Fashion

Nachhaltigkeit durch Second Hand

Von GRAZIA am Montag, 14. September 2020 um 17:09 Uhr

Das Thema Nachhaltigkeit ist ein großer Trend in vielerlei Branchen. Doch wie funktioniert Nachhaltigkeit eigentlich in puncto Mode? Second-Hand-Mode zu kaufen, ist ein wichtiger Baustein, doch im Grunde beginnt das Thema Nachhaltigkeit bereits weit davor – nämlich beim ersten Kauf. 

Unter nachhaltiger-warenkorb.de gibt es einfache Regeln, die dabei helfen sollen, Fast Fashion sinnvoll zu gestalten und dabei auf die Nachhaltigkeit zu achten. Die Tipps, die dort gelistet sind, rufen vor allem dazu auf, qualitativ hochwertige Bekleidung in Maßen anstatt in Massen zu kaufen. Zu den hochwertigen Stoffen gehört unter anderem Bio-Baumwolle, die ohne Pestizide oder toxische Dünger gefertigt wird – und somit Böden und Gewässer schont. Bekleidung sollte grundsätzlich frei von per- und polyfluorierten Chemikalien sein, die als PFC-Stoffe ausgewiesen werden. Daneben ist fair produzierte Bekleidung ein wichtiges Qualitätsmerkmal, das bereits beim ersten Kauf berücksichtigt werden sollte, damit die Kleidung dann im Second-Hand-Handel guten Gewissens weiterverkauft werden kann.

Second-Hand-Modeshopping. Welche Möglichkeiten gibt es?

Second-Hand-Läden sind mittlerweile rar geworden, was noch lange nicht bedeutet, dass Second Hand aus der Mode gekommen ist. Vielmehr hat sich auch diese Branche digitaler aufgestellt. Begonnen hat dieser Trend bereits früh mit dem Second-Hand-Allrounder eBay.com. Bei der Plattform kann und konnte nicht mehr Getragenes online eingestellt und privat ersteigert oder zu einem Festpreis erworben werden. Mittlerweile sind auch immer mehr Händler unter eBay zu finden, die Neuware zum günstigen Preis anbieten. Diese Öffnung und Vermischung von Gebraucht- und Neuware ermöglichte es Spezialanbietern, spezielle Kategorien im Second-Hand-Handel zu besetzen. 

Auf ubup.com beispielsweise werden gebrauchte Kleidungsstücke angeboten, die Privatpersonen im Vorfeld zu Festpreisen an momox-fashion.de verkauft haben. So kommt es zu einer klaren Trennung zwischen dem Verkauf einer Privatperson an einen Händler und dem Kauf von einer Privatperson im Second-Hand-Onlineshop. Das birgt Vorteile für Verkäufer und Käufer gleichermaßen. Verkäufer müssen nicht darauf warten, bis ein Interessent nach exakt diesem Kleidungsstück sucht, sondern können die Bekleidung direkt und schnell online verkaufen. Zum Verkauf steht sie dann – nach einer entsprechenden Qualitätsprüfung – bei ubup.com. Auf dieser Plattform können sich Interessierte so bewegen wie im Onlineshop mit dem kleinen Unterschied, dass auf ubup.com eben Second-Hand-Kleidung verkauft wird.

Die Vorteile: Warum wird Second-Hand-Mode immer beliebter?

Second-Hand-Mode erfreut sich aus ganz unterschiedlichen Gründen großer Beliebtheit:

