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Lockdown-Verschärfung: Droht das wegen dritter Welle?

Von Jenny am Montag, 15. März 2021 um 09:23 Uhr

Um die dritte Welle, in der wir uns laut RKI-Chef Lothar Wieler längst befinden, abzumildern, fordert SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach jetzt ein dreistufiges Paket, welches harte Maßnahmen beinhaltet.

Obwohl beim vergangenen Corona-Gipfel Lockerungen beschlossen wurden und man sich mit der Impfkampagne endlich ein Absinken der Corona-Fallzahlen erhoffte, steigen in Deutschland weiterhin die Fallzahlen sowie die 7-Tage-Inzidenz, die am heutigen Montagmorgen bundesweit bei 82,9 (Vortag 79) liegt. Dass wir uns bereits inmitten der dritten Corona-Welle befinden, die sich nach und nach verstärken könnte, dafür sieht der RKI-Chef Lothar Wieler eindeutige Anzeichen. Wie stark die Kurve der Infektionen ansteige, hänge seiner Ansicht nach vor allem von dem Fortschritt der Impfkampagne ab, sei allerdings auch von der Einhaltung der Maßnahmen bestimmt. Um mit der dritten Welle umgehen zu können und vor allem Intensivstationen nicht zu überlasten, fordert SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nun ein dreistufiges Maßnahmenpaket samt Schulschließung bis Ostern. Was der Professor für Epidemiologie dabei vorsieht und bei den Entscheidungen, die Bund und Ländern beim kommenden Corona-Gipfel treffen, berücksichtigt werden könnte, klären wir nun auf.

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Karl Lauterbach: Diese Maßnahmen könnten dritte Welle abmildern

Nicht nur der Chef des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler, sondern auch Karl Lauterbach spricht bereits von einer neuen Corona-Welle. "Die dritte Welle rollt bereits seit zwei Wochen durch Deutschland", mahnte er gegenüber der Rheinischen Post. "Um die Lage beherrschbar zu halten und die Krankenhäuser nicht zu überfordern, brauchen wir jetzt drei Maßnahmen", erklärte der Epidemiologe die Relevanz seines Vorschlages eines dreistufigen Maßnahmenpakets. Beinhalten soll dieses zunächst die konsequente Einhaltung der Notbremse, die bei der Bund und Länder Konferenz am 3. März beschlossen wurde und ab einer Inzidenz von 100 Fällen pro 100.000 Einwohnern greift. "Ich rechne damit, dass wir trotz bestehender Lockdown-Regelungen Anfang April bundesweit diese Marke reißen werden", warnt der SPD-Gesundheitsexperte schon jetzt vor der Entwicklung. Für ihn steht außer Frage: "Es darf keine lokalen Ausnahmen bei der Notbremse geben." Außerdem fordert der Politiker die konsequente Fortsetzung der Impfung. Weiterhin solle mit den Impfstoffen von Biontech/Pfizer sowie AstraZeneca geimpft werden. Dabei rät der Harvard-Professor dazu, nicht von der Impfreihenfolge abzuweichen. "Das Thrombose-Risiko ist nicht erhöht, wie jüngste Studien aus den vergangenen Tagen zeigen", erklärte Lauterbach und ging damit auf letzte Meldungen ein, die zu einer Aussetzung des Impfens mit dem Vakzin von AstraZeneca in unter anderem Norwegen und Niederlanden führte. Um die Pandemie auszubremsen, empfiehlt er zuletzt: "Drittens bin ich für einen Schul-Stopp, weil die Virus-Mutationen sich insbesondere bei den Jüngeren rasant ausbreiten. Ich appelliere an die Länder, alle Schulen bis Ostern wieder zu schließen, auch die Grundschulen." Ausnahmen könne man lediglich Schulen gewähren, die ihre Schüler zweimal pro Woche einen Schnelltests machen lassen. Was genau Bund und Länder bei ihrer kommenden Corona-Konferenz umsetzen werden, bleibt abzuwarten...

© Getty Images

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