Fashion

Paris Fashion Week SS 2015: Interview mit Kaviar Gauche

Von Susan am Donnerstag, 25. September 2014 um 11:04 Uhr

Die Kaviar Gauche Designerinnen Johanna Kühl und Alexandra Fischer-Roehler haben gestern Abend ihre Spring Summer 2015 Kollektion in Paris gezeigt. Wir haben mit beiden über Paris und ihr Label gequatscht!

Ihr zeigt jetzt in Paris und nicht mehr in Berlin – wieso war dieser Schritt so wichtig?

Wir haben in der Vergangenheit regelmäßig in Berlin gezeigt. Immerhin ist die Stadt in einem starken strukturellen und modischen Wandel und diese Entwicklung haben wir auch in der Hauptstadt von Jahr zu Jahr während unserer Shows erlebt. Dennoch möchten wir uns als Label natürlich auch nach zehnjährigem Bestehen noch weiter entwickeln. Man kann fast von einem Back to the Roots sprechen. Immerhin starteten wir damals mit einer Guerilla Show vor den Türen von Colette. Unsere Mode ist international und daher wagten wir erneut den Schritt und gingen nach Paris. Ganz wichtig ist zu betonen, dass wir Berlin nicht verlassen. Im Gegenteil. Wir werden unsere Kollektionen auch weiterhin in Berlin zeigen.

Paris vs. Berlin: was sind für euch die größten Fashion-Unterschiede?

Berlin ist eine Stadt, die unglaublich im Wandel ist, man hat manchmal das Gefühl, dass sie vor neuen Ideen, Designs und Styles fast explodiert. Die Stadt zeichnet sich doch insbesondere mehr durch ihre diversen Streetstyle-Looks aus. Eher ein legerer und sportiver Look ist zu erkennen. Man kann die beiden Metropolen also gar nicht miteinander vergleichen. Denn Paris steht natürlich für einen ganz anderen, einzigartigen Stil. Schließlich ziert jede Modemetropole einen eigenen Stil. Aber Paris hat vor allem in der Definierung von Modetrends die Nase vorn und lässt sich diesen Rang nicht ablaufen. In Paris wird einfach Couture gezeigt. Und auf den Straßen selbst findet man natürlich eine Diversität an Looks und vor allem Trends.

Ihr geht auch gern Kooperationen ein (wie z.B. aktuell mit Sheen). Wie entscheidet Ihr welche Kooperation passt und was findet ihr spannend dabei?

Grundsätzlich bekommen wir natürlich regelmäßig Kooperationsanfragen, und da müssen wir natürlich ganz klar selektieren, was man in einer Saison zusätzlich annehmen kann und neben einer RTW Collection und Bridal Linie schafft. Zum einen schauen wir natürlich, welche Produkte das Label im Portfolio hat, und ob sie uns ansprechen. Zum anderen schauen wir, welche Zielgruppe durch ein gemeinsam entstandenes Produkt aus der Kooperation im Nachhinein angesprochen wird. Spannend ist vor allem, dass wir natürlich häufig Kooperationen eingehen, die in dem Sinne nichts mit Bekleidung zu tun haben und doch unsere Kernelemente, wie das florale Muster integrieren können.

Gibt es etwas, das euch gerade im Moment besonders inspiriert?

Wir sind immer auf der Suche nach etwas Innovativen für unsere Kollektionen und lassen uns da regelmäßig durch die unterschiedlichsten Momente inspirieren. Partiell fließt auch ein Hauch musikalischer Untermalung oder auch Filme aus vergangenen Jahrzehnten in unsere Kreationen mit ein. Vor allem Elemente aus der Natur lassen häufig Formen für spätere Designs entstehen. Aber allgemein kann man sagen, dass wir uns unterbewusst inspirieren lassen. Das passiert dann häufig auf Reisen oder bei Stoffmessen.

Und andersherum: was raubt euch die Inspiration?

Da sind wir Gott sei dank relativ resistent, nur wenn die Abstände von Kollektion bzw. Show zu Show zu knapp werden, ist die Arbeit manchmal keine reine Freude mehr.

Was ist jetzt der nächste Step?

Wir freuen uns auf die Bridal Couture Kollektion 2015, die schon fast fertig ist. Eine weitere Show in Paris wäre natürlich wünschenswert, sodass wir uns in Paris festigen. Nach einem Flagship Store in München und Berlin wäre es natürlich großartig, ebenfalls im Ausland einen Standort finden.

Zum Schluss noch ganz privat: Braucht ihr selbst lange, um euer Outfit auszusuchen – oder geht das ganz fix?

Wir sind da beide doch sehr unkompliziert. In den letzten Zügen an unseren Kollektionen darf es im Atelier dann auch mal etwas gemütlicher in Sneakers und einer Jeans sein. Und auch allgemein machen wir uns da tagtäglich keine großen Gedanken zu.

Interview: Susan Fengler

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