  1. Second-Hand-Mode gibt es günstiger als zum regulären Preis.Marken-Bekleidung, wie etwa Mode von Michael Kors oder Calvin Klein, gibt es Second Hand deutlich unter dem Preis aus der Boutique. Auch andere Marken, wie etwa Hugo Boss, Tommy Hilfiger oder Marc Cain können nun so günstig erworben werden, dass sie auch für Menschen mit geringerem Bekleidungsbudget erschwinglich werden. Datenjournalisten von statista.com erklärten, dass in Deutschland monatlich zwischen 50 und 125 Euro für Bekleidung ausgegeben werden.
  2. Second-Hand-Mode hält Kleidungsstücke am Leben. Röcke, Tops, Kleider und Hosen sind dazu gemacht, getragen zu werden. Ungesehen im Schrank zu hängen, ist ein hingegen eher trauriges Dasein, was Bekleidung nicht fristen sollte. Diese Überlegung ist mitunter ein Grund, warum Styling-Experten auch dazu raten, regelmäßig den Kleiderschrank auszumisten.  Was zwei Jahre nicht getragen wurde – abgesehen von Bekleidung, die einen speziellen Anlass braucht – darf ruhig aussortiert werden. Die Chance, dass das Kleidungsstück noch einmal getragen wird, ist dann nämlich vergleichsweise gering. Wird es dann Second Hand verkauft, findet es im besten Fall einen neuen Fan und darf wieder deutlich häufiger an die frische Luft.
  3. Second-Hand-Mode sorgt für alte Highlights zwischen neuen Trends.Second-Hand-Bekleidung zu shoppen, muss nicht zwingend bedeuten, dass das Geld nicht reicht, um neue Kleidung zu kaufen. Auch die Suche nach Einzelstücken von anno dazumal macht Second-Hand-Mode zu einem beliebten Shopping-Objekt. Zudem sind (mit Blick auf die neusten Modetrends) nicht nur neue Farb- und Musterkombinationen angesagt, sondern häufig zeigt sich auch: Die Trends von anno dazumal sind wieder im Kommen – und können auch Second Hand erworben werden. So wurde das Shoppen von Bekleidung aus den 60er-, 70er- und 80er-Jahren zum erklärten Trend der Second-Hand-Mode.
  4. Second-Hand-Mode trägt dem Wunsch nach einem nachhaltigen Umgang Rechnung. Hochwertig und nachhaltig produzierte Markenware ist eine wertige Investition. Zum einen sind die Produktionsbedingungen von Fair Fashion gut für die Arbeitskräfte, die mit der Erstellung betraut werden, zum anderen handelt es sich um hochwertig produzierte Ware, die sicherlich den regulären Modelebenszyklus überleben kann. Das bedeutet: Selbst wenn das Bekleidungsstück nicht mehr passt oder nicht mehr gefällt, ist es dennoch so gut, dass es auch weiter Freude bringen kann.

Wie trägt Second-Hand-Mode zum Umweltschutz und zu mehr Nachhaltigkeit bei?

Bezüglich der Nachhaltigkeit in puncto Second-Hand-Mode gibt es mittlerweile bereits Studien, die zeigen, wie wichtig Nachhaltigkeit heute wird – in Zeiten, in denen es spielend einfach ist, Bekleidung zu erwerben. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Die etwa 60 Kleidungsstücke, die ein Deutscher aktuell jährlich kauft, benutzt er nur halb so lange, wie noch vor 15 Jahren. Das heißt auch: Der Konsum steigt, die Haltwertzeit jedoch fällt. Damit umso wichtiger ist der Kauf von nachhaltig produzierter Bekleidung, die dann auch – ganz im Sinne der Nachhaltigkeit – Second Hand weitergetragen werden kann. Funktionieren kann dieses Prinzip jedoch nur, wenn bereits beim Ersterwerb auf qualitativ hochwertige Waren geachtet wird, die dann pfleglich behandelt und weiterverkauft werden, sobald man oder frau das Gefühl hat: "Jetzt muss es etwas Neues im Schrank sein."

Übrigens: Second-Hand-Mode ist nicht nur dann nachhaltig und schützt die Umwelt, wenn das Kleidungsstück weiterverkauft wird, anstatt auf dem Müll zu landen. Auch diverse Designer setzen mittlerweile bereits bei der Produktion der Bekleidung auf gebrauchte Bekleidung – und damit auf ein Recycling der Stoffe. Mal abgesehen von den Versandkosten, die für Verkauf und Versand von Second-Hand-Mode anfallen, ist dieser Weiterverkauf die umweltfreundlichste Variante, bereits Getragenes weiter zu nutzen. Die Umarbeitung von alter Bekleidung minimiert zwar die Müllberge an Bekleidung, bedeutet aber auch, dass die Bekleidung umgearbeitet werden muss. Und das wiederum bedeutet, dass Wasser verbraucht wird und Mikroplastik entsteht. So kann diese Variante nur Plan B mit Blick auch Bekleidung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit sein.

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