Fashion

Showroom-Besuch & Interview mit Guido Maria Kretschmer

Von GRAZIA am Montag, 15. Juli 2013 um 14:50 Uhr

Guido Maria Kretschmer nervös? - Keine Spur. Wir trafen den Designer und Shopping Queen Star zwei Tage vor seiner Show und haben schon mal erste Blicke auf seine neue Frühjahr-/Sommerkollektion erhaschen können: viel Black & White, Gatsby-Pastelle und natürlich pompöse Abendkleider.

Warum Guido Maria Kretschmer am Tag der Show lieber ins Museum geht, wen er gerne mal bei Shopping Queen als Kanditat hätte und was seine Laster sind, lesen Sie im Interview.

Guido, erzähl uns mehr über Deine Sommerkollektion für 2014.

Die Kollektion heißt Enchanté, weil ich das Gefühl Liebe, wenn man irgendwo hinkommt und herzlich willkommen ist. Der Name ist eine Hommage an Wallis Simson. Ich war schon immer ein großer Fan von Ihr und liebe ihren emanzipierten Look.

Welche Farben bestimmen die Kollektion?

Ich wollte ein bisschen Schwarz-Weiß Kontrast. Nach der Colour-Blocking-Zeit bin ich froh, mal wieder etwas Ruhe zu haben. Die Kollektion fängt relativ dunkel an und wird dann immer zarter.

Du hast mal gesagt, dass du demokratische Mode machst. Also neben den teuren Teilen auch bezahlbare Stücke anbietest. Ist das auch bei der neuen Sommerkollektion der Fall?

Ja, ich habe dieses Mal sehr viele Blusen und Shirts in der Kollektion, die bei 50 Euro beginnen. Teure Blazer habe ich in dieser Saison sogar ganz rausgenommen. Die aufwendigen Abendkleider sind natürlich etwas teurer.

Wenn Du eine Kollektion entwickelst, denkst Du dann an eine bestimmte Frau?

Nee, ich bin nicht der Designer, der die Kollektion für bestimmte Promis entwirft. Ich habe das große Glück, dass so viel in mir angelegt ist. Über den Entwurf muss ich nicht besonders nachdenken. Ich steche eine Nadel rein und dann kommt die Idee von selbst.

Wie beginnst Du Deine Arbeit? Du bist ja ein Earlybird. Sieht man Dich schon im Morgengrauen im Atelier?

Ja, ich stehe immer ganz früh auf und beginne mit den Zeichnungen. Die Kollektion habe ich an einem Wochenende gemacht und den Namen hatte ich bereits auf der letzten Fashion Week. An dem Tag der Show mache ich meistens Sachen, die überhaupt nichts mit Mode zu tun haben.

Zum Beispiel?

Ich war schon im Gefängnis Hohenschönhausen oder in der Liebermann-Villa.

Brauchst Du dieses Ritual zum Loslösen von einer Kollektion?

Ja, ich spreche noch mal mit jedem Kleid und wünsche ihnen alles Gute, dann sage ich Adieu. Mode heißt auch loslassen. Wenn ich jemals hier sitze und der letzten Kollektion nachtrauere steige ich aus. Mode ist morgen und nicht gestern.

Was machst Du dieses Jahr?

Ich gehe in die Botschaften von Island, um mir die Ausstellung Tölt anzusehen - ich liebe Island.

Deine Sendung Shopping Queen ist mega erfolgreich. Wie sieht für Dich ein perfekter Shopping-Tag aus?

Für mich wäre mein perfekter Shopping-Tag ein freier Tag mit jemandem, den ich besonders mag. Ich schätze das Bummeln genauso, wie das Kaufen.

Kaufst Du auch online?

Ja, das kommt vor. Ich habe den Vorteil, dass mein Personal die Sachen zurückschickt, wenn sie nicht passen. Das würde ich sonst immer vergessen, das ist der große Vorteil, wenn man Chef ist (lacht). Ich liebe es aber mehr zu bummeln. Mit meiner modeverrückten Mutter bin ich leidenschaftlich gerne an den Schaufenstern vorbeigeschlendert. Wir waren nicht reich, aber hatten trotzdem unseren Spaß. Man muss im Leben nicht alles besitzen.

Was würdest Du noch gerne besitzen wollen?

Ich habe alles: ein Haus auf Mallorca und eine Villa im Grünen. Darüber bin ich jeden Tag glücklich. Als Kind hatte ich viele Träume, die ich mir durch harte Arbeit erfüllen konnte. Heute bin ich nicht so materiell. Meine Rolle ist mehr, die des Konservators. Ich sammle Kunst und Möbel, die zeitlos sind – keinen Sondermüll.

Deine TV-Kanditaten sind nicht immer so stilvoll. Was waren Deine skurrilsten Erlebnisse?

Ich habe die schrägsten Sachen erlebt. Was die teilweise für Tattoos haben, da könnte ich schreien. Eine Frau hatte einen Cocktail auf ihrem Arm, weil sie sich so über den teuren Preis des Getränks geärgert hat - bizarr.

Hast Du beim Start von Shopping Queen damit gerechnet?

Nee, das hätte ich nicht gedacht, aber ich muss trotzdem sagen, dass ich auch oft tief menschlich berührt bin. Ich bin wie die beste Freundin, die das sagt, was die anderen denken.

Gab es mit den prominenten Teilnehmern besondere Erlebnisse?

Ich passe sehr auf, dass ich den bekannten Teilnehmern keinen Prominentenbonus gebe. Ich führe niemanden vor, aber wenn man seinen Kopf raushängt, muss man auch ein wenig Fahrtwind haben.
Teilweise bin ich erstaunt, wie unglamourös einige wohnen. Eva Habermann wohnt beispielsweise furchtbar.

Gibt es jemanden den Du gerne mal in der Sendung hättest?

Über Hannelore Elsner würde ich mich freuen, Iris Berben, Heike Makatsch, Diana Damrau und Elvira Bach.

Hast Du schon mal jemanden abgelehnt?

Ja, schon zwei Mal, aber ich darf natürlich keine Namen nennen. Ich deformiere keine Leute. Wenn jemand doof ist wie Brot oder durchgedreht dann sage ich Stopp.

Du isst kein Fleisch, trinkst kein Alkohol und keinen Kaffee. Was sind Deine Laster?

Ich arbeite zu viel, bin viel zu fleißig und gönne mir zu wenig Ruhepausen. Mein Laster ist Gebackenes. Ich könnte mich nur von Hefegebäck ernähren.

Deine Ziele & nächsten Projekte?

Ich bin froh, dass mein Buch fertig ist. Ein Mode-Ratgeberbuch mit Geschichten aus meinem Leben (kommt zur Buchmesse Frankfurt raus). Im September gehe ich nach Amerika und zeige meine erste Show in New York und dann werde ich viele neue Fernseh-Projekte beginnen. Ansonsten ist mein Ziel gesund und fröhlich zu bleiben und nicht durchzudrehen.

Wow, das klingt nach viel Arbeit. Kannst Du schon mehr über die TV-Projekte sagen?

Ich mache nur Sachen, die ich aus vollem Herzen mache. Leider darf ich noch nicht mehr verraten, aber es wird toll.

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