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AstraZeneca-Debakel: Verheimlichte Merkel die Gefahr für Jüngere?

Von Lena.Everling am Samstag, 3. April 2021 um 11:20 Uhr

Am Dienstag haben Bund und Länder beschlossen, den Impfstoff AstraZeneca nur noch Menschen über 60 Jahre zu spritzen, da das Thromboserisiko für Jüngere zu groß sei. Doch Merkel soll dies offenbar früher erfahren haben und behielt diese Info für sich. Wir haben die Details…

Bundeskanzlerin Anglea Merkel soll Medienberichten zufolge bereits am Freitag über die AstraZeneca-Gefahr informiert worden sein – vier Tage vor der bundesweiten Entscheidung, den Wirkstoff nur noch an Menschen über 60 zu spritzen. Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, warnte Merkel als auch Kanzlerminister Helge Braun persönlich, dass der Impfstoff für bestimmte Altersgruppen erneut gestoppt werden müsse. 31 Fälle von Sinusvenenthrombosen und neun Verstorbene seien zu viel. Es herrschte Krisenstimmung im Kanzleramt, doch allen sei klar gewesen, dass die Impfstrategie, die ohnehin schon sehr chaotisch sei, noch mehr ins Wanken gerate und das Image von AstraZeneca für immer zerstört werde. Daher wartete Merkel ab und die Impfungen – auch an Jüngere, liefen wie gewohnt weiter. Laut Robert-Koch-Institut wurden in diesen vier Tagen insgesamt 314.383 Erstimpfungen mit AstraZeneca verabreicht, obwohl dem Kanzleramt bewusst gewesen sei, dass dieser Impfstoff wissenschaftlich hoch umstritten ist und Risiken mit sich bringt.

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AstraZeneca: Merkel wartete auf Meinungen von Experten

Erst am Dienstagabend, vier Tage später, entschloss ein kurzfristig einberufener Bund-Länder-Krisengipfel, dass der Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns nur noch bei Menschen über 60 eingesetzt werden soll. Laut "ZDF" habe die Kanzlerin so lange gewartet, da sie sich noch weitere Meinungen von Experten einholen wollte und deshalb zögerte, bevor ein weiteres Mal der Impfstopp von AstraZeneca verkündet wurde. "Angesichts der nationalen Tragweite der Entscheidung bat die Bundeskanzlerin darum, auch die Expertise des Ethikrates und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina hinzuzuziehen", erwähnte eine Regierungssprecherin gegenüber "ZDF". Merkel wird vorgeworfen, die Sorge des StiKo-Chefs verheimlicht zu haben. Der Gesundheitsexperte Janosch Dahmen kritisierte ihre Vorgehensweise: "Die Bundesregierung hat offenbar trotz Wissens um die neuerliche Notwendigkeit von Anpassungen der Impfempfehlung nicht die Abstimmung mit den Leitungen der Kliniken und Impfzentren gesucht."

© Foto von Sam Moqadam von Unsplash

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