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Exklusives Interview: Sport-Talk mit Jessie J

Von GRAZIA am Montag, 16. September 2013 um 17:44 Uhr

Diese Frau kennt keine Grenzen: Jessie J. Die 25-jährige Sängerin hat in London den neuen Nike "Just Do It"-Werbespot gedreht und uns verraten, wie sie trainiert und was sie inspiriert, immer über 100 Prozent zu geben.

Was bedeutet "Just Do It" für Dich?

Genau diese Worte willst Du in den Momenten hören, in denen Du zweifelst. Wenn Du Dich abstrampelst, kämpfst, besonders beim Sport… just do it / mach’s einfach! Hör auf, nur darüber zu reden, hör auf, über Deine Cellulite zu jammern oder darüber, dass Du nicht schnell genug rennen kannst, um morgens den Bus zu erwischen. Just Do It! Mir tut es immer noch gut, das zu hören. Sport war immer ein Bereich, in dem ich nicht unbedingt geglänzt habe. Nur weil ich Künstlerin und Sängerin bin und deshalb selbstbewusst auftrete, heißt das ja nicht, dass ich keinen Ansporn brauche: Just do It.

Erinnerst Du Dich von früher an Just Do It?

Lustigerweise haben meine Freunde und ich schon früher Nike getragen und sie haben immer gesagt: ‘Just Do It’. Ich glaube ich habe sogar Bilder von damals von Myspace.

Wie verkörperst Du dieses Motto?

Ich glaube, dass die Öffentlichkeit mich als jemanden sieht, mit dem man gut auskommen kann. Schon von früher Kindheit an musste ich mich mit Krankheiten herumschlagen. Vor zwei Jahren habe ich mir den Knöchel gebrochen und hab alles getan, um mich möglichst schnell davon zu erholen. Ich habe gerade an meinem Album gearbeitet und hatte einfach Lust weiter zu leben!

Warst Du immer schon eine Teamsportlerin, ein Schulsportmuffel oder der Typ Frau, der erst mit Mitte 20 das regelmäßige Training für sich entdeckt?

Ich habe Sport schon in jungen Jahren geliebt – ich war Sporty Spice. Und jetzt bin ich mit dem echten Sporty Spice befreundet. Ich weiss nicht, wie gut ich war oder ob meine Technik jemals richtig war, weil ich einfach ziemlich lange Beine hatte. Ich bin die 100 Meter gerannt und war recht gut im Hürdenlauf. Ich bin immer gern gelaufen, aber ich habe einen Herzfehler, was ich erst bei einem Rennen mit meiner Familie durch den Epping Forest herausfand.

Wie hat sich der Herzfehler auf Dein Training ausgewirkt und hat sich Deine Art zu trainieren oder Deine Sicht darauf dadurch verändert?

Es ist eine sehr, sehr seltene Funktionsstörung des Herzens, im Grunde unregelmäßiger Herzschlag. Aber das konnte mich nicht aufhalten. Und meine Mama und mein Papa haben mich immer unterstützt: Sie haben mich laufen und spielen lassen. Ich bemerke die Störung, wenn ich müde bin oder mich ausgepowert habe. Aber der einzige Weg damit umzugehen, ist das Herz zu stärken.

Wie hat es sich angefühlt, nicht trainieren zu können, als Du verletzt warst? … und wie war es, wieder zurück zu kommen?

Als das passiert ist, habe ich eigentlich weiter viel gearbeitet. Sehr viel. Mehr als gut für mich war…Viele Leute haben damals gesagt: „Oh Gott, Du musst Dich erholen, um wieder Shows machen zu können.” Aber das allein war es gar nicht. Ich musste gesund werden, um irgendwann auch mal Mutter sein zu können. Ich muss fit werden, um später mit meinen Kindern im Park rumtoben zu können. Im Leben geht es nicht um eine Sache, es geht um die richtige Balance.

Welche Sportarten magst Du und warum? Wie integrierst Du Dein Work-Out in Deinen Tagesablauf, besonders während der Touren?

