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Corona-Experte: Düstere Prognose für den Herbst

Von Lena.Everling am Sonntag, 5. September 2021 um 11:11 Uhr

Noch immer hat uns die Corona-Pandemie fest im Griff und wird uns wohl noch eine Zeit lang begleiten. Denn Virologe Christian Drosten drängt zu härteren Einschränkungen im Herbst…

Nach eineinhalb Jahren hält das Coronavirus noch immer die Welt in Atem. Im Kampf gegen die Pandemie setzen wir auf Mund-Nasen-Schutz-Masken, Abstandsregeln und seit einiger Zeit ist in einigen Bereichen die 3-, bzw. 2G-Regel in Kraft, die besagt, dass nur Geimpfte, Getestete oder Genesene bestimmte Orte betreten dürfen. Geimpfte haben hier natürlich einen großen Vorteil, da sich ihr Leben weitgehend ohne große Einschränkungen abspielt. Reisen, ein Restaurant- oder Friseurbesuch, verläuft bei ihnen ohne Probleme. Doch seit einiger Zeit stagniert die Impfquote. Derzeit haben 65 Prozent der deutschen Bevölkerung eine erste Impfung erhalten und 61 Prozent sind vollständig geimpft. Jedoch sind diese Werte aktuell noch zu niedrig, denn nach RKI-Berechnungen müssen mindestens 85 Prozent der 12- bis 59-Jährigen sowie 90 Prozent der Senioren ab 60 Jahren vollständig geimpft sein, um eine neue Welle mit vollen Intensivstationen im Herbst und Winter zu verhindern. Der Berliner Charitè-Virologe Christian Drosten bezweifelt jedoch, dass Deutschland alleine durch Impfangebote eine hohe Impfquote erreichen kann. Daher rechnet er mit weiteren Einschränkungen im Herbst…

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Drosten warnt vor Einschränkungen im Herbst

Mit Blick auf den Herbst und die derzeitige Impfquote, sieht Virologe Christian Drosten Schwarz. Vor allem die gewisse Gleichgültigkeit in der Bevölkerung, bereite ihm große Sorge, äußerte er im Podcast "Das Coronavirus-Update" von NDR Info. Auch bei den Zahlen der Corona-Patienten in Krankenhäusern, zeigt er sich weniger optimistisch. Seiner Meinung nach wird die Entwicklung wohl darauf hinauslaufen, dass sowohl Intensivstationen als auch andere Stationen und Notaufnahmen, zunehmend belastet werden. Vor allem für Ungeimpfte über 60 Jahre sei es daher ein "riesiges Risiko", ungeimpft in den Herbst zu gehen. "Gelassen in den Herbst zu gehen, ist eine wage Vorstellung", so Drosten. Erneute Einschränkungen, wie Kontaktbeschränkungen, seien "mit Sicherheit" unabdingbar. Dass die Impfquote noch viel weiter steigen werde, sei für den Virologen utopisch. Daher prognostizierte er, "dass die Politik eine schwere Aufgabe vor sich hat und konsequent auch Entscheidungen treffen muss bald." Bei steigenden Inzidenzen werde es auch unter Jüngeren Intensiv-Fälle geben, ergänzte Drosten. Im Hinblick auf Großbritannien, wo es dort mit hohen Inzidenzen in der Delta-Welle mehr Klinikeinweisungen und Todesfälle gegeben hat als er vermutet hätte, sei die Sorge vor einem Horror-Herbst und Winter, groß.

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