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Daniel Brühl: Verliebt in Emma Watson?

Von Leonie am Freitag, 19. Februar 2016 um 09:37 Uhr
Am Rande der Berlinale trafen wir Filmstar Daniel Brühl auf einen Kaffee – er war zu Gast bei dem Filmtalk der Berlinale Talents mit Nespresso. Wir wollten natürlich wissen, wie es auf der alljährlichen Party in seiner Tapas-Bar „Raval“ zugeht – und ob er mit seiner Freundin Felicitas Romberg bald den nächsten Beziehungsschritt eingeht …

Daniel Brühl (37), der selbst mit „Good Bye. Lenin“ 2003 als heißer Nachwuchsstar gehandelt wurde und längst ein Weltstar ist, sprach mit uns über seinen Wettbewerbsfilm „Jeder stirbt für sich allein“ nach dem Bestsellerroman von Hans Fallada über das Ehepaar Otto und Elise Hampel, die zum Widerstand gegen Hitler aufriefen. Aber auch, wie sehr ihn Emma Watson beim Dreh von „Colonia Dignidad“ beeindruckt hat – er spielt einen jungen Fotografen, der während der Pinochet-Diktatur im Chile der Siebziger Jahre verschleppt und gefoltert wird, sie seine Freundin, die ihn retten will. Hier gibt's das Interview...

 

Was schätzen Sie an Berlinale Talents und der Cooperation mit Nespresso? 
Die Berlinale Talents sind eine einzigartige Plattform für angehende Filmemacher, die es in dieser Form nur auf der Berlinale gibt. Eine unschätzbare Gelegenheit für junge Kreative!

 

Wie wichtig ist Ihnen Kaffee und wie mögen Sie ihn am liebsten?
Ich mag und ich brauche Kaffee. Als Spanier stehe ich zugegeben ziemlich auf Carajilio, Kaffee mit Schuss, den es da immer gibt. Kann man natürlich nicht immer trinken…

 

Was faszinierte Sie jeweils an Ihren aktuellen Projekten „Colonia Dignidad“ und „Jeder stirbt für sich allein“?
Als ich klein war, hatten meine Eltern immer Chilenen zu Gast. Als Jugendlicher hörte ich dann zum ersten Mal von dieser grausamen Geschichte über die Colonia Dignidad. Deshalb war ich sofort angefixt als Florian Gallenberger da auf mich zukam. Ich kannte ihn auch schon von „John Rabe“. Und „Jeder stirbt für sich allein“ ist eh eins meiner Lieblingsbücher und eine tolle Berlin-Geschichte. Die Romanhandlung wurde in den Prenzlauer Berg verlegt, und ich lebe genau in dem Karrée, wo sich alles abspielt – also die Berlinale ist für mich der beste Ort, den Film zu feiern. Und in beiden Filmen arbeite ich mit so großartigen Kollegen wie Brendan Gleeson, Emma Thompson und Emma Watson.

 

Wie schafft man es als Mann, sich nicht in Emma Watson zu verlieben?
Sie ist wirklich eine tolle Frau und Kollegin. Anfangs war es ein bisschen merkwürdig, weil man sie schon so lange auf dem Schirm hat, weil sie noch so wahnsinnig jung ist aber einem gleichzeitig schon so lange präsent. Gefühlt kenne ich sie schon ewig, aber aus „Harry Potter“ ist sie längst rausgewachsen. Sie ist eine reife, kluge, junge Frau. Die hat überhaupt nichts von einem verstörten Kinderstar, der orientierungslos umherirrt, im Gegenteil: Sie hat sich sehr straight entwickelt. Sie hat ihre klaren Standpunkte und Interessen, Stichwort Feminismus, die sie sehr straight und klar vertritt.

 

Die allerbeste Party auf der Berlinale soll bei Ihnen stattfinden, heißt es: Der Geburtstag Ihrer Tapas-Bar Raval.
Das hat der Liebe Ian McKellan mal gesagt …  Wir freuen uns total, dass sich das so etabliert hat, das man da am ersten Samstag dort vorbeirauscht und mit uns feiert. Wir wollten einen Rückzugsort für die internationalen Stars haben. Networking ist ja eh immer auf der Berlinale, aber wir wollten, dass man sich bei uns lockermacht.

 

Welche Weltstars kommen denn auf einen Absacker vorbei?
Also das Gästebuch ist schon gut gefüllt und ich will das unbedingt abstauben, sollte der Laden mal dicht machen. Im Laufe der Jahre waren da echt gute Leute: Clive Owen, Audrey Tautou, Benedict Cumberbatch, Philip Seymour Hoffman war zu Lebzeiten ganz oft da… Mich freut das, denn alle denken ja immer, man würde sich mit so einem Laden eine goldene Nase verdienen, aber das stimmt ja nicht, es ist ein Projekt aus Leidenschaft.

 

Noch mal kurz zum Networking und zur Talentförderung: Du bist jetzt in eine Produktionsfirma eingestiegen...?
Sie heißt „Amusement Park Films“ und ich habe mich ihnen angeschlossen, nachdem ich schon mal mit Ihnen zu tun hatte für „A Most Wanted Man“ von Anton Corbijn. Wir haben denselben Geschmack und eine Vision davon, wo wir hinwollen. Aber ich werde erstmal keiner von diesen Tausendsassas, die das Drehbuch schreiben, produzieren, Regie führen und spielen. Ich wollte nicht faul rumsitzen, nur Kaffee trinken und auf gute Drehbücher warten, sondern selbst vorantreiben, dass sich Projekte ergeben.

 

Sie sind 37 aber haben eben bei der Präsentation ein paar Mal Ihr Alter angesprochen, spüren Sie etwa schon die Midlife-Crisis...?
Also so weit ist es noch nicht! Aber ich habe schon irgendwann gemerkt, dass ich nach dem Feiern oder eben auch wenn ich Kaffee trinke, mehr haushalten muss mit meinem Körper. Vor einem Jahr oder so konnte ich ja plötzlich keinen Kaffee mehr trinken, hab es dann aber noch aus einem männlichen Stolz heraus noch ein paar Wochen lang betrieben. Auf der anderen Seite muss ich sagen, dass je älter ich werde, desto besser werden die Rollen, die ich spiele. Da haben wir Männer in diesem Beruf echt Glück, ich hab das Gefühl, dass es jetzt so langsam erst richtig losgeht in meinem Beruf. Die Gebrechen halten sich aber wirklich noch in Grenzen, aber es ist interessant, wie sich der Körper mit Mitte, Ende 30 verändert...

 

Wäre das nicht das richtige Alter, Ihre Freundin zu heiraten?
Das kann ich Ihnen leider nicht verraten, es ist absolut streng geheim.

 

Das Interview führte unser GRAZIA Chefreporter Roland Rödermund.

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Berlinale 2016