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Oscars 2018: War das die frauenfeindlichste Verleihung aller Zeiten?

Von Anna-Lisa am Dienstag, 6. März 2018 um 16:01 Uhr

Mit "Time’s Up" geht ein feministischer Ruck durch Hollywood. Die 90. Oscar-Verleihung am Sonntag machte dennoch klar, dass die Veränderungen in der Traumfabrik gerade erst begonnen hat. 😐

Die Zeiten, in denen Sexismus und sexuelle Übergriffe in Hollywood totgeschwiegen wurden, sind ein für alle Mal vorbei. Daran möchte man im Zuge der "#metoo" und "Time’s Up"-Bewegungen glauben. Doch wie weit ist die Traumfabrik wirklich, wenn es darum geht, Frauen und Männer gleich zu behandeln? Die Oscar-Verleihung gilt als "Klassentreffen" der Branche, bei dem in den vergangenen 90 Jahren vor allem eine Gruppe das Sagen hatten: weiße Männer. Und wie war das nun in der Nacht von Sonntag auf Montag, als im Dolby Theatre zum 90. Mal die Oscars verliehen wurden?

Die "weiblichsten" Oscars aller Zeiten? Von wegen!

Die Oscars 2018 hätten durchaus die "weiblichsten" aller Zeiten werden können. Viele Nominierungen sprachen dafür. Auch dass ein Casey Affleck etwa oder ein Kevin Spacey und – natürlich – Harvey Weinstein NICHT eingeladen waren, kann als Zeichen dafür gewertet werden, dass die Uhren in Hollywood bereits anders ticken – oder zumindest damit begonnen haben.

Denn die Zeichen der "Female-Empowerment"-Bewegungen waren im Großen und Ganzen subtiler als erwartet. Klare Statements blieben die Ausnahme. Emma Watson zeigte sich mit "Times Up"-Tattoo – inklusive fiesen Schreibfehlers – und Frances McDormand rief in ihrer emotionalen Oscar-Rede alle Frauen dazu auf, sich zu solidarisieren und plädierte dafür, dass in Zukunft mehr darauf geachtet wird, dass bei einer Filmproduktion Frauen und Minderheiten ausreichend repräsentiert sind.

 

 

Die Zahlen sind enttäuschend

Dass Bewegungen wie "Time’s Up" und "#metoo" aber leider noch immer ganz am Anfang stehen, zeigen die Zahlen aus der Oscar-Nacht. Nur sechs SchauspielerINNEN durften eine Trophäe mit nach Hause nehmen – so wenige sind es seit 2012 nicht mehr gewesen. Dagegen stehen 33 Männer, die bei der 90. Oscar-Verleihung geehrt wurden. Das macht lediglich 15 Prozent weibliche Gewinner. Wenn man dann weiter bedenkt, dass Allison Janney und Frances McDormand als "Beste Schauspielerin" und "Beste Nebendarstellerin" ausgezeichnet wurden – Kategorien, in denen sie keine männlichen Konkurrenten haben –, wird noch offensichtlicher, dass nicht nur die Academy noch einen langen Weg vor sich hat.

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