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Jetzt auch online! Lena im GRAZIA-Interview: „Nein, Keine Sorge, ich bin nicht magersüchtig. Ich esse genug“

Von Roland am Mittwoch, 10. Juni 2015 um 12:21 Uhr
Es war genau vor fünf Jahren: Deutschland, ach was, ganz Europa war im Lena-Fieber! Sie löste erst einen unglaublichen Hype aus, erntete später aber auch so viel Kritik und Nörgeleien, dass man als junge Frau auch daran hätte zerbrechen können. Doch Lena hat zu sich selbst gefunden: „Ich muss heute nicht mehr jedem gefallen“, sagt sie. Eine Haltung, die ihr hervorragend steht.

Lena – die ihren Doppelnamen Meyer-Landrut künftig weglassen möchte – ist beim großen Fashion-Shooting mit GRAZIA erst etwas skeptisch, als der Stylist ihr mit dem Ansteckpony vor der Nase rumwedelt. Klar, Haarexperimente ist man von ihr auch nicht gewohnt. Aber, typisch Lena: Die 24-Jährige ist ein Bauchmensch, schnell von dem kleinen Instant-Imagewechsel angetan und macht mit. Sich für Neues zu begeistern hat sie sich bewahrt – und sie ist genauso energiegeladen, wie man es sich vorgestellt hat.

Mit ihr wäre Deutschland das 0-Punkte-Gate beim ESC nicht passiert. Aber das Thema hat sie auch abgehakt – auch wenn es sie bis heute natürlich verfolgt: Damals wurde sie in den Himmel gehoben, als wäre sie die Königin von Deutschland, kurz danach war es en vogue, Lena plötzlich scheiße zu finden.

Und heute? Ist sie bei sich angekommen und macht ihr Ding, egal, wie die Leute das finden. „Crystal Sky“, ihr neues Album, passt zu ihrem neuen Lebensgefühl: Es ist facettenreicher, erwachsener Electropop, der den Hörer fesselt, wenn dieser sich drauf einlässt und mehrmals reinhört. Wir haben Lena den GRAZIA Best Inspiration Award Music verliehen und einen ganzen Tag mit ihr auf einem Bauernhof in Mecklenburg-Vorpommern verbracht.  

Wenn es was Neues von Ihnen gibt, sind die Erwartungen an sie jedes Mal riesig, wie gehen Sie damit um?

Ich empfinde gar nicht so viel Druck. Klar, ich hab schon Schiss, die Songs das erste Mal live vor Publikum zu singen. Und ich hätte das Album sicher weniger edgy oder viel kommerzieller machen können, um mehr Leuten zu gefallen. Das wollte ich aber nicht, denn dann kann ich mich ja nicht weiterentwickeln.

Wie war es, als Sie damals nach dem ESC-Sieg erst gehypt wurden und die Leute dann von Ihnen genervt waren?

Ich habe das gar nicht so schlimm empfunden. So ist das eben manchmal, und es scheint ja wieder alles gut zu sein. Mein Album ist gerade auf Platz zwei der deutschen Albumcharts – das macht mich wahnsinnig stolz.

Wie konnten Sie sich damals abgrenzen?

Ich denke, dass man das Ganze nicht so ernst nehmen sollte. Ich habe wahnsinnig viel Spaß an meinem Beruf. Und man sollte sich nichts von äußeren Umständen vermiesen lassen. Egal, was man macht.

Würden Sie sagen, dass Sie sich selbst gefunden haben?

Ich glaube schon, dass ich im Hier und Jetzt stehe, aber wie das in zwei Wochen ist, weiß ich nicht.

Für „The Voice Kids“ wurden Sie stellenweise hart kritisiert, und die Quoten sanken ab – bleiben Sie?

Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht mit der Show. Das ist immer sehr kurzfristig, und ich wurde bis jetzt noch nicht gefragt. Es kommt natürlich drauf an, wie ich eingespannt bin.

Ist es nicht riskant, als so junger Mensch im Rampenlicht zu stehen?

Ach, das kann man, glaube ich, gar nicht so pauschal sagen. Es gibt Achtjährige, die so wild drauf sind und ein Entertainergen haben, die nerven ihre Eltern so lange, bis sie dürfen.

