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Büchertipps für jedes Reiseziel

Von GRAZIA am Dienstag, 12. Juli 2011 um 12:25 Uhr

Ein Urlaub ohne Lovestory? Ohne Mord? Ohne Familiendrama? Wie langweilig! Es gibt schließlich nichts Besseres, als nach dem Bad im Meer in einen Roman abzutauchen. Und am schönsten ist es, wenn die Lektüre auch noch in dem Land spielt, in dem wir gerade relaxen. Hier sind die besten Bücher für die beliebtesten Reiseziele!

Frankreich:
Berührend und soghaft geschrieben ist die Geschichte der aufregenden, tragischen Liebe zwischen Ernest Hemingway und seiner ersten Frau Hadley. Das Paris der Goldenen Zwanziger, unvergessliche Charaktere, eindrucksvolle Bilder. Paula McLain: „Madame Hemingway” (Aufbau Verlag).
Unvergänglich! Françoise Sagans Liebesdrama „Bonjour Tristesse” (Ullstein) spielt im Paris und Saint-
Tropez der Fünfziger und ist pure, in Worte gegossene Melancholie. Einfach superb!

USA:
Reise-Reportagen wie diese sind selten: literarisch eine Wucht, unglaublich atmosphärisch und so direkt, als hätte man alles an der Seite des Autors bei seinem dreimonatigen Trip durch die USA selbst miterlebt. Wolfgang Büscher: „Hartland – zu Fuß durch Amerika” (Rowohlt).
Südstaatlich! Harper Lees „Wer die Nachtigall stört” (rororo) erzählt eine der schönsten Vater-Tochter-Geschichten und ist ein wunderbares Plädoyer für Toleranz!

Griechenland:
Sehnsuchtsvoll betrachtet die junge Pavlina ihren hübschen Cousin, während sie Touristen zu den schönsten Stränden ihrer Insel schippern. Doch nach der ersten gemeinsamen Nacht nimmt das Verhängnis seinen Lauf … Eine Liebe in all ihren Facetten, auch den tragischen: zum Seufzen schön! Metin Arditi: „Tochter des Meeres” (dtv).
Filmisch! Geben Sie Louis de Bernières 17 Jahre alter Lovestory „Corellis Mandoline” (Fischer) eine Chance: Die Insel-Kriegsromanze hat einen geradezu Oscar-verdächtigen Schmelz!

Neuseeland & Australien:
Eine Familiensaga, so prall schicksalhaft, wie wir es mögen: Gloria wächst um 1900 in Neuseeland auf, wird aber mit ihrer Cousine nach England ins Internat geschickt. Ihr verwegener Plan, schnell wieder auf die Farm Kiward Station zurückzukehren, bringt sie in höchste Gefahr. Hier wird das Seitenumblättern zur Sucht! Sarah Lark: „Der Ruf des Kiwis” (Bastei).
Vorbildlich! Es soll ja Leute geben, die Colleen McColloughs „Dornenvögel” (Blanvalet) noch nicht gelesen haben. Sie fühlen sich angesprochen? Dann ran an die Mutter aller Schmöker über die Liebe zwischen einem Geistlichen und der schönen Maggie auf einer Farm im australischen Outback!
Italien:
Spannend ist der 19. Fall, den Donna Leons Commissario Brunetti lösen muss, allemal. Aber uns gefiel besonders gut, wie stimmungsvoll die US-Autorin den Sommer in der Lagunenstadt beschreibt: Da spürt man jeden Windhauch, der Venedig Abkühlung bringt! Donna Leon: „Auf Treu und Glauben” (Diogenes).
Witzig! „Don Camillo und Peppone” (rororo) von Giovannino Guareschi über die Dauerfehde zwischen einem Pfarrer und einem kommunistischen Bürgermeister heitert jeden verregneten Urlaubstag auf.

Spanien:
Geheimnisvoll und herrlich verstörend. So lässt sich dieser (Fantasy-Grusel-Liebes-)Roman am besten umschreiben. Denn die Liebe zwischen Oscar und Marina, die den Mysterien Barcelonas auf der Spur sind, verströmt eine, nun ja, nervenaufreibende Magie. Carlos Ruiz Zafón: „Marina” (Fischer).
Klassisch! Gibt es ein berühmteres spanisches Buch als Cervantes’ „Don Quijote” (dtv)? Wer die Mär vom Ritter mit der traurigen Gestalt nicht kennt: wann lesen, wenn nicht jetzt?

Deutschland:
Mord und Totschlag aus heimischer Produktion werden immer besser: Dieses Prachtexemplar über die grausam trügerische Idylle eines verschlafenen Dorfes vor den Toren Berlins verdient das Prädikat: spannend wie ein Hitchcock! Tanja Weber: „Sommersaat” (Aufbau).
Nostalgisch! Elizabeth von Arnim beschrieb 1904 mit „Elizabeth auf Rügen” (List) ihre sommerliche Kutschfahrt über die Insel so zeitlos poetisch und modern ironisch, als hätte sie das Buch erst gestern zu Papier gebracht.

Island & Skandinavien:
Herzerwärmend, versponnen und packend zugleich schildert der isländische Autor die Abenteuer des Gelehrten Jonas, der im Jahr 1636 die grandiose Natur Islands durchstreift, immer auf der Suche nach Herausforderungen und Abenteuern. Als man ihm sein Wissen zu neiden beginnt, wird das Abenteuer für Jonas eine Nummer zu groß. Sjón: „Das Gleißen der Nacht” (Fischer).

Eisig! Jetzt liest sich Peter Høegs Gänsehaut-Krimi „Fräulein Smillas Gespür für Schnee” (rororo) besonders angenehm.

England:
Landhauskrimis schreibt niemand besser als britische Autoren – und Ruth Rendell, die Queen of Crime, hat das Genre zur Perfektion gebracht. Ihre Romane um Inspector Wexford, der hier beweisen will, dass zwei weit zurückliegende Morde irgendwie zusammenhängen, sind ein Muss, wenn man in England urlaubt: spannend
und behaglich zugleich! Ruth Rendell: „Der vergessene Tote” (Blanvalet).
Hauptstädtisch! Für Peter Ackroyds grandiose Biografie von „London” (Knaus) brauchen Sie einen richtig langen Urlaub, ein Städtetrip ist zu kurz: Das Werk hat 800 Seiten!

Asien:
Liebe ist immer rätselhaft, so gut man seinen Partner auch zu kennen glaubt. Und so kommt die Japanerin Kei bei der Suche nach ihrem ver-
schwundenen Mann, den sie immer noch grenzenlos liebt, einem Geheimnis auf die Spur, das sie in ihren Grundfesten erschüttert. Hiromi Kawakami: „Am Meer ist es wärmer” (Hanser, ab 26. 7.).
Kolonial! Die eleganten 30er-Jahre-Heldinnen in W. Somerset Maughams Erzählungen „Fußspuren im Dschungel” (Diogenes) kippen einige Drinks auf ihren Veranden in Malaysia oder Indien, verzehren sich vor Heimweh nach England – und verbotener Liebe. We love!

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