Fashion

Topmodel Natasha Poly im Interview: „Manchmal helfen nicht mal Kaffee, Red Bull und Cola zusammen"

Von Susan am Freitag, 22. Januar 2016 um 16:02 Uhr
Als wir in Berlin Natasha Poly interviewt haben, hat sie uns nicht nur waghalsige Fitness-Übungen empfohlen, sondern auch verraten, was beim Modeln manchmal so richtig schwierig ist...

Model Natasha Poly ist nicht nur das Gesicht der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin AW 2016, sondern auch eines der erfolgreichsten Models der letzten Jahre. Wir haben die 30-Jährige in Berlin getroffen und mit ihr im Regent Hotel (wir im Strickpulli, Natasha im heißen Cut-out-Dress) über das Modeln, Fitness und Social Media gequatscht.

Sie sehen in der Mercedes-Benz Fashion Week Kampagne sehr sexy aus in ihrem Latex-Kleid. Wie lange haben Sie zum Anziehen gebraucht?

Es hat eine Viertelstunde gedauert. Erst die Latex-Strumpfhose, dann das Kleid und die Handschuhe. Man muss wirklich sichergehen, dass das Latex-Kleid sofort richtig sitzt, weil man es danach nicht mehr bewegen kann. Ich habe mich wie ein Superheld gefühlt, das Kleid war großartig – es saß wie eine zweite Haut.

Manchmal sind Shootings hart – wann wird es als Model richtig schwierig?

Das Shooting war ein Nacht-Shooting, deswegen war ich zwischendurch kurz vorm Einschlafen. Manchmal ist es schwer, wenn man einen Jetlag hat. Wenn Kaffee, Red Bull und Cola gleichzeitig nicht helfen... Alles zusammen? Ja, dieses Mal saß ich wirklich im Van und habe mir gedacht: Okay, Zeit für Red Bull. Okay, jetzt noch einen Kaffee. Dann so: Hm vielleicht Schokolade? Man muss zwischendurch immer lange warten, wenn zum Beispiel das Licht neu eingestellt wird, das ist schwierig, wenn man müde ist.

Haben Sie einen Tipp, wie man auch nach einem langen Flug noch gut aussieht?

Ich versuche immer viel zu schlafen. Das ist wirklich der Schlüssel! Wenn du ausgeruht bist und genug trinkst, dann siehst du auch gut aus.

Konnten Sie sich über die Jahre Tipps bei den Make-Up Artists abschauen?

Ja, auf jeden Fall. Erst habe ich es gehasst, mich so zugekleistert zu fühlen. Aber jetzt liebe ich Make-up – auch privat trage ich es gerne auf und kontouriere mein Gesicht.

Was halten Sie von der neuen Rolle von Social Media beim Modeln?

Es ist toll, weil du auch als Model entdeckt werden kannst, wenn du nicht in einer Großstadt lebst und keinen direkten Kontakt zu einer Agentur hast. Man kann sich ausdrücken und bekommt auch sofort Feedback. Es ist manchmal aber auch echt harte Arbeit das perfekte Instagram-Foto zu machen.

Für welche Fotos bekommen Sie die meisten Likes?

Tolle Landschaften, Selfies – oh und meine Tochter, sie ist sehr beliebt auf meinem Instagram-Account. (lacht)

Und gibt es etwas, das sie nie posten würden?

Unprofessionelle Nacktfotos von mir. (lacht) Ich poste fast alles. Natürlich werde ich keine hässlichen Fotos von meinen Freunden posten oder etwas ähnliches.

Wie hat sich das Modeln in den letzten Jahren verändert?

Alles ist viel schneller geworden. Ich würde sagen, es gibt verschiedene Wellen. Alles verändert sich so schnell und muss sofort passieren, ich denke das hat auch etwas mit Social Media zu tun.

Wenn Sie eine Fashion Show hosten würden, wer würde in der ersten Reihe sitzen?

Menschen, die mich inspirieren. Es ist unglaublich schwierig ein Designer zu sein, aber wenn ich einer wäre, dann hätte ich natürlich die Redakteure und Blogger in der ersten Reihe – aber auch Leute von der Straße, die mich inspirieren. Wie Hedi Slimane – ich liebe es, dass er das macht. Er bringt einfach tolle Leute zusammen und macht ein cooles Work-Event aus allem.

Was halten Sie vom aktuellen Superfood-Trend?

Das mag ich sehr. Ich finde es sehr wichtig, sich um seinen Körper zu kümmern. Gesundheit ist das größte Geschenk. Ich liebe es neue Sachen wie Quinoa, Detox oder Juicing auszuprobieren. Naja, in Bezug auf Saftkuren bin ich nicht so gut.

Schon eine Woche lang nur Saft ausprobiert?

Keine Woche! Nur drei Tage. Ist aber super für den Körper. Ich mag es auch sehr gern Salat selbst zu machen mit frischer Avocado zum Beispiel.

Haben Sie ein spezielles Workout, das Sie immer machen – auch wenn Sie unterwegs sind?

Ja, es ist ein 45-Minuten-Workout auf dem Laufband. Das ist super, weil man einfach nur ein Laufband braucht. Außerdem habe ich dann zusätzlich noch zwei Gewichte mit jeweils einem Kilo für die Arme. Ich wärme mich sechs Minuten mit schnellem Joggen auf, dann geht es weiter mit der größten Steigung, dann schnelles Laufen für weitere sechs Minuten, dann sechs Minuten mit geringer Steigung. Danach kommen die Gewichte für die Arme mit ins Spiel. Alle sechs Minuten ändere ich die Steigung und die Schnelligkeit. Zum Schluss dann noch seitwärts laufen.

Aber nicht auf dem Laufband oder?

Doch auf dem Laufband. Am Anfang muss man sich kurz überwinden, aber wenn man sich festhält, dann klappt das super. 

Und wenn Sie frei haben?

Da bleibe ich am liebsten Zuhause und verbringe Zeit mit meiner Tochter oder schaue House of Cards. Die haben da auch so monotone Stimmen – perfekt um sich zu entspannen und zum Einschlafen.