Hot Stories

Katie Holmes: Tom will immer mehr Kontrolle

Von GRAZIA am Montag, 5. Juli 2010 um 13:32 Uhr

Vor fünf Jahren hat Tom Cruise mit Katie Holmes einen Kontrakt geschlossen, der ihre Beziehung bis ins Detail regelt. Bislang hat Katie brav mitgespielt. Nun könnte sie rebellieren, weil er immer mehr von ihr verlangt.

Sie strahlte, sie sah toll aus, und sie wirkte so frei – endlich mal wieder. Als Katie Holmes, 31, in einem Armani-Kleid und mit offenem Haar in New York einen Tony Award an Scarlett Johansson, 25, überreichte, sahen wir: In dem Moment war sie fast so glücklich wie Scarlett. Fast. Katie weiß: 
Es war nur ein Moment. Ein Moment der Freiheit, des Einfach-Katie-Seins, mit Menschen, die sie mag und bewundert. Ohne Tom Cruise,47, ihren Ehemann, Kindsvater, Bestimmer, religiösen Führer und Psycho-General.

In solchen glücklichen Momenten, den Ohne-ihn-Momenten, glaubt Katie Holmes manchmal selbst daran, dass das andere Gefühl irgendwann aufhören wird: das Gefühl, an Tom gekettet zu sein und seinen Direktiven und Chef-Kapriolen ausgeliefert. Je mehr Glücksmomente es werden, desto stärker wird Katies Drang, auszubrechen. „Erst hat sie noch bereitwillig mitgemacht, später resigniert“, so eine Insiderin. „Jetzt wächst Katies Widerwille mit jeder Idee von Tom, wie er sie für seine Zwecke einsetzen kann.“

Seit fünf Jahren geht das jetzt schon so – und wir bewegen uns mit Katie zwischen Angst, Resignation und Hoffnung. Fünf Jahre, in denen sie das macht, was Tom will, oder zumindest das, was Tom erlaubt. Tom und dieser perfide Kontrakt, den sie damals, 2005, mit ihm geschlossen hat (und mit ihm, das bedeutet ja immer auch: mit Scientology). Nach fünf Jahren, so hieß es, sollten Details neu verhandelt werden, werde man festlegen, wie es weitergeht. Die fünf Jahre sind nun vorbei, doch statt mehr Freiheit bekommt Katie noch mehr Druck von Tom. Der merkt nämlich, dass sein Stern längst nicht mehr so gleißend hell leuchtet wie noch zu seligen „Mission: Impossible“-Zeiten – und deshalb braucht er Katie mehr denn je. Jedenfalls in der Öffentlichkeit.

Gerade erst informierte Tom uns wieder ausführlich darüber, wie sehr man sich Liebe und wie glücklich man miteinander sei, weil Katie ja schließlich schon als kleines Mädchen im provinziellen Ohio „davon geträumt hat, mich zu heiraten“. Und bei ihm war es, hach, was für ein Glück, „Liebe von der ersten Sekunde an“. Ist ja schon gut – davon hat Tom bereits vor fünf Jahren, auf dem berüchtigten "Oprah Winfrey"-Sofa hüpfend, geschwärmt. Es scheint, als wollte er immer noch etwas beschwören, das längst verloren ist und das er wahrscheinlich nie besaß.
Katie Holmes ist nämlich eine Frau und kein Roboter, und deswegen macht sie jetzt, endlich, nicht mehr jeden Publicity-Quatsch mit, den ihr unheimlicher Ehemann zusammen mit seinen Beratern ausheckt.

Mag sein, dass Katie beim Verfassen der Verträge zugestimmt hat, ein Kind zu bekommen und die nächsten Jahre die Rolle Mrs. Tom Cruise zu spielen, mag sogar sein, dass sie sich als Mädchen tatsächlich den smarten „Top Gun“-Piloten als ihren Märchenprinzen auserkoren hat und deshalb in diesen Wahnsinn geriet. Doch: Sie will raus, und vielleicht findet sie jetzt die Kraft. Wenn sie mal nicht unter seiner Aufsicht steht, ist Katie kein Lifestyle-Accessoire, sondern eine starke Person, und die will sie auch sein. Jetzt ist Katie-Time! Sie hat ihre eigene Produktionsfirma, Noelle Productions, und trat in den vergangenen Wochen allein bei einer Veranstaltung ihrer „Dizzy Feet“-Stiftung auf, auch wenn Tom das vermutlich nicht passte.

„Die beiden streiten sich häufiger“, berichtet eine Freundin von Katie, und mit jedem Streit bekommt Katie mehr Selbstbewusstsein. „Genug ist genug“, hat sie Tom jetzt zu verstehen gegeben, als er ihrem „Dienstplan“ eine weitere Position hinzufügen wollte. Dreimal pro Monat muss sie ohnehin an seiner Seite auftreten und so tun, als könnte sie in jedem Moment vor Glück explodieren: Einmal bei einem offiziellen Anlass, also einem Publicity-trächtigen Red-Carpet-Event, ein weiteres Mal zu einer sogenannten „Date Night“, bei der es darum geht, eine romantische Fassade vorzugaukeln, und dann muss alle vier Wochen auch noch ein Familienfoto gemacht werden von Papa Tom, Mama Katie und ihrer süßen Suri.

