit Catrice Moodboards gehabt, wir haben uns sofort super verstanden. Wir haben dieselbe Idee, dieselbe Bildsprache. Der Look ist neu interpretiert - besonders leicht. Ich mag die Leichtigkeit. Wir wollen den Look vom Runway auch auf der Straße umsetzen könnnen - wir wollen, dass der ganze Look auch im "real life" funktioniert. So versuchen wir neue Trends zu schaffen.

Welcher internationale Star würde gut zu Dawid Tomaszewski passen?

Cate Blanchett wäre toll und ich habe eine Schwäche für rothaarige Frauen - das heißt die Frau Moore (Julianne Moore), das wäre schon nett, schön, großartig.

Gibt es ein Good Luck Ritual vor der Show?

Ja, wir haben ja ein Moodboard im Studio und das wird vollgehangen mit Kunstwerken, mit Inspiration, mit Stoffen. Da wird vor der Show immer alles heruntergerissen vom Team. Auch das SS 2015. Da hängt im Studio auch jetzt schon wieder AW - in zwei Tagen gehen wir schon wieder arbeiten und dann haben wir schon wieder den Winter vor Augen. Ich brauche keine Pausen - weil das ist mein Lebenswerk. Ich muss mich nicht erholen, es ist ein laufender Prozess. Ich arbeite nicht, ich lebe mein Leben.

Wieso ist Instagram für dich und das Label so wichtig?

Ich habe Instagram für mich entdeckt und das ist so mein Day-Diary. Ich poste unheimlich viel Kunst, weil das prägt mein Leben. Viel von meinem Hund - meinem Liebling. Das ist so schnelles kommunizieren mit Menschen, die mich umgeben. Das geht so schnell, ich mag keine E-Mail schreiben, nur kurze Statements.

Was erwartet uns heute?

Die Hauptfarbe ist Weiß - es sind Schattierungen von Weiß. Und da kommt so ein spezieller Print - das sind Hochhaus-Grundrisse, die ich gezeichnet habe, ein wenig verändert habe - gematched mit Farbe. Ich fokussiere mich immer auf irgendwas und dann ziehe ich das durch. Wenn ein Print, dann richtig - dann muss der besonders sein - klein, groß, verschwommen, schwarz-weiß, bunt - die wurden dann auch bunter. Das Team hat aus mir auch etwas mehr herausgekitzelt - das fordert mich.

Wenn die Kollektion heute ein Tier wäre - welches wäre sie?

Ein Pferd (Anmerkung der Red.: das kam schnell wie aus der Pistole geschossen). Ich liebe Pferde, weil sie so starke Tiere sind und reite auch sehr gerne, seitdem ich ein Kind war. So viel Grazie, so viel Geschmeidigkeit, so viel Glanz.