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Im Gespräch mit Designer Marcel Ostertag

Von GRAZIA am Dienstag, 9. Februar 2010 um 11:12 Uhr

Aufgepasst! Diesen jungen Mann sollten Sie im Auge behalten. Marcel Ostertag. Wir haben mit dem sympathischen Münchner gesprochen.

Dieses Jahr warst du zum zweiten Mal auf der Berlin Fashion Week. Wie wars für dich?
Von allen Fashion Shows, die ich bisher gemacht habe, war es die erfolgreichste Show. Ich habe nur positive Resonanzen bekommen, sei es von der Presse, den Kunden oder Journalisten. Natürlich ist es immer wieder schwierig sich selbst zu beurteilen, aber alle waren total begeistert. Bei der Berlin Fashion Week dabei zu sein, ist einfach eine Ehre für mich und meine Arbeit. Ich habe immerhin über ein halbes Jahr für die Kollektion geschuftet.

Wie würdest du deine Kollektion beschreiben?
Das Thema meiner Kollektion ist "Love Affair". Ich wollte damit nicht auf eine verruchte Affäre eingehen, sondern auf meine Bezeihung, die ich mit der Mode eingegangen bin. Die Kollektion ist sehr detail- und stoffverliebt. Ich habe versucht eine besonders schöne Komposition zu schaffen.

Wie hat sich deine Arbeit zu früher verändert?
Ich habe früher sehr viel mit Techno-Stoffen gearbeitet. Ich war durchgeknallter und habe viel mit Lack und PVC gemacht. Mittlerweile ist es für mich wichtig, dass sich das Stück gut anfühlt und weich fällt. Es soll einen gewissen Tragekomfort haben. Die Kunden wünschen sich, dass es gut aussieht, aber es soll auch bequem sein. In der FW2010-Kollektion sind nur weiche Stoffe, wie Kaschmir, Seide und ganz tolle Baumwolle verarbeitet. Früher war ich verrückter und trashiger - heute habe ich mich eher im Luxus-Segment angesiedelt, auch in der Stofflichkeit.

Gibt es Promis die du einkleidest?
Ach, das ist ganz unterschiedlich. Veronika Ferres trägt meine Mode, genauso wie Lena Gercke, Nina Eichinger, Natascha Ochsenknecht, Hadnet von MTV,... Ich style vom 20-jährigen It-Girl bis zur 70-jährigen Künstlerin alle, die Lust auf Mode haben. Meine Kollektion spricht durch ihre Eleganz und Modernität sehr viele Leute an. Meine älteste Kundin ist über 70 und meine jüngste Kundin ist erst 14. Es sind Frauen die ein wenig exzentrischer sind und sich gerne mit dem Thema Mode beschäftigen. Viele Kundinnen kaufen auch nur Basics bei mir, beispielsweise Trenchcoats.

Wo gehst du selbst eigentlich am liebsten shoppen?
Ich fliege zum shoppen am liebsten nach London (lacht). Bei uns in Deutschland gibt es für Männer nicht die Mode, die ich suche. Ich trage viel Schwarz und auch sehr viel Jersey. In Deutschland gibt es dafür leider keinen Markt. Daher bin ich ein paar Mal im Jahr in London und statte mich aus, dort bekommt man schon für wenige Geld sehr coole Mode.

Entwirfst du auch irgendwann Mode für Männer?
Ich habe mit Männermode angefangen. Der deutsche Mann ist aber in der Regel nicht dazu bereit, Geld für Mode auszugeben. Frauen kaufen häufig das, was sie noch nicht im Schrank hängen haben. Männer neigen dazu, ihre Garderobe nicht zu verändern. Dementsprechend designe ich lieber für Frauen, weil ich auch ein ganz anderes Feedback bekomme.

Woher kommen deine Inspirationen?
Ganz unterschiedlich. Manchmal auf einer Reise. Vor meiner letzten Sommer Kollektion war ich zum Beispiel in der Wüste. Das hat mich sehr inspiriert. Für meine jetzige Winter-Kollektion 2011 war die Inspiration die Menschen denen ich begegnet bin und meine Liebe zur Mode. Es waren keine Eindrücke, sondern die intensive Beziehung zwischen mir und meiner Mode.

Was sollte deiner Meinung nach 2010 in keinem Schrank fehlen?
Ich finde jede Frau sollte eine tolle Clutch und eine Handtasche im Schrank haben. Solche Dinge werten ein Outfit sofort auf. Egal, ob am Tag zum Kleid oder in der Nacht zum Ausgehen. Gute Schuhe machen ein Outfit immer hochwertiger. Beim Schmuck sollte man nicht übertreiben. Nicht Ketten, Armreifen und Ohrringe auf einmal, sondern lieber auf ein schönes Accessoire konzentrieren.

Was bekommen wir in Zukunft von dir zu sehen? Hast du gerade ein Projekt am laufen?
Das ist noch ganz geheim. Aber es ist was in Arbeit...