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GRAZIA im Gespräch mit Odeeh

Von GRAZIA am Mittwoch, 12. Oktober 2011 um 13:37 Uhr

Wer die cool-gemusterten Designs und die reibungslose Runway Show des Labels Odeeh in Paris sah, wird Eines schwer glauben können: Es war das erste Mal, dass das Design-Duo in der Mode-Metropole zeigte: Wir haben mit Jörg Ehrlich und Otto Drögsler gesprochen.

Was ist es für ein Gefühl das erste Mal in Paris zu zeigen?
Jörg: Ein gutes und ein sehr aufregendes Gefühl natürlich. Wir gehen erstmal mit sehr viel Respekt daran, denn wir wissen was für eine Liga hier in Paris zeigt und mit welcher Qualität man hier antreten muss. Man kann eben nur an Herausforderungen wachsen. Und das ist schließlich unser Ziel. Man wächst nur dann, wenn man sich mit den Besten misst. Der Standort Paris ist hierfür essentiell, auch um ganz andere Kunden zu erreichen. Um international zu werden.
Otto: Außerdem wollen wir uns einfach dem Vergleich stellen. Wir wollen nicht Paris erobern, sondern an diesem internationalen Wettbewerb teilnehmen.

Und was macht eure neue Kolektion wettbewerbsfähig?
Jörg: Eklektizismus - verschiedene Drucke, die in einem Kontext stehen, den man so zunächst nicht vermuten würde. Also grafische Drucke vs. sehr florale Muster. Wir haben sehr hohen Materialmix - es ist insgesamt eine sehr einzelteilige Kollektion, dabei ist uns trotzdem wichtig, dass die Teile miteinander gute Proportionen haben. Die Kollektion spielt mit Farben und Nicht-Farben, wir haben auch immer Schwarz und Weiß dabei, um zu neutralisieren. Es ist keine Kollektion, die dogmatisch daher kommt. Ich würde den Stil als Highend-Freestyle bezeichnen.

Warum habt ihr die Galerie Karsten Greve als Location für das Défilé ausgewählt?
O: Wir möchten generell nur in Locations zeigen, die wir als spannende Räume empfinden. Wir sehen uns auch lieber im Zusammenhang mit Kunst als in einem anonymen Zelt.
J: Gleichzeitig brauchen wir für diese Kollektion auch einen neutralen Raum, der nicht schon zu viel zitiert. Es gibt ja auch Kollektionen, die einen solchen Purismus haben, dass sie in hoch dekorierten Räumen gut zur Geltung kommen. Der Raum muss vor allem diese Vielfalt an Drucken, Mustern und Farben zulassen.

Ihr, als deutsche Designer, in Paris - für uns ein echtes Highlight. Was war für euch das Highlight des Tages?
Beide: Unser Highlight des Tages war, dass wir ein ganz entspanntes Team um uns herum hatten, das gleichzeitig aber hochprofessionell gearbeitet hat. Jeder wusste, was er zu tun hatte und das gibt uns natürlich das Gefühl, dass in solchen Momenten der Herausforderung, Menschen gibt, die ganz toll mit uns arbeiten.
Gab es Dinge, die nicht funktioniert haben - Pannen, die niemand mitbekommen hat?
Außer der für Paris typischen halben Stunde Verspätung, ist alles erstaunlich glatt gelaufen. Wir sind mehr als zufrieden, hatten tolle Gäste und eine wunderbare Atmosphäre.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft von ODEEH?
J: Dass wir wachsen, aber uns trotz allem Wachstum treu bleiben und die Freude an dem, was wir tun nicht verlieren. Mir fällt oft auf, dass viele so schnell groß werden, dass eine Ernsthaftigkeit entsteht, die den kreativen Prozeß zerstören kann. Es muss Spaß machen!
O: Wir wollen mit ODEEH niemals fremd gesteuert werden. Etwas machen müssen, nur weil es der Markt von uns erwartet entspricht uns einfach nicht. Wir wünschen uns für ODEEH außerdem eine internationale Fangemeinde.

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