Ein vierter Programmpunkt („vermutlich eine Inszenierung mit VIP-Freunden von Tom oder wieder gemeinschaftlicher Sport“, mutmaßen Insider) – das ist zu viel für Katie. Sie will nicht mehr. Sie wehrt sich. Das klappt mal besser und mal schlechter. Schlechter zum Beispiel letztes, als Tom es bei den MTV Movie Awards für nötig hielt, seine komische Seite zu demonstrieren. „Sie hasst es, wenn er sich derart produziert und zum Affen macht“, berichtet ein Vertrauter, „und sie hat ihm auch gesagt, dass sie zu solchen Auftritten nicht mehr mitkommen will.“

Dieses Mal konnte sich Katie nicht durchsetzen, nahm ihren Platz im Publikum ein und beklatschte Tom, ihr hübschestes Lächeln auf den Lippen. „Ich war einfach da und feuerte ihn an, es war großartig!“, erklärte sich auch noch beflissen. Sie ist eben eine verdammt gute Schauspielerin. Vielleicht findet Tom sie deswegen so toll. Dass seine eigentliche Leidenschaft nicht Katie gilt, weiß – nicht nur in Hollywood – jeder.

Gerade erst geriet er in einem Interview über die Vorzüge seines Kumpels David Beckham völlig aus dem Häuschen.
„Von Anfang an“ – ja, auch hier! – hätten David und er sich so gut verstanden, dass sie „sofort Freunde“ wurden. „Ich bewundere ihn als Person, Vater, Ehemann und Athleten. Er ist absolut fantastisch … er ist ein unermüdlicher Arbeiter mit einem klaren Geist und einem superstarken Körper.“

Wie mag das wohl für Katie sein, wenn sie lesen muss, dass ihr Gatte ausführlicher und deutlich hingerissener von „Goldenballs“ Beckham schwärmt als von ihr? Verraten fühlt sie sich, einsam (ihre Freundschaft zu Victoria Beckham ist – wohl auch wegen dieser Geschichte – zerbrochen), gefangen in einer bizarr falschen Welt. Toms Welt. „Katie weiß und fühlt, dass er praktisch keinen Bezug zur Realität mehr hat“, erklärt ein Insider. „Alles wird seinen Zwecken untergeordnet. Sogar ihre Klamotten!“ Katie selbst bestätigt das: „Tom sagt mir dann: ‚Das Kleid ist nix für dich, das brauchst du nicht, zieh’s aus.‘“ Wenn sie allein unterwegs ist, trägt sie gern kürzere Röcke, flache Schuhe – unter Toms Fashion-Fuchtel geht sie stets in lang und auf High Heels.

„Tom ist ein Kontrollfreak“ – ein kompletter Hollywood-Chor bestätigt das immer wieder. Wenn etwas nicht so funktioniert wie in seinem Masterplan vorgesehen, greift er ein – und durch. Das Schlimme: Er macht es so, dass keinem Außenstehenden auffällt, wie perfide er vorgeht. Katie dafür umso mehr. Und es tut ihr richtig, richtig weh.

Als Tom vor über zwei Monaten bemerkte, wie unglaublich gut sie sich mit ihrem „So You Think You Can Cance“-Choreografen Tyce Diorio verstand (und auch noch Fotos auftauchten, die diese Innigkeit dokumentierten), nahm er ihn ihr einfach weg – indem er den attraktiven Tanzlehrer für seinen MTV-Auftritt engagierte. Für Katie eine Strafe. Jedes kleine Stück normales Leben, das sie sich mühsam erkämpft, versucht Tom ihr wieder wegzunehmen, damit sein Image bloß keine Kratzer abbekommt. Dass Katies Seele dabei großen Schaden nimmt, ist ihm vermutlich egal. 
Er weiß ja, dass sie mitmacht, wegen der Vereinbarung – vor allem aber natürlich wegen Suri. Ohne die süße kleine Tyrannin, die Einzige übrigens, die auch Tom fest im Griff hat, wäre ihre Überlebensstrategie nichts als Apathie.

Wenn sie in die Kameras blickt und dabei sagt: „Wir haben immer irgendwie Spaß zusammen“, erkennt man in ihren Augen deutlich die Traurigkeit und hat das Gefühl, dass der unablässig grinsende Tom an ihrer Seite Katie bestimmt in die Rippen kneift, damit sie bloß das Richtige sagt. Ihre Vorgängerin Nicole Kidman beschrieb es einmal so: „Ich dachte, es ist mein Job, gut auszusehen und ihn zu unterstützen.“ Mehr nicht.

Scientology-Expertin Amy Scobee: „Ich hoffe, Katie hat noch genug Verstand, um sich gegen all das zu wehren.“ Wir sind überzeugt: hat sie! Ihr strahlender und selbstbewusster Auftritt bei der Tony-Award-Verleihung hat uns und hoffentlich auch Tom gezeigt: Wenn du mich noch ein bisschen halten willst, muss die neue Ehevertragsformel lauten: weniger Zwang, mehr Freiheit. Nicht umgekehrt.