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Grazia exklusiv: Miranda Kerr im Interview

Von GRAZIA am Sonntag, 13. Juli 2014 um 13:00 Uhr

No worries! Australier sind ja quasi von Natur aus relaxt. Trotzdem waren wir total begeistert, wie locker sich Miranda Kerr, Supermodel und Gesicht für den neuen Escada-Duft "Joyful", bei unserem Beauty-Shooting in Zürich gab. Ebenso lässig plauderte sie danach (bei einem Bier!) über die drei K in ihrem Leben – Körper, Küche und, ja, auch Küsse. 

Im Seidenkimono und Badeschlappen steigt Miranda Kerr aus dem Taxi, kommt ins Studio und begrüßt mit ruhiger Stimme alle Anwesenden. Obwohl sie bereits sechs Tage durchgearbeitet hat, lehnt sie sich nicht mal im Make-up-Stuhl zurück, sondern greift selbst zu Bürste, Lippenstift und Nagellack, organisiert nebenbei einen Flughafentransfer für ihren Sohn Flynn und inspiziert anschließend die Klamotten („No fur please!“). Das australische Supermodel ist also nicht umsonst für Disziplin und Perfektionismus bekannt. Dass sie beim Büfett nicht nur zu Spargel, sondern auch zu Rindergulasch und Kuchen greift, beruhigt uns da fast ein bisschen...

Wir dachten, Sie würden sich den ganzen Tag nur von grünen Smoothies ernähren.

Meine persönliche Regel lautet: 80 Prozent gesund, 20 Prozent, auf was ich Lust habe. Wenn ich etwa zum Essen bei Freunden eingeladen bin, genieße ich es total und bin nicht superstrikt. Aber meine Oma hat mir immer wieder gesagt, wie wichtig gesundes Essen ist. Wir hatten einen Gemüsegarten hinterm Haus und haben uns dort ständig bedient. Es ging ihr darum, dass ich lerne, wie gut und fit man sich fühlt, wenn man das Richtige isst. Und ich brauche viel Energie in meinen Job.

Das heißt, wenn ein wahnsinnig leckerer Schokoriegel dIrekt vor Ihrer Nase liegen würde...

...würde ich davon natürlich ein bisschen essen. Nicht den ganzen, aber ein Stück.

Als Testimonial für ein Parfum bietet sich die Frage an: Gibt es eInen Duft, dem Sie verfallen sind?

Glutenfreie Muffins!

Wie bitte?

Ja! Ich backe wahnsinnig gerne, glutenfreie Muffins sind meine Spezialität. Mein Sohn liebt sie, und ich mag den Duft.

GlutenfreIe Muffins, das klIngt jetzt nIcht so lecker.

Doch, doch, sind sie aber! Mit Haferflocken, Kokusnussöl, Honig, Gojibeeren, Apfelsaft und Chiasamen.

Miranda Kerr's Beauty-Linie KORA Organics

 

Sie modeln schon seit 17 Jahren.

Ja, mit 14 bin ich entdeckt worden. Erst habe ich nur in den Schulferien Jobs angenommen, nach meinem Abschluss bin ich dann erst einmal für ein paar Monate nach Japan gegangen. Zwischendurch habe ich noch Ernährungswissenschaften in Australien studiert. Dann zog ich nach Paris und Spanien, dann zurück nach Australien, dann nach New York.

Das klingt nach einem toughen Programm. Woher hatten Sie schon so jung so viel Selbstvertrauen?

Ich bin mit einer ziemlich glücklichen Seele ausgestattet und sehr interessiert an anderen Menschen und anderen Kulturen, war immer open minded – das gab mir schon damals Selbstbewusstsein.

Gibt es denn heute trotzdem noch Situationen, denen Sie sich nicht gewachsen fühlen?

Ich denke, es ist unvermeidlich, dass man in seinem Leben ab und zu vor Challenges steht und dass es auch mal Zeiten gibt, in denen du nicht die beste Version von dir selbst bist. Gerade dann ist es wichtig, sich gut zu behandeln. Und natürlich auch die Menschen um einen herum. Authentizität finde ich auch sehr wichtig.

Das Modelbusiness mag glamourös sein, aber auch hart. Am Ende geht es doch viel um Äusserlichkeiten.Wie kommen Sie damit klar?

Indem ich meinen Körper akzeptiere. Als ich zum Beispiel schwanger war, war das eine neue Situation für mich, ich habe größere Brüste bekommen, meine Hüften sind breiter geworden. Aber das fand ich okay. Und natürlich altere auch ich. Älterwerden ist einfach unvermeidlich. Ich denke, es ist alles eine Frage der Einstellung: Ist das Glas für dich halb voll oder halb leer.

Also gibt es absolut nichts, wovor Sie Angst haben?

Ich konzentriere mich gerne auf die positiven Dinge. Na gut, Haie sind mir nicht ganz geheuer.

Sie sind sehr aktiv bei Instagram. Bereitet es Ihnen keine Sorgen, so viel von sich preizugeben?

Es ist ein schmaler Grat. Aber an Instagram mag ich, dass man damit die Welt aus einem anderen Blickwinkel sehen kann. Und vielleicht haben Sie schon bemerkt, dass ich von meinem Sohn nie das Gesicht zeige. Nur seine Füße. Oder seine Füße mit meinen zusammen oder nur seinen Rücken.

„Ich bin einfach eine sehr relaxte Person."

 

Nutzen Sie Facebook auch, um mit der Familie in Kontakt zu bleiben?

Nein. Mit der maile, telefoniere oder skype ich. Dinge, die ich mit meiner Mutter bespreche, sind andere als die, die ich poste.

Und wie schaffen Sie es, mit den Paparazzi zu leben?

Wir versuchen unser Bestes, um sie gar nicht erst auf uns aufmerksam zu machen. Aber manchmal geht das leider nicht. Dann ignorieren wir sie konsequent.

Das klingt alles extrem relaxt.

Ich bin einfach eine sehr relaxte Person. Heute Morgen um sechs Uhr habe ich allerdings schon meditiert. Das ist unheimlich wichtig für mich, um meine Batterien aufzuladen. Es herrscht doch viel Stress um mich herum. Und ich habe gemerkt, wenn man ruhig bleibt, kann man auch den Leuten in seiner Umgebung helfen, ruhiger zu werden. Vielleicht merken sie es nicht, aber sie fühlen es. Ich bin davon überzeugt, dass wir alle über telepathische Kräfte verfügen.

Der neue Escada-Duft heisst "Joyful". Womit kann man Sie denn fröhlich machen?

Da bin ich einfach gestrickt. Mit meinem Sohn Flynn zusammen und in der Natur zu sein. Gestern waren wir hier am See mit dem Bergpanorama drumherum – das war atemberaubend.

Ohne was könnten Sie absolut nicht leben?

(lacht) Oh nein, bitte stellen Sie mir doch nicht so eine Frage!

Warum denn nicht?

Weil die Antwort natürlich lautet: nicht ohne Flynn! Aber ich möchte ihn damit nicht unter Druck setzen.

Was machen Sie nach dem Aufwachen als allererstes?

Meinem Sohn einen Kuss geben und ihm sagen, wie sehr ich ihn liebe!

 

Text: Kristin Suhr Bilder: Getty Images, Instagram/mirandakerr