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Naomi Campbell und der Blutdiamant

Von GRAZIA am Donnerstag, 5. August 2010 um 11:08 Uhr

Topmodel vor Gericht: Nach langem Zaudern hat Naomi Campbell nun doch vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag gegen Ex-Diktator Charles Taylor ausgesagt. Sie gab zu, 1997 mehrere Diamanten angenommen zu haben, ohne sich zu erkundigen, von wem sie seien. Offensichtlich Alltag im Hause Campbell.

Eine schöne Frau, Blutdiamanten im Wert von Hunderten Millionen Dollar und ein sehr mächtiger mutmaßlicher Kriegsverbrecher. Was wie ein neuer Sommer-Thriller klingt, wird momentan vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag verhandelt:

Hat Naomi Campbell von Ex-Diktator Charles Taylor "schmutzige Steine" angenommen? Wenn ja, könnte dies die Kriegsverbrechen des "Schlächters von Liberia" beweisen. Lange hat das Topmodel gzögert und gezaudert, jetzt musste sie doch aussagen und gab zu:

Ja, sie habe bei einer Gala in Südfrankreich im Jahr 1997 mehrere Diamanten angenommen. Ob sie aber tatsächlich von Charles Taylor stammen, wisse sie nicht.

Anscheinend ist es für das Topmodel alltäglich, teure Geschenke anzunehmen ohne zu fragen, von wem sie kommen. "Es war spät und ich war müde", erklärte Naomi ihr Desinteresse. Die Steine habe sie am nächsten Tag sofort dem Chef eines Kinderhilfswerks übergeben.

Taylor wird beschuldigt, Ende der 90-er Jahre Rebellen in Sierra Leone mit Waffen beliefert zu haben. Als Ausgleich soll er Blutdiamanten im Wert von Hunderten Millionen Dollar bekommen haben.

Wenn bewisen werden kann, dass Naomis Steine tatsächlich von dem Ex-Dikatator stammen, wäre dies ein wichtiger Teilerfolg im Prozess gegen den mutmaßliche Kriegsverbrecher. Charles Taylor werden Massenmorde, Vergewaltigungen, sexuelle Versklavung, Plünderungen und Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten vorgeworfen.

„Ich will mit dem Fall dieses Mannes nichts zu tun haben, er hat schreckliche Dinge getan und ich will meine Familie nicht in Gefahr bringen.“, sagte Naomi Campbell im US-Fernsehen.

Zwielichtige Geschenke wird das Topmodel in Zukunft wohl genauer unter die Lupe nehmen.