Die Leute fragen mich immer: „Wie schaffst Du es, so fit und schlank zu bleiben?” Und meine Antwort ist: „Ich trainiere auf der Bühne, das ist mein Fitnessprogramm”. Ich habe das Gefühl, mein Fuelband müsste gleich explodieren. Am Ende der Show sagt es mir Sachen wie: „DU HAST 7000 SCHRITTE GEMACHT”. Deshalb muss ich mich viel ausruhen, aber ich weiss, dass ich fitter sein könnte. Meine Ausdauer ist sehr gut – ich kann locker anderthalb Stunden auf der Bühne herumspringen. Bis jetzt habe ich immer alleine zu Hause trainiert, am liebsten Hampelmann-Sprünge und Glute Kickbacks für den Po in kurzen Einheiten. Manchmal fühle ich mich furchtbar bevor ich auf die Bühne gehe. Wenn ich nach anderthalb Stunde wieder runter komme, fühle ich mich besser. Ich glaube, Du hast keine Ahnung, dass Du so fühlen wirst, bis Du (lacht) es einfach machst, eben ‚Just Do It’.

Du bist bekannt für Deine Arbeitsmoral – was inspiriert Dich dazu, mehr zu geben als nötig?

Während meiner Auftritte bin ich voller Energie, konstant in Bewegung – ich stehe einfach nicht still. Ich habe von meinem Team tatsächlich einen Mikrophonständer bekommen, der mir sagen soll „Beruhig Dich und bleib mal für wenigstens zwei Lieder an einem Platz.” Mittlerweile trag ich ihn mit mir auf der Bühne herum. Jetzt will ich über diesen Punkt hinaus etwas tun, auf meine Gesundheit achten, mich stärken. Ich bin nicht nur Jessie J. Es gibt noch andere Rollen. Ich bin Tochter, Tante, Schwester, Freundin – und in diesen Rollen sollte ich genau so fit sein wie als Jessie J.

Wie hilft Dir Sport durch Deinen Alltag?

Das Training fördert meine Musik und meine Musik unterstützt mein Training. Es ist ein Kreislauf. Wenn ich nicht fit wäre, könnte ich nicht die Künstlerin und Musikerin sein, die ich bin. Aber um ganz ehrlich zu sein, bin ich das nicht von Natur aus. Ich muss Dinge finden, die mich anschieben und motivieren.

Wie bleibst Du körperlich und geistig stark?

Als ich berühmt wurde, hat sich das gleichzeitig merkwürdig und wunderbar angefühlt. Am Anfang weist Du nicht, wie Du damit umgehen sollst und dann merkst Du, wofür Du Deine Bekanntheit einsetzen kannst. Jetzt nutze ich meinen Status dazu, Themen zu beleuchten, die meiner Meinung nach wichtig für junge Leute sind. Ich stehe jetzt hier als junge Frau, die viel Zeit in Krankenhäusern verbracht hat und mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte und sage „Los geht’s! Hör auf zu nörgeln und leb’ gesund. Mach Schluss mit Junk Food und komm von der Couch runter. Lass uns rausgehen!”

Was motiviert Dich, wenn Dir beim Training oder Laufen auf halber Strecke die Puste ausgeht?

Ich schalte harten Hip Hop mit ordentlichem Bass an. Musik bringt mich überall durch.

Was sind die drei Songs auf Deiner Fitnessstudio-Playlist, die Dich garantiert antreiben?

Paris von Jay Z & Kanye West, Pass Out von Tiny Tempah und You’re The One For Me von D Train.

Erzähl mal, was Du an Sportsachen trägst!

Ich finde alles bequem, was eng und high-waist geschnitten ist. Im Moment stehe ich auf Farbakzente – ein Hauch Farbe auf dem Schuh reicht, dazu ein passender Nagel. Ich sehe manchmal Leute und denke „Woah, Du willst unbedingt, dass Dich wirklich jeder anstarrt”. Aber vielleicht bin ich in neun Monaten auch an dem Punkt, wo ich will, dass jeder mir beim Laufen hinterher schaut. Dann trage ich einen Glitzer-BH und Höschen mit Nike Swoosh!

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