Heute müssen Eltern ja auch darauf achten, was ihre Kinder so im Internet treiben …

Ja, man muss eher die Teenies im Blick haben, so ab 13 – die sind ja voll mit Instagram dabei. Aber die Sendung berät die Eltern auch, vor allem, wenn sie noch gar keine Berührung mit dem Business haben.

Sie sind hyperaktiv auf Snapchat, Twitter und Instagram. Haben sie sich Grenzen gesetzt, was Sie von sich zeigen und was nicht?

Von meiner Wohnung poste ich nichts, von meiner Familie nicht und nicht von meinem Freund. Und nackt schon mal gar nicht!

Und wie gehen Sie als sehr netzaffiner Mensch mit gemeinen User-Kommentaren um?

Das Gute bei Instagram: Man kann Kommentare löschen, Leute löschen … herrlich! (lacht) Vor allem die, die extrem bösartige Dinge schreiben! Ich bin da total rigoros, wenn mir irgendein Spacko irgendeinen Scheiß schreibt …

Wo sie gerade Ihr Essen posteten: Kochen Sie eigentlich gerne?

Supergerne! Ich würde auch mal sagen, dass ich’s kann. Gestern habe ich mir einen Quinoasalat gemacht – mit Avocado, grünem Spargel, Zitronenöl-Dressing … Unfassbar lecker!

Es taucht sehr häufig das Gerücht auf, Sie könnten magersüchtig sein.

Da haben sich alle draufgestürzt! Ich dachte nur: Fuck! Leute, was schreibt ihr da für einen Quatsch? Ich hatte schon das Bedürfnis, mich zu verteidigen, weil mich das schwer genervt hat. Doch inzwischen ist es mir egal, und ich kann nur sagen: Nein, ich bin nicht magersüchtig. Ich esse genug!

Ansonsten ist Ihr Privatleben ziemlich unbeleuchtet.

Mein Freund und ich vermeiden private Situationen in der Öffentlichkeit. Das war am Anfang sehr schwer, doch es war eine aktive Entscheidung, mein Privates privat zu halten. Meine Wohnung, meine Mutter und mein Freund sind tabu!

Sie wirken immer total angeknipst. Wie kommt Lena runter?

Ich pflücke Pilze. Das macht so Spaß! Man muss sich ein bisschen reinfuchsen. Du musst natürlich wissen, welche Pilze gut sind. Bei Seitlingen zum Beispiel, da gibt es auch Fake-Modelle. Aber mit Hund im Wald im Spätsommer – da gibt es fast nichts Schöneres!

Der Hund hilft sicher auch beim Relaxen …

Auf jeden Fall, Kiwi ist der Hammer! Ich hab ihn als Welpen bekommen und mir zwei Monate Zeit genommen und ihn richtig gut erzogen. Meistens kommt er sogar mit, wenn ich nicht fliegen muss.

Sie haben sich für die neuen Songs zwei Jahre Zeit genommen. Schreiben Sie die besten im Urlaub?

Nee, da fällt mir nie was ein. Und dann will ich mich auch nicht mit Musik befassen! Ich schreibe gute Lieder, wenn ich mich an meinen Schreibtisch setze. Ganz eisern. Ich muss mich sozusagen zwingen, kreativ zu sein.

Wie war es für Sie, im Shooting High Fashion zu modeln?

Ich hatte sehr viel Spaß! Das Thema war toll, passend zum Sommer. Ich fand auch großartig, dass alles sehr experimentell war.

Der Pony war nur angesteckt. Haben Sie nicht mal Lust auf eine radikale Veränderung?

Ich würde gerne mal rosafarbene Haare haben, aber ich traue mich nicht! Vielleicht probiere ich mal Perücken aus? Ich habe übrigens gelesen, dass Katy Perry immer 14 Perücken dabeihat. 14! Aber die ist eben auch Katy Perry, und ich bin eigentlich ganz zufrieden mit meinen Haaren.

Verraten Sie uns, welche Frauen Sie sonst noch cool finden?

Ich bin voll das Pop-Opfer! Katy Perry, Beyoncé, Rihanna, Taylor Swift – ich liebe die!

 

Interview: Roland Rödermund