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Normal ist jetzt Trend!

Von GRAZIA am Montag, 21. April 2014 um 10:00 Uhr
„Normcore“ ist gerade der Mode-Hype der Saison. Ab sofort dürfen Fashionistas sich ohne Style-Verlust total relaxt geben. Ab und zu …

Gwyneth Paltrow ist mal wieder ein Trendsetter – denn sie verkündete vor kurzem in einem Interview, dass sie den kommenden Sommer ausschließlich in Overalls und Mandals (Man-Repeller-Sandalen) verbringen wird! Damit bekennt die Stilikone sich zu einer neuen Modebewegung, die "Normcore“ heißt und gerade total in ist. Aber was steckt dahinter? Ganz einfach, ein Normalo ist jemand, der in der Masse verschwindet. Das Fashion-Motto der Stunde lautet also: Unscheinbar ist das neue Cool!

Losgetreten wurde der relaxte Anti-Style von der New Yorker Trendagentur K-Hole, die eine Studie zum Thema veröffentlichte. Wer „Normcore“ ist, findet demnach Befreiung darin, ganz bewusst nichts Besonderes sein zu müssen. Wie das aussieht, lässt sich an Hollywoodstars beobachten: Jeans, Fleecejacken, Cargo-Shorts, Tennissocken und Baseballcaps vom Souvenirstand. Also eigentlich eine Menge Klischee-Stil-Tabus.  

"Stinknormal" ist das neue "Cool"

 

Bis vor Kurzem war man hip, wenn man anders war als die meisten; Modeblogger übertrumpften einander mit immer verrückteren Looks, es ging ständig um Authentizität, darum, um jeden Preis aufzufallen. „Normcore“ hingegen will gar nicht exklusiv, nicht speziell sein, sondern einfach nur stinknormal. Die Studie geht sogar so weit, zu behaupten, dass „Normcore“ ein Weg zu einem friedlicheren Leben sei. Nun ja. Zu einem entspannteren auf jeden Fall! Schließlich spart es Zeit und Nerven, sich manchmal (!) wie ein Tourist zu kleiden. Oder wie die „New York Times“ kürzlich schrieb: „Normcore“ sei für Menschen, die kapiert hätten, dass sie einer von sieben Milliarden seien. 

 

Machen Sie es sich bequem

 

Selbst in der Fashion-Welt, wo „Normal“ ja bisher eine eher beängstigende Vorstellung war, ist die neue Schluffigkeit offenbar hoffähig geworden: Marc Jacobs saß neulich bei seiner letzten Schau für Louis Vuitton friedlich in einer roten adidas-Trainingshose in seiner eigenen Front-Row. Dazu kombinierte der Mann, der noch vor gar nicht langer Zeit blaue Haare und Spitzenkleid zur Schau trug, ein langweiliges Langarmshirt. Selbst seine Frisur war auffallend unauffällig, kein Style, kein Statement, einfach nur ein Haarschnitt. Aber Achtung! Wie so oft bei Trends gilt auch hier: Bitte nicht übertreiben! Es geht nicht darum, dass wir ab sofort der Mode abschwören, sondern dass wir es uns jetzt ab und zu guten Fashion-Gewissens auch mal etwas bequemer machen können. 

 

Und es geht um ein Statement: Mit dem „look of nothing“ sprechen wir uns selbst frei von dem ermüdenden Versuch, immer etwas ganz Besonderes sein zu müssen. Damit hat „Normcore“ sogar noch eine sehr weise Botschaft: Wir sind alle eins.

 

Text: Susanne Kaloff

Themen
Normal,
Mode-Hype