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Exklusives Interview mit Jenny Elvers: "Ich kaufe gerne Alkohol"

Von GRAZIA am Freitag, 29. November 2013 um 11:10 Uhr

Verstecken war noch nie ihr Ding. Und so geht Jenny Elvers auch selbst den Champagner holen, wenn sie Gäste hat. Ob das, nur knapp ein Jahr nach ihrem öffentlichen Zusammenbruch, eine gute Idee ist?  Im Gespräch mit GRAZIA-Redakteurin Stella Brikey packte die 41-Jährige jetzt aus.

„Ich kaufe gerne Alkohol!“

 

Wir treffen Jenny Elvers bei der Programmvorschau des Senders Sat.1 in Hamburg. Sie ist stark geschminkt, trägt High Heels und ein langärmliges Minikleid von Lala Berlin. Ihre Haare hat die 41-Jährige zu einem strengen Dutt zurückgebunden. Jenny sieht gut aus, obwohl sie sehr dünn ist. Während unseres Gesprächs sitzt uns ihr neuer Freund und Manager Steffen von der Beeck (39) gegenüber. „Puh, also dass man hier nicht rauchen darf...“, stöhnt Jenny und blickt gequält in Richtung Steffen. „Oder, Schatz?“ Schatz nickt. Er ist ihr Anker, das merkt man. Den gesamten Abend über lässt sie keine Sekunde aus den Augen, seine Hand ruht stets auf ihrer Taille. Und das ist auch gut so, denn Jenny ist extrem nervös und hibbelig: Sat.1 zeigt den Trailer zu ihrem neuen Film "Frauenherzen“ zeigt, der im Frühjahr ausgestrahlt wird – ihr Comeback als seriöse Schauspielerin nach dem Zusammenbruch, dem Entzug, der Trennung von Götz Elbertzhagen. Man merkt, wie sehr es die Schauspielerin genießt, wieder im Rampenlicht zu stehen. Aber kommt dieses Comeback nicht auch ein wenig zu früh? In den Tagen nach unserem Interview verdichteten sich die Gerüchte, dass Jenny wieder trinken soll. Wir können nur hoffen, dass es sich dabei um einen Irrtum handelt ...

 

Frau Elvers, wir waren doch ziemlich überrascht als wir gelesen haben, dass Sie und Steffen bereits von Hochzeit und Kindern reden – dabei kennen Sie sich doch erst 4 Monate!

Halt! Stopp! Wir haben bloß gesagt, dass wir uns das vorstellen können. Also eins nach dem anderen, bitteschön. (lacht) Mal schauen … Alles ist offen. Ich habe Ordnung geschaffen in meinem Leben. Dazu gehört natürlich auch, dass man Neues zulässt und ausprobiert. Und momentan fühlt sich mit Steffen alles sehr gut an.

 

Jenny lächelt verliebt. Kurz darauf steht Steffen auf und geht mal kurz "eine rauchen“. Eigentlich raucht er die ganze Zeit.

 

Macht ihn das Thema Hochzeit etwa nervös? Woher wissen Sie schon nach so kurzer Zeit, dass er der Richtige ist?

An vielen Kleinigkeiten. Ein Mann muss nicht mit einem weißen Pferd um die Ecke kommen und Süßholz raspeln. Er muss da sein, wenn es mir schlecht geht und meine Hand halten, wenn ich total am Boden bin. Kleine Gesten zählen.

 

Was war seine schönste Geste?

Dass ich nicht fragen musste, ob mein Sohn Paul irgendwohin mitkommen darf. Es war für Steffen immer selbstverständlich, dass Paul zu mir gehört. Wenn man sich bei einem Menschen geborgen fühlt – fernab aller roten Teppiche, ungeschminkt und ungestylt – dann weiß man, dass er der Richtige ist.

 

Dann ziehen Sie bestimmt bald zu Steffen nach Hamburg!

Es ist in naher Zukunft geplant, dass Steffen und ich in Hamburg leben werden. Aber mein Kind hat genauso eine Trennung zu verarbeiten, wie ich. Ich werde Paul jetzt nicht aus seinem Freundeskreis, Fußballverein, Schule rausreißen. Das wäre irrsinnig. Aber mein bester Freund ist Immobilienmakler und der sucht schonmal nach einem Objekt für uns in Hamburg ...

 

Haben Sie in den letzten Monaten Freunde verloren, weil die vielleicht so Jobs wie „Promi Big Brother“ nicht so cool fanden?

Ja, auch das. Einige Freunde konnten allgemein nicht mit meiner schwierigen Situation umgehen. Ich fand' es am Anfang ganz niedlich, wenn einige in meiner Gegenwart nur Wasser getrunken haben, aber das hat sich mittlerweile eingependelt. Ich bin jetzt über ein Jahr trocken und es ist für mich überhaupt kein Problem, wenn Alkohol in der Nähe ist. Ganz im Gegenteil: Ich kaufe gerne Alkohol ein! Gerade habe ich drei Flaschen Champagner gekauft, für Gäste. Und wenn es nicht getrunken wird, stelle ich es in meinen Küchenschrank. Das ist mein normaler Umgang. Das Thema Alkohol wird in meinem Leben immer präsent sein, aber sehr viel weniger, als andere denken.

 

Woraus schöpfen Sie ihre  Kraft?

Mein 12-jähriger Sohn Paul war immer meine Kraftquelle. Nicht nur, um gesund zu werden sondern auch, um ihm ein Vorbild zu sein. Man darf stolpern, solange man es schafft, wieder aufzustehen. Das will ich auch meinem Sohn beibringen. Es gibt niemanden, der keine Fehler macht. Auf den einen zeigt man mehr mit dem Finger, auf den anderen weniger.

 

Sie sind so tief gefallen und trotzdem sind Sie gerade so beliebt wie nie!

Ich habe mich zwar schonmal für den Playboy ausgezogen, aber so nackt wie in den letzten Wochen war ich nie. Wenn man absolut ehrlich ist, berührt man Menschen. Das war jetzt nicht mein Ziel, bei jedem beliebt zu sein, aber es freut mich natürlich. Vorher war ich für viele unantastbar. Diese Wärme und der Zuspruch, den ich momentan bekomme, der tut so gut. Ich bin mit einem Thema unfreiwillig an die Öffentlichkeit gegangen, das jeder in seinem Freunden- oder Familienkreis kennt. Ich kenne ganz ehrlich keinen Menschen, der nicht irgendjemanden kennt, von dem er denkt: Oh, der trinkt zuviel!

 

Interview: Stella Brikey/ Bild: Rike Schulz

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