Fashion

Trendig angezogen und dabei Geld sparen – geht das überhaupt?

Von GRAZIA am Donnerstag, 2. September 2021 um 15:06 Uhr

Kleider machen Leute. Das ist kein Geheimnis, sondern ein ungeschriebenes Styling-Gesetz. Rückenfreie Tops sind die Eyecatcher des Sommers und mit ein paar Tricks lässt sich das Frühlingskleid auch im Herbst noch gut tragen. Modisch up-to-date zu sein, kann aber mitunter ganz schön teuer werden. Welche Möglichkeiten es gibt, trendig und sparsam zu sein, verrät dieser Beitrag.

So viel geben die Deutschen im Jahr für Bekleidung aus

Im Jahr 2019 gaben die Deutschen 64,03 Milliarden Euro für Bekleidung aus. Damit stellte das Jahr 2019 den Peak im Bekleidungskonsum dar. Zum Vergleich: Im Jahr 1991 lagen die Ausgaben bei 54,5 Milliarden Euro. Dass nicht ausschließlich online geshoppt wird, machen die Zahlen aus dem Jahr 2020 deutlich: Mit Konsumausgaben für Bekleidung in Höhe von 54,72 Milliarden Euro landete die Zahl aus dem ersten Coronajahr 2020, das von Lockdowns im stationären Handel gekennzeichnet war, beinahe auf dem Niveau von 1991.

Doch die finanzielle Seite ist nur ein Faktor, den Fashion-Fans kennen. Auch das Thema Nachhaltigkeit wird beim Shoppen immer präsenter und dabei geht es nicht ausschließlich darum, dass Mode nachhaltig produziert werden soll. Auch ein Umdenken beim Kaufen (oder Mieten?) soll dazu beitragen, dass die Modewelt nachhaltiger wird.

Spar-Tipp 1: Selber schneidern, was angesagt ist

Spätestens seit dem Jahr 2020, in dem Shoppen zeitweise unmöglich war und die Menschen nach einer kontaktfreien Beschäftigung suchten, ist das Schneidern wieder in Mode gekommen. Viele statteten sich mit einer Nähmaschine, dem Lieblingsstoff und reichlich Fäden aus und schneiderten munter drauf los. Ob daraus dann das It-Piece bzw. die Kopie des teuren Designerstücks werden konnte, war von den Schneider-Fähigkeiten der Personen abhängig und von den Zielen, die hier und da vielleicht zu hoch gesteckt wurden.

Experten raten denjenigen, die sich neu auf das Schneider-Abenteuer einlassen, dazu, sich ein Kleidungsstück auszuwählen, das geschneidert werden soll. Anschließend sollte ein passendes Schnittmuster beschafft werden. Online, beispielsweise bei Evlis-Needle, lassen sich die Schnittmuster nach dem Schwierigkeitsgrad filtern. Wer mit dem Schneidern beginnt, könnte beispielsweise eine Tunika nähen, ein Kleid, einen Hoodie oder einen Cardigan.


Wer sich selbst etwas schneidern möchte, sollte auf Schnittmuster zurückgreifen, die zu den Nähfähigkeiten passen. (©pixabay.com/Pexels)

Spar-Tipp 2: Mieten, was kleidungstechnisch angesagt ist

Sich regelmäßig mit neuer Kleidung einzudecken, ist nicht nur teuer, sondern auch nicht besonders nachhaltig, denn keiner kann das alles tragen, was das Shoppingherz gerne kaufen würde – und vor allem nicht solange bis die Kleidung kaputt ist und ausrangiert werden muss. Deswegen entstehen immer mehr Möglichkeiten, um Kleidung, vor allem auch teure Designerkleidung, zu mieten, anstatt zu kaufen.

Modami beispielsweise bietet die Möglichkeit, als Mitglied der Community Kleidung zu mieten oder Einzelteile auszuwählen, beispielsweise dann, wenn ein besonderer Anlass ansteht. Der Anbieter myonbelle arbeitet mit einem Flatrate-Modell in S, M und L. Hier stechen Kleidungsstücke und Accessoires zur Wahl. Re-nt, Stay Awhile, Dresscoded, Chic by Choice, Kilenda und Kiindo sind weitere Anbieter, die das Anmieten von Kleidung anbieten.


Den Kleiderschrank auszumisten, ist in vielerlei Hinsicht hilfreich. Es schafft Platz für das eine oder andere neue Teil und bringt vergessene Lieblingsteile zum Vorschein. (©pixabay.com/moritz320 )

Spar-Tipp 3: Stauraum begrenzen und regelmäßig ausmisten

Ein weiterer Kniff, um ungehemmten Fashionkonsum in die Schranken zu weisen, ist die Begrenzung des Stauraums. Wer vom dreitürigen Schiebetürenschrank auf eine eintürige Variante abspeckt, der reduziert das Platzangebot um ein Drittel. Wer diesen Radikalschnitt wagt, muss natürlich aussortieren – und zwar so, dass das Kleidungsrepertoire auch wirklich in den Schrank passt. Ausweichmanöver in den Schrank des Partners sind tabu. Maximal erlaubt ist eine ausgelagerte Kleidungsstation für dicke Wintermäntel oder Jacken und Mäntel ganz generell.

Experten raten dazu, beim Radikalschnitt zunächst auszusortieren, was ohnehin nicht mehr passt – entweder weil die Konfektionsgröße sich geändert hat oder weil es sich um eine Modesünde von anno dazumal handelt, die mittlerweile längst passé ist. Anschließend wird in Basics und spezielle Outfits unterschieden. Meist zeigt sich dann, dass der Stapel der Basics – also schwarze Shirts und Tops, Sportbekleidung und Home-Outfits – im Überfluss vorhanden sind. Als Grundregel für das Ausmisten gilt hier: Eine Wochenration an Kleidung darf bleiben, alles andere kann verkauft oder gespendet werden. Das heißt, dass sieben Sportoutfits, sieben schwarze Tops oder Shirts und auch sieben Jeans vollkommen ausreichend sein sollten.

Spar-Tipp 4: Mix and Match statt alles neu

Jedes Aussortieren des Kleiderschranks hat oft auch zur Folge, dass ungeahnte Schätze wieder auftauchen oder vom hinteren Stapel auf den vorderen Stapel geräumt werden, um wieder öfter getragen zu werden. Wer gerne die modischen Trends verfolgt, die gerade angesagt sind, tut gut daran, zunächst einmal im Schrank zu prüfen, ob nicht die passenden Kleidungsstücke eben dort vorhanden sind. Ggf. können Trends auch als Inspiration dienen, um die Kleidung aus dem eigenen Schrank neu oder anders zu kombinieren. Wer unter die Hobby-Schneider gegangen ist, könnte auch Änderungen vornehmen und so – ohne viel zu investieren – das It-Piece aus dem eigenen Fashion-Sortiment hervorholen.

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