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Mark Ronson: Der Mann hat sie alle gehabt

Von GRAZIA am Donnerstag, 22. Januar 2015 um 08:00 Uhr

Egal, ob Bruno Mars oder Lana Del Ray - wer einen coolen Produzenten braucht, wendet sich an Mark Ronson. Dass er fünf Jahre für sein eigenes Album „Uptown Special“ brauchte, wundert da nicht. Mit uns hat er über seine Mutter, Mode und natürlich Musik gesprochen (Foto: Kampagnen Shooting für Fendis „Fan di Fendi Uomo Acqua“ Duft).

 

• Wie sieht ein normaler Tag im Leben des Mark Ronson aus?

Aufstehen um 9.00 Uhr, Spaziergang mit meinem Bordercollie „Maude“. Danach eine Runde Boxen, gegen 12.00 Uhr ins Studio und arbeiten bis ca. Mitternacht.

 

• Und ein perfekter Tag?

Nichts tun, zusammen mit meiner Frau und meinem Hund – samt einem Besuch von Henry, meinem besten Freund.

 

• Sind sie ein fauler Mensch?

Faul würde ich nicht sagen, denn ich mag das, was ich tue. Aber manchmal ist es schön, einfach nichts zu tun.

 

•Ach so ... mussten wir deshalb fast 5 Jahre auf ein neues Soloalbum von Ihnen warten?

Hey, das ist nicht fair! In der Zwischenzeit habe ich unter anderem die Alben von Bruno Mars und Sir Paul McCartney produziert, die Filmmusik zu „Mortdecai“ geschrieben –und für einen Männerduft gemodelt.

 

•Praktischerweise wurde „Fan di Fendi pour homme“ erst kürzlich in Deutschland gelauncht – passend zum Start Ihres neuen Albums.

Ein großartiger Zufall! Ich bin mir zwar sicher, dass Fendi das nicht so geplant hat, aber für mich ist es geradezu perfekt! (Lacht)

 

•Haben sie schon häufiger gemodelt?

Bisher nur für Freunde. Aber Fendi ist eine coole Marke und das Konzept der Kampagne stimmte, da dachte ich mir: Warum eigentlich nicht?!

 

•Die großen Fashionhäuser engagieren für ihre Duft-Kampagnen immer öfter Stars aus der Musikbranche. Gerade wirbt Alicia Keys für den neuen Givenchy Duft. Nachvollziehbar?

Ach es ist großartig, Produkte mit Models zu bewerben, aber ganz ehrlich? Mit Stars wie Alicia Keys sind wir aufgewachsen, das hat eine ganz andere Dynamik, man hat eine gemeinsame Vergangenheit. Nicht nur ich verehre sie! Das wird sicher ein großer Erfolg!

 

•Wie halten Sie den Druck aus, für eine Künstler ein erfolgreiches Album zu produzieren?

Gar nicht! (Lacht) Im Ernst: Der Druck ist enorm, aber ich versuche einfach für jeden Künstler das beste Album zu produzieren.

 

•Wie war die Zusammenarbeit mit Sir Paul McCartney?

Ergreifend! Die ersten Tage war ich so nervös, dass ich ständig etwas fallen ließ oder umschmiss – aber er ist daran gewöhnt und behandelt einen mit Respekt. Doch klar, am Ende des Tages musst du etwas Großartiges abliefern – und er ist nicht gerade einfach zufrieden zustellen, natürlich nicht. Er ist ein BEATLE!

 

•Was macht Sie so erfolgreich? Haben Sie ein Erfolgsgeheimnis?

Versuch nie den größten Hit landen zu wollen, sondern stelle die Musik als solche in den Vordergrund.

 

• Gibt es ein Album, bei dem Sie denken: Mist das hätte ich zu gerne produziert?

Oh es gibt so viele großartige Alben! Und ich liebe sie genau deshalb, weil ich sie nicht gemacht habe. Weil ich eben nicht genau weiß, wie die Stücke arrangiert wurden. Und das ist teilweise sehr spannend.

 

•Woher nehmen Sie Ihre Inspiration?

Von überall. Für mein neues Album habe ich mich an die Zeit erinnert, als ich Anfang 2000 in den New Yorker Clubs auflegte. Da knisterten noch Platten und die Leute ließen sich zu Soul und coolen Drums mitreißen.

 

• Sie stammen aus einer großen kreativen Familie – Stiefvater Mick Jones ist der Gitarrist von Foreigner, ihre Mutter entwirft erfolgreich Schmuck, seine Geschwister machen Mode (Charlotte) und, klar, Musik (Sam). War es schwer, den eigenen Weg zu finden?

Eher nicht. Weil wir immer unsere Kreativität ausleben durften, solange wir in der Schule gut waren. Da gab es keine Konkurrenz. Jeder machte das, wozu er Lust hatte.

 

•Wenn bei Ihnen alle zusammen kommen – wie darf man sich das vorstellen?

Laut und schön, wie bei vielen anderen Familien auch. Na gut, vielleicht ist bei uns etwas lauter, immerhin sind wir 9 Geschwister (lacht)!

 

•Gab’s denn nie Stress?

Doch klar! Aber das Wichtigste ist, dass man sich danach wieder verträgt. Ich kann nicht verstehen, dass sich Leute mit ihren Geschwistern überwerfen. Ich denke: Hey, das ist deine Familie, die kennen dich ein Leben lang – Go and fix it!

 

•Haben sie einen Lieblingsort?

Mein Haus in London.

 

•Lieblingsbar?

„The Cabin down Below“ im East Village in NYC!

 

•Lieblingsdrink?

Eine Tasse Tee ODER 1942 Tequila ... aber hey, langsam trinken, dann dreht man nicht durch!

 

 

Interview: Bettina Brenn

Themen
Mark Ronson,
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