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Nach sexuellen Übergriffen: Harvey Weinstein stellt sich der Polizei!

Von Judith am Samstag, 26. Mai 2018 um 10:02 Uhr

Der Hollywood-Produzent Harvey Weinstein soll über Jahrzehnte seine Machtstellung ausgenutzt haben, um Schauspielerinnen sexuell zu belästigen. Jetzt wurde er von der New Yorker Polizei verhaftet!

In den vergangenen Monaten wurde der wohl größte Sex-Skandal Hollywoods publik und damit Anschuldigungen laut, dass der Filmproduzent Harvey Weinstein, der für Streifen wie "Silver Lining", "The King‘s Speech" oder "Shakespeare in Love" mitverantwortlich ist, hunderte Frauen sexuell belästigt haben soll. Sie alle sollen ihm zwischen 1990 und 2015 zum Opfer gefallen sein. Einige unter ihnen sprachen sogar von Vergewaltigung und berichteten, dass ihre Ablehnung der Annäherungsversuche vom Weinstein ihrer Karriere nachhaltig geschadet haben.

Auch die Schauspielerin Asia Argento erklärte, dass sie aufgrund dieser Befürchtung erst jetzt die Wahrheit erzählen könne: "Ich weiß, dass er schon viele Menschen zerstört hat". Der Rechtsanwalt des 65-Jährigen nannte den Artikel, den der New Yorker über die Thematik im vergangenen Oktober veröffentlichte: "Eine Story, die voller falscher und verleumdeter Statements über Harvey Weinstein ist." Seit den ersten Bekanntmachungen, die den Regisseur schwer belasten, wurden weitere Stimmen laut – unter ihnen sogar die bekanntesten Darstellerinnen der Traumfabrik. 

Diese Schauspielerinnen wurden von Harvey Weinstein belästigt! 

Unter den Opfer des sexuellen Missbrauchs finden sich auch Stars, die wir alle kennen. Laut der New York Times sollen nämlich auch Gwyneth Paltrow und Angelina Jolie unter dem Regisseur gelitten haben. In einer Mail, die Angelina an die Zeitung schrieb, hieß es: "Ich hatte eine schlechte Erfahrung mit Harvey Weinstein in meiner Jugend, und das Resultat war, dass ich niemals mit ihm zusammengearbeitet haben und andere gewarnt haben, wenn sie es taten." Anschuldigungen, die vor allem aus dem Mund einer Frau mit ihrer Bekanntheit, besonders schwer wiegen. Auch Gwyneth Paltrow erklärte dem Magazin, dass Weinstein sie während der Dreharbeiten zu "Shakespeare in Love" in sein Hotelzimmer eingeladen habe und ihr anbot für eine Massage zu bleiben. Den Vorfall beichtete die Blondine ihrem damaligen Freund Brad Pitt, der den Filmemacher auf der Premiere konfrontierte. Dennoch blieben seine Taten im Verborgenen, denn der New York Times verriet die Ex-Frau von Coldplay-Frontsänger Chris Martin: "Es wurde von mir erwartet, dass ich dieses Geheimnis für mich behalte."

Auch diese Stars wenden sich von Harvey Weinstein ab!

Auch weitere Stars, die eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Produzenten verbindet, äußerten sich bereits zu den Vorwürfen und sind schockiert von Weinstein. Ben Affleck, der seine Karriere mit Harvey Weinsteins Produktion "Good Will Huntington" im Jahre 1997 begann, verkündete via Twitter: "Ich bin betrübt und sauer, dass ein Mann mit dem ich gearbeitet habe seine Machtstellung benutzt, um jemanden einzuschüchtern, sexuell zu belästigen und viele Frauen über Jahrzehnte hinweg manipulierte." Auch die Schauspieler George Clooney, Jennifer Lawrence, Emma Watson und Juliane Moore teilten via Social Media ihre Bestürzung über die Taten von Weinstein mit.

 

 

Die Oscar-Akademie wirft Harvey Weinstein raus!

Nachdem beinahe ganz Hollywood zu den Vorwürfen Position bezog, war es für die Oscar-Akademie beinahe unumgänglich, sich damit zu befassen, wie sie mit Mitglied Harvey Weinstein umgehen sollte und traf dennoch die Entscheidung: Der Film-Mogul wird mit sofortiger Wirkung entlassen – ein weiterer harter Schlag für Weinstein, der bereits seine eigene Firma, die "Weinstein Company", verlassen musste. "Die Vorsitzenden der Academy of Motion Arts und Sciences haben, angesichts einer notwendigen zwei Drittel-Mehrheit, überzeugend für seinen sofortigen Ausschluss gestimmt“, heißt es in einem offiziellen Statement, "wir tun das nicht einfach nur, um uns von jemandem zu distanzieren, der seine Kollegen nicht respektiert, sondern auch um eine Botschaft zu senden, dass die Ära der vorsätzlichen Ignoranz und beschämender Mitschuld an sexuell räuberischem Verhalten und Belästigung am Arbeitsplatz in unserer Branche endgültig vorbei ist." Zwar scheint es derzeit noch so, als sei dieses Vorhaben nicht allzu leicht in die Tat umzusetzen, doch dass eine der höchsten Instanzen des Filmbusiness sich so entschieden gegen Missbrauch ausspricht, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung! 

Harvey Weinstein: Er stellt sich der Polizei

Seit mehreren Monaten laufen nun bereits die Ermittlungen gegen den einstigen Filmproduzenten. Weinstein, der bisher die Vorwürfe der Vergewaltigungen weitestgehend bestritt, stellte sich am vergangenen Freitag der New Yorker Polizei. Nach Angaben des New Yorker Police Department wurde der 66-Jährige festgenommen und steht nun wegen Vergewaltigung, sexuellem Missbrauch, Nötigung und sexuellem Fehlverhalten vor Gericht

 

 

Eine Nachricht, die für seine mutmaßlichen Opfer sicher eine Erleichterung ist. Asia Agento, die im vergangenen Oktober ihre Stimme erhob und erklärte, während der Filmfestspiele in Cannes als 21-Jährige von Harvey Weinstein in einer Suite zum Oralsex gezwungen wurden zu sein, kommentierte die Neuigkeit via Twitter. "Harvey Weinstein lacht jetzt nicht mehr", schreibt sie in einem Tweet und in einem anderen: "Warum hast du so lange gebraucht?". Auch die einstige "Charmed"-Darstellerin, Serienstar Rose McGowan, die den Produzenten ebenfalls beschuldigt, äußerte sich zuvor via Twitter: "Ich und so viele Opfer von Harvey Weinstein hatten die Hoffnung schon aufgegeben, dass unser Vergewaltiger juristisch zur Verantwortung gezogen wird." Die Nachricht der Verhaftung scheint für die Schauspielerin nun eine Erleichterung zu sein. „Jetzt haben wir dich, Harvey Weinstein". 

 

 

 

 

 

 

Bis zu einer Verurteilung müssen die mutmaßlichen Opfer jedoch noch warten. Dem ehemaligen Filmmogul wurde zunächst eine Kaution von zehn Millionen Dollar, davon eine Million sofort zahlbar, sowie eine elektronische Fessel verhängt, damit der Beschuldigte sich nicht von New York und Connecticut, wo er ein Haus hat, entfernen kann. Die Verhandlung in den kommenden Wochen wird zeigen, ob und welche Strafe Weinstein für seine mutmaßlichen Taten bevor steht. 

Noch mehr Infos über die Geschehnisse um Harvey Weinstein findest du hier: 

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